"The Bachelor": Forsthaus Frauenau

In Südafrika darf wieder gebalzt werden: "Bachelor" Jan, 36 und erklärter Naturbursche, traf am Mittwochabend auf eine Herde junger Damen in knappen bunten Klamotten. Es geht auch um die Wurst

"Bachelor" Jan Kralitschka

War das schön: Der hübsche Jan stand vor einer schicken Villa, eine Limousine spuckte zwanzig Mal eine schöne junge Frau in buntem Kleidchen aus und der Wind verhinderte die schlimmsten Föhnfrisuren (da hatten wir nach der Paul-Staffel ja so unsere Befürchtungen). Seit Mittwoch Abend (2. Januar) verteilt endlich wieder ein "Bachelor" seine Rosen und Sympathien, während sich zwanzig Frauen zum Affen machen, um so ein Blümchen überreicht zu bekommen. Ein Format mit Tradition und Erfolgsgeschichte. Und der Sender RTL kann sich über einen erfolgreichen Einstieg freuen: 2,38 Millionen werberelevante Zuschauer in der jungen Zielgruppe sorgten für den bislang stärksten Start einer "Bachelor"-Staffel überhaupt.

Nicht hingeguckt, aber trotzdem im Büro mitreden wollen? Das Wichtigste ist schnell erzählt:

Der 36-jährige Jan Kralitschka hackt gerne mal mit freiem Oberkörper Holz und wohnt in einem großen Forsthaus, obwohl er Anwalt war und Model ist. Er ist zwar kein Junggeselle im ganz strengen Sinne - er hat zwei Kinder von fast 15 und drei Jahren, spricht gern von ihnen und verscheucht damit innerhalb von Sekunden den fröhlich-zugewandten Gesichtsausdruck der Erzieherin Nina, die ohne Schlüpfer unterwegs war. Die mag zwar Kinder (ein Glück), will ihre eigenen Kinder aber lieber mit jemandem bekommen, der die Vaterrolle dann zum ersten Mal erlebt. Die Rose, die sie eine Runde weiterbringt, nimmt sie dann aber trotzdem an.

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Buhlen um den Bachelor

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Rosen gibt es auch für das Erotikmodel mit dem sächsischen Dialekt, das dem Bachelor beim Kennenlernen selbst gemachte Würste überreichte. Die Klavierlehrerin Polina will sich nicht allein auf ihr grellorangefarbenes Kleid als Wiedererkennungszeichen verlassen und schreibt dem Kavalier ihren Namen mit Edding in die Handfläche. Das hilft: Er guckt bei der Rosenvergabe drauf und schon hat sie das Grünzeug in der Hand. Ex-Playmate Petra hat zwar eine Menge Fussel am Kleid, kann den Bachelor damit aber auch an sich binden - eine Runde weiter.

Krankenschwester Conny punktet mit ihrem Braut-Kleid und dem Status als alleinerziehende Mutter (sie lacht sich sichtlich ins Fäustchen, als Nina - siehe oben - so pikiert guckt). Die blonde Bankerin Katie isst im Einspieler mit ihren Brüdern Kuchen und erzählt von einem vergangenen Hirntumor. Madeleine outet sich schon im Einspieler als hibbelig und arrogant, bringt innerhalb von zehn Sendeminuten alle anderen Frauen gegen sich auf und erfüllt damit die ihr offenbar zugedachte Zickenrolle mustergültig - Rose dafür.

Doch Madeleine soll nicht die einzig besorgniserregende Gestalt sein - deswegen wurde Nancy gecastet. Sie schiebt ihre holzhackerbreiten Schultern bedenklich nach vorne, wenn sie von sich in der dritten Person in die Kamera raunt: "Nancy ist ein ganz ehrliches Paket, Nancy spricht nicht so drum herum." Ob der "Bätschi", wie Jan im RTL-Forum liebevoll genannt wird, diesen Spleen schon bemerkt hat?

Bis hierhin den Überblick zu behalten, war sicher nicht so schwer. Wichtig sind allerdings erst die nächsten zwei Kandidatinnen. Leicht zugänglich, lieb, lustig, hübsch und mit an- und abstellbarem Schweizer Akzent versehen ist Mona. Im Garten der Villa tauschen sie und Jan viele Sätze und tiefe Blicke aus. Als es an die Blumennummer geht, ist eigentlich alles klar, eigentlich. Doch Monas Augen werden immer trauriger, als eine Rose nach der anderen an ihre Konkurrentinnen geht. Konnte sie ihn so missverstehen? Quatsch - aber es macht sich natürlich viel besser, wenn jemand so offensichtlich missachtet wird und der geneigten Zuschauerin ein bisschen Identifikationspotential bietet. Also heißt es warten für Mona, bis nach der Werbepause. Schnell noch ein, zwei hoffnungsvolle Sätze in die Kamera aufsagen. Und dann als letzte aufgerufen werden. Aufseufzen. Erleichterung. Die Welt ist wieder gut. Posaunen und Trompeten (nur im Kopf, das hat der TV-Schnitt uns erspart). Das Happy End ist hier schon vorweggenommen.

Doch da ist auch noch die Frau, die als erste ihre Rose bekam - Mignon. Schwieriger Name, auch für den Bachelor. Er wiederholt das ein paar Mal, ah, Frankreich, ich hätte auf asiatisch getippt. Mignon will ihm mit dem kulinarischen "Filet Mignon" auf die Sprünge helfen, doch weiß er leider nicht, was das ist - eine Chansonsängerin? Wenigstens merkt er hinterher, dass er sich blamiert hat und ist verwirrt. Die Frau habe ihn aus dem Konzept gebracht und noch ein paar andere Dinge stammelt der Bachelor vor sich hin. Später bringt er ihr die allererste Rose, noch vor der Entscheidungsrunde. Mignon grinst sich einen.

Genau da ist "The Bachelor" dann unverhofft erfrischend ehrlich: Würste und Filet Mignon - besser könnte man die so luxuriös in Szene gesetzte Fleischbeschau doch gar nicht eingrenzen.

Sich ein eigenes Bild machen? >> Hier gibt es die Auftaktfolge von "The Bachelor" . Irgendwie sehenswert insbesondere der Vorspann, in dem die Prinzesschen sich vor lauter "kotzen und reinschlagen" und "ich mach die so fertig, die Schnalle" kaum noch zum falschen Lächeln durchringen können.

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