"The Voice Kids": Sasha im GALA-Interview

Sänger Sasha ist mit Shows wie "The Voice Kids" und "Alles auf Freundschaft" präsenter denn je. Dabei wurde der 48-Jährige im November 2018 erstmals Vater. Im GALA-Interview sprechen wir mit ihm über den Zwiespalt zwischen Arbeit und Vatersein.

Hat Sasha, 48, einen deutlichen Vorteil gegenüber den anderen Coaches bei "The Voice Kids" (zu sehen ab dem 23. Februar auf Sat.1)? Diesen Eindruck bekommt man, wenn man sich die Bilanz der vergangenen Staffeln ansieht und sich bei den anderen Coaches in diesem Jahr - Lukas Nimscheck und Florian Sump von "Deine Freunde", Max Giesinger und Lena Meyer-Landrut - umhört. Seine Kollegen sind nämlich eindeutig der Meinung, dass sich die besonders großen Talente in der Castingshow meistens für Sashas Team entscheiden

GALA: Du bist zum dritten Mal bei "The Voice Kids" dabei, hast zweimal bei "The Voice Senior" gewonnen, bringt dir das irgendeinen Vorteil?

Sasha: Ein Nachteil ist es nicht. Bei den Senioren hatte ich das Glück, dass zwei grandiose Talents in mein Team gekommen sind. Bei den Kids hatte ich einfach Glück, dass sich viele Talente für mich entschieden haben - ob die "The Voice Senior" gesehen haben, weiß ich nicht. Das wiederum macht jedoch die Entscheidung umso schwerer, wenn man so viele gute Talente bei sich hat.

GALA: Wie schwer fallen dir die Entscheidungen??

Sasha: Das ist definitiv der schwerste Teil des Jobs. Jedes Jahr denke ich, es würde mir bei diesem Mal leichter fallen, da ich es ja schon etliche Male gemacht habe. Aber das Problem ist, es gibt dabei keine Lernkurve. Es wird nicht leichter. Jedes Mal wachsen einem die Kids ans Herz. Aber die Freude darüber, mit den Kids arbeiten zu dürfen, ist größer als die Trauer darüber, welche gehen lassen zu müssen.

Sasha als Coach bei "The Voice Kids"

GALA: Wie reagieren die Talente darauf, wenn sie nicht weiterkommen?

Sasha: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Kinder viel besser mit der Enttäuschung umgehen als die Erwachsenen. Die Kids finden es halt doof, dass sie nicht mehr dabei sind und nicht mehr bei der Reisegruppe mitspielen dürfen, aber nicht, dass sie nicht gewonnen haben. Die haben ja ihr ganzes Leben noch vor sich und das Ende von "The Voice Kids" ist für sie ein Anfang. Es sind immer Familienmitglieder und ein Psychologe da, die dafür sorgen, dass die Kinder gut damit umgehen können.

GALA: Du bist mit 48 Jahren der älteste und erfahrenste Sänger in der Coach-Runde. Wie macht sich das bemerkbar?

Sasha: Die anderen Coaches sind natürlich total lieb zu mir, halten mir die Tür auf und schieben mir den Rollstuhl (lacht). Ehrlich gesagt merke ich das nicht. Ich fühle mich auch gar nicht so viel älter. Wir sind Kollegen und auch Gleichgesinnte. Wir wollen das Gleiche, nämlich unterhalten. Nur in den Momenten, wenn man nach drei Stunden aus dem roten Stuhl aufsteht und sehr laut stöhnen muss, merkt man, dass man ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hat (lacht).

GALA: Du arbeitest momentan sehr viel, hast neben "The Voice Kids" auch noch die Unterhaltungsshow "Alles auf Freundschaft" mit Tim Mälzer. Wie schaffst Du das Programm?

Sasha und Tim Mälzer bei "Alles auf Freundschaft - Die Mälzer & Sasha Show"

Sasha: Mittlerweile kann ich gut einschätzen, wo meine Grenzen sind. Deshalb habe ich mich im vergangenen Jahr auch dazu entschieden, die Tour zu verschieben. Die sollte ja eigentlich im November starten und war schon komplett aufgestellt. Durch "The Voice Kids" hätte ich aber bei keiner von beiden Aufgaben wirklich 100 % geben können. Eines Morgens bin ich aufgewacht und es war glasklar. "Wir müssen die Tour verschieben", habe ich zu meiner Frau gesagt. Allein der Gedanke daran war schon eine Erleichterung. Genau das ist nämlich der entscheidende Punkt.

Als Musiker hat man oft Scheuklappen auf und ackert einfach durch. Deshalb muss man sehr sensibilisiert sein. Mittlerweile habe ich diese Antennen und weiß, wann ich mir selbst eine Pause verordnen muss. Nach "The Voice Kids" habe ich erstmal frei und Urlaub, die Tour startet dann im April und darauf kann ich mich richtig freuen.

GALA: Tim hatte schon mal einen Burnout. Redet ihr als Freunde über das Thema?

Sasha: Auf jeden Fall. Wir tauschen uns aus und das ist auch sehr wichtig. Wir sind zwei Typen, die in der Hinsicht ähnlich funktionieren, aber dem anderen immer sagen "Alter, du musst mal ein bisschen zurückschrauben". Also, wir passen schon aufeinander auf.

GALA: Nach der ersten und zweiten Ausgabe von "Alles auf Freundschaft" gab es viel Kritik. Hast du dich damit beschäftigt?

Sasha: Mittlerweile nicht mehr. Ich mag keine vernichtenden, zu persönlichen Kritiken. Es ist immer einfach, von oben herab drauf zu kloppen. Aber es gab auch ehrliche und analytische Kritik. Viele haben uns wohlwollend gegenübergestanden und gesagt "da ist noch Luft nach oben" und nicht "das ist der letzte Dreck". Und diese Kritik ist auch teilweise berechtigt. Schließlich war es die erste Live-Show. Natürlich gibt es Schrauben, an denen man noch mal drehen muss. Tim und ich haben uns hingesetzt, darüber gesprochen und eingesehen, dass einige Punkte ihre berechtigte Kritik bekommen haben. Und die sind wir auch bereit zu ändern.

GALA: Dein Sohn Otto ist jetzt bald eineinhalb Jahre alt. Wenn du viel unterwegs bist, hast du manchmal die Befürchtung, etwas zu verpassen?

Sasha: Natürlich bin ich ein bisschen traurig, wenn ich bei so klassischen Momenten wie den ersten Schritten nicht dabei bin. Aber mein Job ist nun mal leider damit verbunden, dass ich sehr viel unterwegs bin. Da meine Frau aber mein Management macht, reisen wir auch viel zusammen als Familie.

Also es ist nicht so, dass ich jetzt Wochen lang nicht zu Hause bin, sondern höchstens ein paar Nächte. Sonst vermisse ich mein Kind. Ich richte momentan alles so ein, dass ich oft noch nachts nach einem Auftritt nach Hause fahre, damit ich morgens mit meinem Sohn aufwachen kann.

Verwendete Quellen: eigenes Interview

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