Alvaro Soler: Darum fließen bei ihm keine Tränen

Seine spanische Lässigkeit hat Alvaro Soler zum Weltstar gemacht. Im GALA-Interview erzählt er, wer ihn erdet und warum es ihm manchmal schwerfällt, Gefühle zu zeigen

Sein musikalisches Repertoire hat weit mehr zu bieten als nur Sommerhits. Aktuell ist Alvaro Soler jede Woche neben Gastgeber Michael Patrick Kelly und seinen Musik-Kollegen Jeanette Biedermann, Wincent Weiss, Johannes Oerding, Jennifer Haben und Milow auf dem Sofa von "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" zu sehen. Parallel dazu erscheint eine neue Edition seines Albums "Mar de Colores" mit drei neuen Songs – inklusive seiner neuen Single "La Libertad“. 

Ihre Songs singen Sie in der Regel auf Spanisch oder Englisch. Bei "Sing meinen Song" kommen Sie um Deutsch nicht herum. Wie haben Sie das empfunden?
Alvaro Soler:
Ich habe früher mal in einem Kinderchor Deutsch gesungen, sonst nicht. Das war auch für mich eine Premiere. "Sing meinen Song" ist eine Show in der alles möglich ist und Ich habe mich total frei gefühlt.

Sie singen normalerweise vor tausenden Menschen. Wie geht es Ihnen vor einem so kleinen Publikum aus Kollegen zu performen?
Soler:
Ein kleines Publikum macht mich definitiv nervöser. Vor sechs Musikern zu singen, die genau wissen worum es geht, ist wirklich besonders. Sie hören direkt, wenn ein Ton nicht sitzt. Das geht mir natürlich die ganze Zeit im Kopf rum.

Über wen wussten Sie am wenigsten?
Soler:
Ich glaube über Jeanette Biedermann. Ich bin ja nicht in Deutschland aufgewachsen und kannte daher nur ihre Musik. Ich kannte Britney, aber nicht die deutsche Britney, Jeanette.  (lacht)

"Sing meinen Song" rührt Teilnehmer und Zuschauer regelmäßig zu Tränen. Wie haben Sie das empfunden?
Soler: 
Es wurde sehr emotional. Ich weiß auch nicht, warum. Wenn man die Sendung im Fernsehen sieht, fragt man sicher immer: Was ist los mit den Leuten? Warum weinen sie die ganze Zeit? Wir haben das auch nicht verstanden, bis wir dort waren. Am Ende war es bei uns genauso.

Und woran liegt es?
Soler:
Mit Musik fühlt man alles noch intensiver, die Lyrics sind stärker, die Melodie bewegt. Man versteht alles viel besser. Es gab Momente, in denen wir einfach zehn Sekunden lang nichts mehr gesagt haben, weil wir so fertig waren. Das war echt bewegend. Wir waren nach den Dreharbeiten emotional echt fertig. 

Sind Sie ein Mann, bei dem Mal Tränen fließen?
Soler:
Ich sage mal so: Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der es als Schwäche angesehen wurde, wenn Tränen fließen. Das ist aber absoluter Blödsinn. Eigentlich ist weinen total geil. Ich wünschte, ich könnte mehr weinen. Ich trainiere jetzt zu weinen. Ich bin aktiv dabei. (lacht)

Alvaro Soler und GALA-Redakteurin Janna Krenz hatten beim Interview viel zu lachen. 

Tun Sie sich mit Gefühlen schwer?
Soler:
Das ist meine deutsche Seite. Sie will mir nicht erlauben so emotional zu sein. Ich war aber wirklich sehr bewegt. Ich wollte weinen, aber es hat einfach nicht geklappt. (lacht) Es gibt Momente, in der Show, in der die Zuschauer denken werden: Alvaro weint gleich – und dann weine ich doch nicht. Sie werden dann vielleicht selbst weinen.

Sie sind ein Weltstar, lassen das ihr Umfeld aber nicht spüren. Wie behalten Sie sich Ihre Bodenständigkeit?
Soler: Ich bin einfach dankbar für alles. Ich kann das gar nicht fassen. Es wirkt wie ein Traum. Das ist wirklich so. Ich habe Menschen um mich herum, die das ähnlich sehen. Wir erden uns gegenseitig. Ich brauche nicht irgendeinen Schnickschnack, weil ich ein Musikstar bin.

Welche Rolle spielt Ihre Familie dabei?
Soler:
Für sie bin ich einfach Alvaro. Natürlich freut sich meine Familie auch über meinen Erfolg, natürlich sind sie stolz. Ich will auch meine Familie in alles integrieren, was ich mache, damit sie mich besser verstehen.

Besuchen Sie häufig Ihre Konzerte?
Soler
: Ich habe meine Eltern und Großeltern vergangenes Jahr zum Beispiel zum Weihnachtskonzert im Vatikan und zu einem Neujahrskonzert eingeladen. Das war für sie ein verrücktes Erlebnis. Für mich aber auch. Für sie ist das einfach nicht begreifbar, dass Leute Fotos von mir wollen.

Themen

Mehr zum Thema

Star-News der Woche