Alexa Feser im GALA-Interview: "Ich bin ein Gypsie, der viel herumreist"

Alexa Feser meldete sich am 10. Mai mit "A!", ihrem vierten Studioalbum zurück. GALA sprach mit ihr über Musik, ihr Leben – und was ihr Opa mit ihrem Beruf zu tun hat.

Alexa Feser

Alexa Feser, 39, hatte schon als Kind den Traum, Musikerin zu werden. Bereits mit vier Jahren bekam die Sängerin musikalische Früherziehung, lernte Klavier zu spielen. Mit 20 sang sie für etablierte Künstler, wie die No Angels, Thomas Anders, 56, oder Ricky Martin, 47. Ihr ersten Album "Ich gegen mich", 2008 als Alexa Phazer veröffentlicht, wurde kein großer Erfolg. Die Alben "Gold von morgen" (2014) und "Zwischen den Sekunden" (2017) dafür umso mehr. Am 10. Mai meldete sich die 39-Jährige mit ihrem Longplayer "A!" zurück. GALA hat mit ihr über Musik, ihr Leben und die Zukunft gesprochen.

Alexa Feser: "Für mich war Plan A immer die Musik"

GALA: Erst "Ich gegen mich", dann „Gold von morgen" und „Zwischen den Sekunden“, jetzt einfach nur „A!“. Was hat es mit diesem auffälligen Albumtitel auf sich?

Alexa Feser: Vor jeder Album-Veröffentlichung mache ich eine Liste von Begriffen und Emotionen, die mir dazu einfallen. Diesmal waren es zu 90 Prozent Begriffe, die mit A anfangen – wie mein Name auch. Deshalb entschied ich mich einfach für ‚A!‘.

Welche Inspirationen machen das Album besonders? Welche Message haben deine neuen Stücke?

Auf diesem Album befasse ich mich mehr mit mir selbst. Oft schreibe ich Songs über andere Menschen oder deren Situationen. Diesmal gebe ich viel mehr über mich selbst preis, Schwächen und Stärken gleichermaßen. Das Album ist eine Zusammenfassung der letzten Jahre.

Was war der prägendste Moment in deinem Leben?

Ich singe in dem Song ‚Abgeholt‘ darüber, dass ich eine ganz einsame, depressive Phase hatte, und mich jemand total berührt und abgeholt, mich sozusagen aus der Depression herausgeholt hat.

Wie schreibst du deine Songs? Gibt es Rituale oder Settings?

Songwriting empfinde ich als Muskel, den man täglich trainieren muss. Ein richtiges Ritual habe ich nicht, außer dass ich eher nachtaktiv bin.

Du lebst in Berlin. Welche Unterschiede gibt es zu deiner Heimat Wiesbaden?

Berlin ist einfach viel rougher und viel, viel größer. Berlin hat immer etwas, an dem man sich aufreiben kann. Wenn man nicht aufpasst, kann einen die Stadt regelrecht auffressen. Wiesbaden dagegen ist die wohlbehütetste Stadt, die ich kenne.

Ziehst du deshalb in Berlin ständig um?

Ich ziehe immer um, weil es mir sonst zu bequem wird. Ich brauche beim Songschreiben immer diese Momente, die mich herausfordern, und neue Umgebungen, die mich inspirieren. Meine Lieder haben immer viel mit dem Ort zu tun, an dem ich gerade bin. Für ‚A!‘ bin ich in die Nähe des Tiergartens gezogen. Dort ist es ruhiger, sodass ich besser über mich selbst nachdenken konnte. 

Wo ziehst du als nächstes hin? 

Ich überlege, ob ich meinen Lebensmittelpunkt mal ins Ausland verlegen sollte, vielleicht nach Lissabon in Portugal. Man kann als Songschreiber ja überall arbeiten. Das braucht allerdings eine gute Planung, weil man ja dann wieder ganz allein in einem fremden Land ist. Ich habe ja schließlich gern Freunden und Menschen, die ich mag, um mich.

Welche Rolle spielte deine Familie bei deiner Musikkarriere?

Mein Opa spielte eine wichtige Rolle. Ich habe viel Zeit mit ihm verbracht und wahrscheinlich ist da auch der Drang in mir gewachsen, das mal beruflich zu machen. Er war in jungen Jahren in die USA ausgewandert, um in New York Jazz-Musik zu spielen.

Alexer Feser singt im Finale von "Unser Song für Österreich" 2015

Für den Beruf als Musiker hast du viel gemacht, sogar als Flugbegleiterin gearbeitet. Wünschst du dir manchmal einen „normalen“ Job zurück?

Für mich war ja Plan A immer Musik. Alles andere, was ich gemacht habe, war, um meine Musik weiter zu finanzieren und dann weiterzukommen. Für mich war ein geregelter Job nicht inspirativ. Ich habe immer gemerkt: Wenn ich einen Job mache, der zu eintönig oder zu gleichförmig war, dann bin ich immer wieder weggelaufen und habe was Neues gemacht. Wobei ich schon sagen muss, dass der Beruf der Stewardess in einem Privat-Jet sehr spannend war. Da habe ich so viele unterschiedliche Leute kennengelernt. 

Was bedeutet es für dich, auf Tour zu gehen?

Ich glaube, das ist der Hauptgrund, warum man Musiker werden möchte. Ich hatte von Anfang an eine tolle Verbindung zu meinem Publikum. Es gibt nichts Schöneres, als zu sehen, wie das Publikum deine Texte mitsingt. 

Wen vermisst du auf Tour am meisten?

Ich vermisse mein Bett! Da es im Tourbus immer so sehr wackelt und unbequem ist, schlafe ich meistens erst morgens um fünf, sechs Uhr ein.

Mit wem möchtest du unbedingt einmal auf der Bühne stehen?

Ich hätte Bock, was mit Marteria zu machen. Ich mag Kombinationen, die ungewöhnlich sind. Bei dieser Kollaboration würden sich bestimmt viele fragen, wie wir zusammenpassen.

Welche Wünsche hast du für die Zukunft?

Ich wünsche mir, mein Fanpublikum live vergrößern zu können und viel neue Ideen für ein neues Album zu bekommen. 

Und privat? Möchtest du mal eine Familie gründen?

Also mit Familienplanung habe ich mich noch nicht auseinandergesetzt. Ich bin immer noch so ein bisschen der Gypsie, der viel rumreist. Ich bin generell der Typ, der nicht so ankommt. Ich brauche immer ein bisschen das bewegte Leben.

Also hast du auch keine Zeit für eine Beziehung, oder?

Ich bin in einer Beziehung, aber ich kann nie darüber sagen, ob das jetzt das Ding fürs Leben ist. Das kann mir nur das Leben beantworten. Wenn man mich in 20 Jahren noch mal fragt und ich immer noch in der Situation bin, dann ist es das vielleicht.

Kommt dein Partner/deine Partnerin mit auf Tour?

Nein, das tut er nicht. Ich trenne das total, weil es zwei verschiedene Dinge sind. Es ist wichtig, dass jeder für sich seine Sachen machen kann, wie er möchte. Besonders auf Tour ist das anstrengend. Da muss ich mich komplett auf mich konzentrieren.

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Verwendete Quellen: eigene Recherche

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