"Team Wallraff" deckt Missstände auf: Anwälte wollten Sendung über Psychiatrien verhindern

Die vergangene Folge "Team Wallraff - Reporter undercover" sorgte für viel Aufsehen. Einige der genannten psychiatrischen Einrichtungen wollten die Ausstrahlung der Sendung mit Anwälten sogar verhindern

Günter Wallraff

Wirbel um die vergangene Folge "Team Wallraff - Reporter undercover" am Montag (18. März): Es geht um Missstände in deutschen Psychiatrien und Jugendhilfen. Enthüllungsjournalist Günter Wallraff, 76, recherchierte mit seinem Team ein Jahr lang, schleuste falsche Praktikanten und Mitarbeiter ein und dokumentierte so, welche besorgniserregenden Zustände in einigen Kliniken in Deutschland herrschen. 

"Team Wallraff" deckt "furchterregende" Zustände auf

"Praktikantin Petra" macht in einem Psychotherapie-Klinikum unter anderem die Erfahrung von dreckigen Räumen, verwahrlosten Patienten, überbelegten Zimmer und genervtem Personal, welches Patienten ignoriert und in einem schroffen Ton abweist.

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Außerdem werden Patienten nach Meinung der Reporterin teilweise unnötig bzw. zu lange ohne 1:1 Betreuung auf Betten fixiert. Die Gespräche mit dem Chefarzt finden innerhalb weniger Sekunden auf dem Flur vor allen anderen Patienten statt. In einer Analyse bezeichnet der Psychiater Jann E. Schlimme diese Situation als "furchterregend", "traumatisierend" und als "Katastrophe".

"Falsche" Patienten und Bestrafungen für Jugendliche

Eine weitere Schilderung: "Praktikant Daniel" stellt in einer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie fest, dass besonders ältere Menschen aufgenommen werden, obwohl die teilweise gar nicht an einer Psychose leiden und nicht in eine Klinik für Psychiatrie gehören. Jann E. Schlimme glaubt, dass dies häufiger der Fall ist.

In weiteren Einrichtungen werden Jugendliche, die aus der Klinik weglaufen, mit Essens-Entzug bestraft, zum Schlafen auf den Flur gelegt oder in einen Deeskalationsraum gesperrt.

Besonders drastisch wirkt diese Szene: Als eine Patientin weinend zusammenbricht, wird sie grob von einer Angestellten am Pullover gezerrt und zum Hoch- und Runterlaufen einer Treppe gezwungen.

Viele Anwaltsschreiben für die Produktion

Die Ausstrahlung der Folge sorgte bei vielen Zuschauern für großes Entsetzen. Doch beinahe wäre die gar nicht ausgestrahlt worden. Die genannten Kliniken haben auf Bitte um Stellungnahme nicht nur den Vorwürfen widersprochen, sondern auch ihre Anwälte eingeschaltet, wie das "Team Wallraff" noch vor Ausstrahlung auf Facebook mitteilt: "So viele Anwaltsschreiben haben wir noch nie bekommen! Viele wollen verhindern, dass wir unsere neue Team Wallraff-Folge heute Abend veröffentlichen."

Die Folge wurde trotzdem ausgestrahlt und hat grobe Missstände in einigen deutschen psychiatrischen Einrichtungen aufgezeigt, die dringend behoben werden müssen.

Verwendete Quellen: RTL "Team Wallraff - Reporter undercover", Facebook

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