Blade Runner 2049: Wiedergeburt eines Kultfilms

"Blade Runner 2049" hat alles, was das Original ausgemacht hat. Plus Ryan Gosling und Robin Wright ... Zum Filmstart verlosen wir futuristisch anmutende Uhren

Blade Runner K (Ryan Gosling) und seine Hologramm-Frau (Ana de Armas) haben eine unglaubliche Entdeckung gemacht

Durch die smoghaltige Luft, so dick, dass man sie zerschneiden kann, quält sich ein fliegendes Auto. Unten tänzeln schillernde Hologramme durch die Gassen. Wir sind zurück in der Zukunft. 1982 gewährte Regisseur Ridley Scott mit "Blade Runner" einen derartig düsteren und existenzialistischen Blick auf das, was uns erwartet, dass die Zuschauer sich verwehrten. Ebenso wie die Kritiker. Und erst recht das verantwortliche Filmstudio, das mit zusätzlichen "Erklärbär"-Voice-Overs und einem rasch zusammengebastelten Happyend fürs Kino die Vision des Filmemachers zerstörte. "Blade Runner" war seinerzeit ein Flop - und ist heute zurecht Kult. Ein Flop wird "Blade Runner 2049" sicherlich nicht. 

Der Jäger wird zum Gejagten

Der LAPD-Beamte K (Ryan Gosling) gleicht mehr einem Kopfgeldjäger als einem Polizisten. K ist einer der gefürchteten Blade Runner, deren primäre Aufgabe es ist, menschenähnliche Replikanten aufzuspüren und mit der Dienstwaffe "in Rente zu schicken". Dies gestaltet sich im Gegensatz zu der Ära von Rick Deckhard (Harrison Ford) inzwischen aber als wesentlich schwieriger. Hatten die damaligen "Nexus 6"-Replikanten noch eine eingebaute Lebensspanne von maximal vier Jahren, können die Nachfolge-Modelle inzwischen so alt wie ein normaler Mensch werden.

Wann ist ein Mann ein Mensch?

Das Filmplakat zu "Blade Runner 2049"

 Wie schreibt man am besten eine Kritik zu einem Film, wenn selbst bei der oberflächlichsten Inhaltsangabe um ein Minenfeld an Spoilern getapst werden muss? Wohl am besten, indem man das Original heranzieht. "Blade Runner" stellte als einer der ersten Science-Fiction-Filme die heutzutage überstrapaziert wirkende Frage, ob künstlich erzeugte Lebewesen so menschlich werden können, dass sie ein Recht auf Leben haben. Das haben inzwischen Streifen wie "Ex Machina", ja selbst Serien wie "Star Trek: Das nächste Jahrhundert" in der Folge "Wem gehört Data?" zur Genüge getan, möchte man meinen. Dennoch schafft es "Blade Runner 2049", der bereits 1950 von Mathematiker Alan Turing geprägten Suche nach der künstlichen Menschlichkeit eine neue Facette zu verleihen. 

Dieses Mal wird nun also Blade Runner K auf eine existenzialistische Reise geschickt. Eine Reise, die so viele narrative Haken wie ein um sein Leben rennendes Kaninchen schlägt. Bei "Blade Runner" beschäftigte einen die Frage, ob Deckhard gar selbst ein Replikant ist. K muss sich nun mit anderen, ebenso bedeutsamen Fragen herumschlagen. Das Schöne dabei: Jeder neue Twist fügt sich spätestens am Ende der über zweieinhalb Stunden Laufzeit homogen in das Gezeigte ein.

Was aber nicht stark genug betont werden kann: Um den Film mit all seinen Facetten wertschätzen zu können, ist es unabdingbar, davor "Blade Runner" gesehen zu haben! 

Erste Einblicke im Clip

Robin Wright als Joshi in "Blade Runner 2049"

Blade Runner 2049: Robin Wright spielt Lt. Joshi
©Gala

Was fehlt?

Die Welt, die in der Fortsetzung gezeigt wird, ist wunderschön abstoßend. Ein Traum für Fans des Originals und ein Paradebeispiel einer dystopischen Zukunft. "Blade Runner 2049" gibt noch mehr Einblicke in die traurige Einsamkeit inmitten eines überfüllten Großstadtmolochs, die jeder Einzelne zu fristen scheint - egal ob Mensch oder Replikant. 

Doch es fehlt auch etwas. Ein vielschichtiger Antagonist à la Rutger Hauer, der einst mit seinem Abschlussmonolog Filmgeschichte schrieb: "Ich habe Dinge gesehen, die ihr Menschen niemals glauben würdet. Gigantische Schiffe, die brannten, draußen vor der Schulter des Orion. Und ich habe C-Beams gesehen, glitzernd im Dunkeln, nahe dem Tannhäuser Tor. All diese Momente werden verloren sein in der Zeit, so wie Tränen im Regen. Zeit zu sterben." Nicht minder philosophisch, dafür weitaus diabolischer fungiert Jared Leto alias Niander Wallace nun als Bösewicht. Um seine Ziele zu erreichen, lässt der einflussreiche Eigentümer der neuen Replikanten-Manufaktur über Leichen gehen. 

Harrison Ford ist zurück

Wie die Trailer und Plakate leider schon im Vorfeld verraten, gibt es aber auch ein Wiedersehen. Was wäre es nur für ein Schachzug gewesen, hätte man Harrison Fords Teilnahme am neuen Film geheim halten können. Sein Auftritt hätte wohl für die hartnäckigste Gänsehaut aller Zeiten gesorgt. So jedoch nahmen die Trailer - ironischer Weise genau wie bei Fords "Chewie, wir sind zuhause" von "Star Wars VII: Das Erwachen der Macht" - diesen Moment vorweg. Dabei nimmt Ford in dem 163 Minuten langen "Blade Runner 2049" einen vergleichsweise geringen Teil ein. Jedoch einen, den er ausnahmslos für sich zu stehlen weiß. 

Zukunft wie 1982: Das "Blade Runner"-Sequel will uns erneut in die Welt von Rick Deckard (H. Ford) entführen

Fazit

Ob ein Film zum Kult reift, das hat nichts mit dem Erfolg zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung zu tun. Wer wüsste das besser als "Blade Runner"-Regisseur Ridley Scott höchstpersönlich, der als Produzent im Boot war.  "Blade Runner 2049" aber sollte das Kunststück fertig bringen, auch die kritischen Fans zu begeistern. Der Grund dafür ist im Gegensatz zum Film selbst simpel: Denis Villeneuve ist es gelungen, genug neue, eigene Ideen in das Korsett der Vorlage zu packen. Gemeinsam mit tollen Darstellern, unglaublichen visuellen Effekten und einer packenden Story. 

Gewinnspiel

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Teilnahmehinweise: Das Gewinnspiel läuft bis zum 21. Oktober 2017. Teilnahmeberechtigt sind alle Personen mit Wohnsitz in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die eigenhändig teilnehmen. Die Gewinner werden per Losverfahren ermittelt und benachrichtigt. Erst, wenn der Gewinner nach der Kontaktaufnahme den Gewinn schriftlich bestätigt hat, kann dieser in vollem Umfang gewährt werden. 

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