Anna Wilken von GNTM: Sie spricht ganz offen über ihre Krankheit

Anna Wilken startete nach GNTM als Model durch. Und das obwohl ihr eine Krankheit einen Strich durch die Rechnung machen wollte. Heute ist sie stärker denn je

Anna Wilken

In 2014 kämpft um den Titel "Germany's Next Topmodel". Heute ringt sie hingegen mit sich und ihrer Krankheit, der Endometriose. 
Wie sie sich ihrem Schicksal stellt, trotz Einschränkungen optimistisch bleibt und wo sie heute steht, erzählte sie uns exklusiv.

Was hat sich seit GNTM bei dir getan? Bist du noch immer Model oder jetzt eher Influencerin?
Ich habe nach GNTM sehr viel gemodelt und war in Paris, Mailand und New York. Das habe ich anderthalb Jahre lang gemacht, bis ich gemerkt habe, dass es mir körperlich mit meiner Endometriose nicht so gut bekommt. Gerade die Fashion Weeks sind anstrengender, als sich manch einer vorstellen kann. Ich habe daher beschlossen, das Modeln erstmal etwas in den Hintergrund zu schieben und bin jetzt mehr oder minder Influencer, wobei ich die Bezeichnung nach wie vor komisch finde. Selber sehe ich mich eher als eine Person, die ihr Leben teilt.

Im Januar 2016 läuft Anna Wilken für das Couture-Label Azzaro über den Catwalk in Paris. Zu dieser Zeit ist sie ein gefragtes Model und macht ihren Job ausgezeichnet!

Wow, du sprichst ja echt ganz offen über deine Endometriose. Wie sehr schränkt dich die Krankheit denn heute noch ein?
Mal mehr, mal weniger. Irgendwann lernt man, die Endometriose in den Alltag zu integrieren. Ich kann es mittlerweile ganz gut. Es gibt Tage, da klappt es super und an anderen wieder schlechter. Gerade Aktivitäten die Draußen bei kaltem Wetter stattfinden schränken mich leider sehr stark ein, schwere Gewichte zu heben ist immer wieder ein "Erlebnis" für mich und viel unterwegs zu sein geht mir oft auch auf den Unterleib. 

Das klingt echt nach einigen Einschränkungen. Da gibt es doch sicherlich Tage, die dich extrem runterziehen. Oder bleibst du stets optimistisch?
Oh ja, es gibt immer mal diese Tage, an denen ich heulend im Bett liege. Gerade wenn ich gute Phasen habe und viel unternehmen kann, so wie ich es will und dann plötzlich wieder dieser eine Tag kommt, an dem nichts mehr geht, bin ich wütend und genervt von mir selbst. 
Aber ich denke, dass man auch solche Tage braucht, an denen man eben nicht optimistisch ist. Ich zumindest brauche sie, um mich mit meinem Körper und mir selbst auseinander zu setzen.
Vor zwei Jahren, war ich leider gar nicht optimistisch, das hat sich jetzt schon sehr zum Positiven verändert! Ich würde behauptet jetzt bin ich zu 80% optimistisch und nur zu 20% negativ.

Was rätst du anderen Frauen mit einer ähnlichen Diagnose?

Reden ist das A und O! Nur wenn man immer wieder auf die Krankheit aufmerksam macht, entsteht irgendwann Verständnis. Und genau dieses ist es ganz oft, das im Umfeld bei betroffenen Frauen mit Endometriose fehlt.
Das kann einen auf Dauer sehr runterziehen, man fühlt sich nun mal alleine. Ich habe öfters mal auf den Tisch gehauen und deutlich meine Meinung gesagt. Das tut nicht nur gut, sondern rüttelt auch viele wach.
Außerdem kann ich einfach nur empfehlen, mehr auf seinen Körper zu hören. Das mag sehr spirituelle klingen, aber seitdem ich mich auf die Reise mit mir selbst begeben habe, geht es mir deutlich besser. Ich kann Schmerzen steuern, sie zulassen oder weniger zulassen. Es tut mir immer wieder gut, Dinge über meinen Körper zu wissen. Dabei hilft es mir, Bücher zu dem Thema zu lesen und Informationen einzuholen - und das am Besten durch fachliche Bücher und nicht etwa über Foren im Internet. 
Auch die Endometriose Vereinigung ist super und verschafft viele wichtige und gute Informationen, sowie tolle Beratung.

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2007, in der zweiten Staffel von "Germany's next Topmodel" belegte Anni Wendler den zweiten Platz. Nach ein paar Werbedeals und Filmjobs wurde es wieder ruhiger um sie. Sie arbeitet jetzt wieder als Zahntechnikerin und hat sich auch optisch verändert. Auf ihrem Instagram-Account zeigt sie sich mit Dreadlocks und Piercing. 
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