Armageddon und Co.: Wenn Asteroiden die Erde bedrohen

Eine Bedrohung durch Asteroiden? Der Traumfabrik Hollywood dienen die astronomischen Kleinkörper oftmals als heimlicher Protagonist.

In "Armageddon - Das jüngste Gericht" mussten 1998 Steve Buscemi (v.l.), Will Patton, Bruce Willis, Michael Clark Duncan, Ben Affleck und Owen Wilson die Welt retten

Mit einer Breite von bis zu 1.000 Kilometern könnte ein Asteroid einen erheblichen Schaden anrichten, sollte er auf die Erde treffen. Ein Szenario, das Hollywood immer wieder als Thema für Katastrophenfilme aufgreift. Ob am Internationalen Tag der Asteroiden (30. Juni) in den Köpfen einiger Filmemacher bereits die nächsten Blockbuster entstehen? Das sind die drei (bislang) populärsten.

"Meteor" (1979): Sean Connery rettet die Welt vor einer neuen Eiszeit

Durch ein acht Kilometer breites, abgebrochenes Teilstück von einem Asteroiden wird die Erde im Science-Fiction-Film "Meteor" bedroht. Ein Einschlag hätte eine neue Eiszeit zur Folge, was die NASA zu verhindern gedenkt - mithilfe des Wissenschaftlers Dr. Paul Bradley (Sean Connery). Der Experte hatte vor Jahren einen Satelliten namens "Hercules" entwickelt, der mit Atomraketen bewaffnet ist, um Gefahren aus dem All abschießen zu können. Einziges Problem: Im Kalten Krieg ist der Satellit auf Ziele in der Sowjetunion und China ausgerichtet, wovon die gegnerischen Mächte nichts wissen dürfen.

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Claudia Schmutzler am "Rote Rosen"-Set

Claudia Schmutzler
©Gala

Regisseur Ronald Neame (1911-2010) inszenierte den Kampf um die Rettung des Planeten, der Amerikaner und Russen im Kalten Krieg vereint, bereits im Jahr 1979. Neben Sean Connery (89, "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug") waren Natalie Wood (1938-1981, "West Side Story") als Russin Tatiana Nikolaevna Donskaya, Karl Malden (1912-2009) als NASA-Chef Harry Sherwood und Henry Fonda (1905-1982) als US-Präsident in dem Film zu sehen. Der Streifen erhielt im Jahr 1980 eine Oscar-Nominierung, in der Kategorie "Bester Ton", musste sich aber "Apocalypse Now" (1979) geschlagen geben.

"Deep Impact" (1998): Robert Duvall opfert sich

Filmemacherin Mimi Leder (68, "Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit") griff das Szenario 1998 ebenfalls auf. Ihr Katastrophenfilm "Deep Impact" erhielt von der Deutschen Film- und Medienbewertung FBW das Prädikat "wertvoll", die Kritiker waren jedoch geteilter Meinung. Im Film droht der Erde ein Massensterben durch den Einschlag eines elf Kilometer breiten Kometen, den ein junger Hobby-Astronom (Elijah Wood) zufällig entdeckt. Es dauert jedoch ein ganzes Jahr, bis die Reporterin Jenny Lerner (Téa Leoni) auf ein Geheimnis der Regierung stößt und der US-Präsident (Morgan Freeman) die Gefahr verkündet.

In Leders Actionfilm kommt es in der Folge zu einer Zusammenarbeit zwischen den einstigen Kontrahenten des Kalten Krieges, den Vereinigten Staaten und Russland. Der ehemalige Apollo-Astronaut Spurgeon Tanner (Robert Duvall) landet ein gemeinsam gebautes Raumschiff auf dem Kometen. Das Vorhaben, ihn mithilfe von Atomsprengköpfen zu zerstören, scheitert jedoch. Stattdessen rasen zwei kleinere Teilstücke auf die Erde zu, auf der unterdessen Menschen ausgelost werden, deren Überleben in einem Bunker gesichert werden soll.

Letztlich überlebt die Menschheit, indem sich Kapitän Tanner und seine Mannschaft selbst opfern und mit den verbliebenen Atomraketen in den gasgefüllten Krater des größeren Teilstücks fliegen. Es wird in viele kleine Stücke gesprengt, die in der Erdatmosphäre verglühen. Schauspieler Elijah Wood (39), dem als Hobbit Frodo in der "Der Herr der Ringe"-Trilogie (2001, 2002, 2003) der internationale Durchbruch gelang, gewann damals für seine Darstellung den "YoungStar Award" des Magazins "The Hollywood Reporter" in der Kategorie "Bester Nachwuchsdarsteller".

"Armageddon - Das jüngste Gericht" (1998): Bruce Willis und Ben Affleck retten Liv Tyler

"Deep Impact" lieferte sich 1998 mit einem anderen Katastrophenfilm einen Wettlauf um den früheren Kinostart - den der Streifen mit Robert Duvall (89, "Der Pate") gewann. Ein größerer Erfolg wurde jedoch sein Konkurrent: "Armageddon - Das jüngste Gericht" von Action-Spezialist Michael Bay (55, "Transformers"). Der Film lief im Juli 1998, zwei Monate nach "Deep Impact", in den Kinos an und drohte am Startwochenende zu floppen. Ende 1998 zählte er mit weltweiten Einnahmen von über 553 Millionen US-Dollar (rund 493 Millionen Euro) zu den erfolgreichsten Filmen des Jahres.

Die Parallelen der Handlung von "Deep Impact" und "Armageddon - Das jüngste Gericht" sind unübersehbar. In Letzterem entdeckt ebenfalls ein Hobby-Astronom einen riesigen Asteroiden, der auf die Erde zurast. NASA-Chef Dan Truman (Billy Bob Thornton) bleiben jedoch nur 18 Tage, um den Himmelskörper mithilfe von Atomraketen zu zerstören. Der Ölbohrexperte Harry Stamper (Bruce Willis) und seine Männer werden zu Amateur-Astronauten ausgebildet, um die gefährliche Mission auszuführen. Für Komplikationen sorgt dabei nicht nur eine Gasblase, sondern auch die Beziehung von Stampers Tochter Grace (Liv Tyler) zu seinem Protegé A.J. Frost (Ben Affleck).

Die Kritiker ließen teils kein gutes Haar an Michael Bays Katastrophenfilm. Sie monierten unter anderem schwerwiegende inhaltliche Fehler bezüglich der physikalischen Gesetze sowie die Oberflächlichkeit der Figuren.

Trotz der Kritik erhielt der Film bei der Oscar-Verleihung im Jahr 1999 vier Nominierungen, ging aber leer aus. Der Titelsong "I Don't Want to Miss a Thing" von Aerosmith, als "Bester Original Song" nominiert, wurde auch ohne Oscar zum weltweiten Hit. Actionheld Bruce Willis (65) bekam für seine Performance (sowie in "Das Mercury Puzzle" und "Ausnahmezustand") 1999 die Goldene Himbeere als "Schlechtester Hauptdarsteller". Dem Erfolg an den Kinokassen tat dies aber keinen Abbruch. "Armageddon - Das jüngste Gericht" ist eben ein "guilty pleasure".

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