"Tatort"-Kommissarin Franziska Weisz: "Als Frau muss man sich erklären"

Die TV-Kommissarin über ihre wahre Leidenschaft – und was ihr neuer "Tatort" damit zu tun hat

Als wäre dieser "Tatort" eigens für Franziska Weisz, 37, geschrieben worden. "Böser Boden" spielt in der Szene militanter Öko-Aktivisten.
Erdgasabbau, Fracking – das sind Themen, zu denen Weisz viel zu sagen hat. Denn bevor die gebürtige Österreicherin ihre Schauspielkarriere begann, studierte sie Internationale Beziehungen in Leicester und machte am Londoner King's College ihren Master in Entwicklungs- und Umweltpolitik.

Sie haben einst aus Überzeugung Politik studiert. Jetzt arbeiten Sie als Schauspielerin. Fehlt Ihnen das Inhaltliche?

Michael Wendler

Dieser Mann hat ihm das Herz gebrochen

Michael Wendler schießt gegen seinen Vater
Michael Wendler musste im "Sommerhaus der Stars" mit ganz schön viel Gegenwind kämpfen. Wie ihn die Vorwürfe der anderen Kandidaten auch nach seinem Ausscheiden belasten, sehen Sie im Video.
©Gala

In gewisser Weise, ja. Wenn ich höre, dass meine Studienkollegen für die UNO in Sri Lanka arbeiten oder in einer Frauenrechtsorganisation in Afghanistan, frage ich mich schon, was ich den ganzen Tag so mache. Ich sitze morgens in der Maske, lerne meinen Text ... Ich kann nicht leugnen, dass mir mein Job dann manchmal ein bisschen redundant vorkommt. Genau deshalb ist es mir auch so wichtig, Filme wie den Tatort "Böser Boden" zu drehen, die auf gewisse Missstände in der Gesellschaft aufmerksam machen.

Trotzdem sind Sie Schauspielerin geworden.

Die Schauspielerei war schon als kleines Mädchen mein Traumberuf. Allerdings habe ich keine Künstler in der Familie, und meine Mutter hat immer gesagt, dass alle Schauspieler entdeckt wurden. Also habe ich mich zunächst auf realistische Berufe konzentriert.

Franziska Weisz und Wotan Wilke Möhring (l.) ermitteln in "Tatort – Böser Boden" (Das Erste, 26.11., 20.15 Uhr)

Was tun Sie heute aktiv für den Umweltschutz?

Ich achte vor allem auf mein Konsumverhalten, sprich: Ich trinke kein Wasser aus Plastikflaschen. Außerdem schenke ich den Teams am Filmset Mehrwegbecher aus Bambus oder Keramik, denn selbst Pappbecher sind innen dünn mit Plastik beschichtet, damit sie nicht durchweichen. Ich esse kein Fleisch und trinke keine Milchprodukte aus Massentierhaltung, stattdessen Sojamilch und Ähnliches.

Wie bewerten Sie die aktuelle Weltpolitik?

Beim "Women’s March" in Washington habe ich ein Plakat mit der Aufschrift "Make racism ashamed again" gesehen. Das fand ich toll, denn es entspricht genau dem, was gerade in unserer Gesellschaft passiert: Stück für Stück wird Ausgrenzung jeder Art naturalisiert, ist ungeniert wieder in unserem täglichen Sprachgebrauch zu finden. Davon müssen wir wieder wegfinden. Das sehen wir auch an der AfD in Deutschland oder der FPÖ in Österreich. Mich beängstigen derartige Entwicklungen. Dennoch habe ich die Hoffnung, dass populistische, auf Polarisierung abzielende Parteien an sich selbst scheitern.

Diskutieren Sie mit Ihrem Mann über solche Themen?

Unsere Hauptthemen sind Politik und Filme. Da wird schon diskutiert – auch, wenn man mit mir nicht gut diskutieren kann. Ich werde immer so ungeduldig, wenn ich von meiner Meinung überzeugt bin und das Gefühl habe, den anderen nicht sofort zu erreichen.

Sie sind jetzt 37, seit zwei Jahren verheiratet. Wie steht es mit der Familienplanung?

Das ist auch so ein Gesellschaftsthema: Ich bin in einem Alter, in dem ich ständig gefragt werde, wann es bei mir so weit ist. Ich habe das Gefühl, dass man sich als Frau mehr erklären muss, wenn man keine Kinder haben will. Das ist so, als wenn man keinen Alkohol trinkt. Da wird auch ständig gefragt, warum das so ist. Ich verstehe Frauen, denen dieser Druck zu groß ist.

Trinken Sie keinen Alkohol?

Doch, ich trinke Alkohol, und ich will auch Kinder haben, ich würde es nur nicht unbedingt kombinieren. (lacht)

Tatort

Alle aktuellen Ermittlerteams im Überblick

Tatort Dresden
Heike Makatsch im "Tatort: Fünf Minuten Himmel"
Almila Bagriacik und Axel Milberg sind als Kieler Ermittlerduo Mila Sahin und Klaus Borowski bei den Tatort-Fans sehr beliebt.  "Borowski und das Glück der Anderen" erreichte bei der Erstausstrahlung im März 2019 fast 8 Mio. Zuschauer.
Sie lösen "Hauptkommissar Steier" in Frankfurt ab: Margarita Broich alias "Hauptkommissarin Anna Janneke" und Wolfram Koch alias "Hauptkommissar Paul Brix" ermitteln am 17. Mai 2015 zum ersten Mal in der ARD. Es gibt viel zu tun für die neuen Frankfurter Kommissare.

21


Themen

Erfahren Sie mehr:

Star-News der Woche