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Boy George Höhenflug eines Paradiesvogels

Drogen, Knast, Fettsucht: Boy George war ganz unten. Jetzt feiert er mit seiner neuen CD ein starkes Comeback

Achtzehn Jahre hat es gedauert. So lange veröffentlichte Boy George kein Album mehr. "Boy wer?", werden jetzt viele unter dreißig fragen. Die Antwort: Es geht um einen der schrillsten englischen Popstars der Achtzigerjahre. Einen, der mit seinen Skandalen für so viel Furore sorgte wie mit seiner Musik. Als Frontmann der Band "Culture Club" und mit Songs wie "Karma Chameleon" und "Do You Really Want To Hurt Me?" wurde er weltberühmt - und geriet dann auf die schiefe Bahn. Lange war er drogenabhängig, 2008 landete er wegen Freiheitsberaubung im Knast.

Nun ist George Alan O’Dowd (so sein bürgerlicher Name) zurück. Mit klarem Kopf, einigen Pfunden weniger auf den Rippen und der ausgezeichneten Platte "This Is What I Do". Zwölf eingängige Reggae-Pop-Songs finden sich darauf, eine kleine Hommage an den "erdigen Sound der Siebzigerjahre".

Was heute anders ist? "Ich schaffe es immer besser, die Figur Boy George abzuschalten und einfach George zu sein", erklärt er. Ein bunter Vogel ist er nach wie vor, aber seit einigen Jahren auch Buddhist. Der Glaube hat ihm innere Ruhe gebracht. Sehr zufrieden wirkt er heute und mit sich im Reinen. "Now is the time to live your life. No second chance, you can’t rewind", singt er mit tiefer Lebemannstimme.

Boy George schaut nach vorn. Sogar eine neue Culture-Club-CD hat er für dieses Jahr angekündigt, ein Album, "das dem entspricht, was wir heute sind". Die Chancen stehen gut, dass man nicht erneut achtzehn Jahre warten muss, bis man wieder etwas Schönes von ihm hört.

MBHH

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