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"True Grit" Ein Mädchen für alle Fälle

Jeff Bridges und Hailee Steinfeld in "True Grit"
Jeff Bridges und Hailee Steinfeld in "True Grit"
© PR/ Paramount
Die Coen-Brüder haben sich an einen Western gewagt - und punkten vor allem mit ihren grandiosen Schauspielern Jeff Bridges und Hailee Steinfeld. Ansonsten soll die Geschichte, eine Romanverfilmung, zusammen mit eindrucksvollen Bildern bitte selbst überzeugen - ganz ohne John-Wayne-Bonus

"Der Gottlose flieht, auch wenn niemand ihn jagt" heißt es gleich am Anfang des Films.

Die Coen-Brüder, ihres Zeichens Kreative, Regisseure, Legenden hat niemand gejagt und gezwungen, sich nach dem oscarprämierten modernen Western "No Country For Old Men" 2008 nun in ein klassisches Western-Setting zu begeben. Ihnen fiel einfach nur nach längerer Zeit mal wieder der Roman von Charles Portis in die Hände und sie dachten an Jeff Bridges und beschlossen: Das wollen wir machen. Zu Gejagten werden die beiden immer etwas zerzaust aussehenden Brüder erst in den Pressekonferenzen zum Film. Denn die Journalisten sind wild entschlossen, hier eine John-Wayne-Komponente auszumachen und wenn sie die Verantwortlichen dafür mit dem Lasso niederstrecken müssen.

Das Material um das kleine Mädchen, das den Tod seines Vaters gerächt sehen will und dafür einen versoffenen Hund von US-Marschall engagiert, wurde nämlich 1969 schon einmal verfilmt, und die Rolle des alten Revolverhelden spielte damals John Wayne. Das muss doch irgendeinen Einfluss gehabt haben, auch wenn die Regisseure sich winden und sagen, sie möchten sich einfach gern auf das Buch beziehen und sie seien auch ein bisschen zu jung, um so stark von Wayne geprägt zu sein ...

Jeff Bridges gibt in "True Grit" den alternden Revolverhelden.
Jeff Bridges gibt in "True Grit" den alternden Revolverhelden.
© PR/ Paramount

Schade eigentlich, denn der wunderbare Jeff Bridges füllt die Rolle des Rooster Cogburn auch ohne zusätzliche Kontur durch den Schatten von John Wayne problemlos aus. Er polterte selbstherrlich im Gerichtssaal sein Weltbild hinaus. Er wohnt in der Lagerstube eines Asiashops zwischen Wäsche und Konserven. Er säuft wie ein Loch und hält zunächst wenig von altklugen kleinen Dingern wie Mattie Ross (Hailee Steinfeld). Die wiederum ist in der Stadt, um die Angelegenheiten ihres ermordeten Vaters zu regeln: Vieh verkaufen, Sattel sichern, Sarg bestellen, Mörder finden. Bei letzterem soll der Marschall ihr helfen - weil er von allen der erbarmungsloseste sein soll.

Dass die Kleine dennoch denkt, genau so ein Mann werde mit seiner Auftraggeberin, einem Kind, im Schlepptau losziehen, ist wohl ihre einzige kindlich-verträumte Situation. Ansonsten ist Mattie im Umgang mit dem Marschall ebenso unbeirrbar wie in dem mit einem Texas-Ranger und Kopfgeldjäger LaBoeuf (Matt Damon), der dem Mörder Tom Chaney (Josh Brolin) zufällig ebenfalls auf den Fersen ist und den sie beim ersten Aufeinandertreffen als "Rodeoclown" abtut. Widerspenstig ziehen die zwei Männer und unbeeindruckt das Mädchen gemeinsam los ins Indianergebiet, auf der Suche nach einer Gangstergruppe, der sich der Gesuchte angeschlossen haben könnte. Ein Ritt mit Gefahren.

Mattie bekommt in dieser romannahen Verfilmung wieder die zentrale Rolle, die ihr zusteht - der Frühteen ist das Ziel von Empörung und Bewunderung, sie lässt sich nicht auf kindische Spielchen ein und sie ist diejenige, die mehr als alle um sie herum "true grit", echten Schneid zeigt. Im 1969er-Film wurde diese Rolle einer 22-Jährigen anvertraut. Die jetzige Schauspielerin ist 14 Jahre alt.

Die zuvor völlig unbekannte Hailee Steinfeld ist ein Glücksfall des Castings. Die Coens sind sich dessen bewusst - sie haben auch erzählt, dass sie monatelang unter jungen Rodeoreiterinnen gecastet hätten, um letztlich ausgerechnet in einem Mädchen aus Kalifornien ihre Mattie zu finden. Wie sehr Hailee und Mattie harmonieren, zeigt auch eine Begebenheit vom Set, die ihre älteren Kollegen berichten: Sie hat nämlich eine Schimpfwortkasse geführt. Und damit, so vermutet Jeff Bridges, mehr Geld gemacht als mit ihrem Lohn für den Film an sich.

Auf der Lauer: Mattie (Hailee Steinfeld) und LaBoeuf (Matt Damon).
Auf der Lauer: Mattie (Hailee Steinfeld) und LaBoeuf (Matt Damon).
© PR/Paramount

Belohnt wurden übrigens auch die Coens für ihren Western-Mut: "True Grit", der natürlich amerikanische Nostalgie und Urinstinkte anspricht, ist ihr mit Abstand erfolgreichster Film. In den USA erschien er pünktlich zur Kinogängerzeit um Weihnachten herum. Fast 87 Millionen Dollar spielte der Streifen in seinen ersten zwölf Kinotagen ein - das ist mehr als das doppelte seiner Produktionskosten. Bis zum Deutschlandstart am 24. Februar hatte der Film nach US-Boxoffice-Angaben in seiner Heimat bereits 164 Millionen Dollar (rund 119 Millionen Euro) eingespielt, dazu kommen knapp 30 Millionen im Ausland. Bis zu zehn Oscars könnten am Sonntag an den Western gehen, der so traditionell und dennoch mit frischen, glaubwürdigen Figuren, der so sprachlich altmodisch und dennoch präzise und auf spröde Art humorvoll daherkommt.

Jeff Bridges weiß, warum das alles so kommt: "Die Leute verstehen endlich, wie toll die Coens sind."

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