Bestseller-Verfilmung: "Ich bin dann mal weg"

Komiker Hape Kerkeling landete mit seinem Buch über eine Pilgerreise einen überraschenden Bestseller. Kaum zu glauben, dass die Verfilmung so lange auf sich warten ließ. Nun wandern Devid Striesow und Martina Gedeck im Kino

Devid Striesow in "Ich bin dann mal weg"

Die Story

Fernsehliebling Hans-Peter Kerkeling ( ) ist ausgebrannt, kaputt, gesundheitlich kurz vor dem Zusammenbruch. Da ihm die Auszeit daheim zu langweilig ist, begibt er sich auf den Jakobsweg - und auf Pilgerreise. Mit miesen Betten, schäbigen Hotels, zu viel Gepäck, Ungeziefer, Sturzregen, Blasen am Fuß, sehr neugierigen und eher abweisenden deutschen Reisegenossen - und der Erkenntnis, das Wandern der Fitness gut tut, Menschen ganz nett sein können und alle ihr Päckchen zu tragen haben und man auch einfach mal den Mund halten darf.

"Irgendwas wird dieser Weg schon in mir verändern"

ging es tatsächlich sehr schlecht, als er im Sommer 2001 seinen 769 Kilometer langen Pilgerweg in den spanischen Pyrenäen begann. Sein launiger Reisebericht wurde zum erfolgreichsten Sachbuch der deutschen Nachkriegszeit.

Filmposter zu "Ich bin dann mal weg"

Die Darsteller

Ganz toll in der Titelrolle: Devid Striesow. Wie er mit pummeligem Gesicht, Plautze und Strubbelhaar optisch an die immerhin sehr bekannte Optik von Hape Kerkeling heranrückt, ist faszinierend. Als Reisegefährtinnen, denen er von Zeit zu Zeit und immer lieber begegnet, sind die patent wirkende Stella ( ) und die junge, etwas bissigere Lena ( ), eine sympathische Ergänzung. Kleine Glanzlichter setzen auch als Hapes Agentin und , die in den Rückblenden in Hapes Jugend die Rolle seiner "Omma" Bertha übernimmt.

Fazit

Das Buch hat sich Millionen Mal verkauft. Werden all diese Menschen nun ins Kino strömen müssen? Nein - denn natürlich kommt im Film die Sinnsuche etwas kürzer und die schönen Bilder nehmen mehr Raum ein. Wer sich damals für die tieferen Gedanken des ausgebrannten Entertainers interessiert hat, dessen Neugier ist jetzt vermutlich entweder gestillt oder der will mehr als der Film geben kann.

Devid Striesow

Devid Striesow

„Ich glaube nicht an Gott!“

20.12.2015

Unterhaltsam anzuschauen und gut gespielt ist das Ganze aber trotzdem und hat so durchaus das Potenzial, gerade nun über die Weihnachtstage (sicher kein zufälliges Timing) solche Leute ins Kino zu gucken, die der Thematik interessiert gegenüberstehen, die sich ein bisschen Sinnsuche und Ruhe in der hektischen Festtags- und Familienzeit wünschen oder die einfach nur Lust auf eine Gedankenreise ins eher sommerliche Spanien haben, wenn es hier stürmt und schneit.

Wobei wir da nochmal auf den entsetzlichen Regenguss am ersten Film-Wandertag und die 14 Grad vor der eigenen Haustür in diesem Dezember 2015 hinweisen müssen.

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