"Tatort": So wird der Wiesn-Krimi

Die Münchner Kommissare "Leitmayr" und "Batic" ermitteln wegen mehrerer Todesfälle im fiktiven Amperbräu-Zelt. Lohnt sich das Einschalten?

Zur Wiesn-Zeit herrscht Ausnahmezustand in München - im realen Leben und im Film. Doch neben den üblichen alkoholbedingten Ausfällen gibt es im Sonntagskrimi "Tatort: Die letzte Wiesn" (20. September, 20.15 Uhr, das Erste) mehrere Tote. Ein Fall für die Kommissare "Franz Leitmayr" (Udo Wachtveitl) und "Ivo Batic" (Miro Nemec) sowie Assistent "Kalli Hammermann" (Ferdinand Hofer).

Das ist die Story

Es ist Ende September. Kommissar "Leitmayr" verlässt die Stadt. Wie jedes Jahr. Denn es ist Wiesn und die erträgt er nicht. Doch kaum in Italien angekommen, ruft "Batic" ihn zurück. Auf der Geldbörse eines Wiesnbesuchers, der am Morgen tot aufgefunden wurde, waren ausgerechnet seine Fingerabdrücke. "Leitmayr" hatte dem vermeintlich total betrunkenen Italiener auf dem Weg zum Bahnhof noch das Portemonnaie in die Tasche zurückgeschoben.

Laut Obduktionsbericht hatte der allerdings nur 0,7 Promille. Offenbar war also nicht das Wiesnbier für den desolaten Zustand des Italieners verantwortlich. Das Toxscreening zeigt: In seinem Blut war GHB, Liquid Ecstasy. Und er bleibt nicht der einzige Fall: Im - frei erfundenen - Amperbräu-Zelte häufen sich die GHB-Fälle rapide. Für "Batic" und "Leitmayr" drängt die Zeit. Denn in Verbindung mit Alkohol kann GHB tödlich sein ...

Lohnt sich das Einschalten?

Ja. Denn wer schon nicht live dabei sein kann beim größten Massenbesäufnis der Welt, bekommt mit diesem Krimi einen recht authentischen Eindruck davon frei Haus geliefert. Zum Teil wurde an echten Schauplätzen gedreht. Einen Eindruck bekommt man vor allem auch von den Schattenseiten des gigantischen Bier-Festes, angefangen von den feierwütigen jungen Schwedinnen, denen Kommissar "Leitmayr" seine Wohnung überlässt, bis hin zu den harten Umständen, unter denen die Wiesn-Bedienungen schuften. Der Krimi ist also auch etwas für Menschen, denen dieser Satz aus dem Film aus der Seele spricht: "Immer des Gschiß mit der Wiesn!" - frei nach der Beschwerde des berühmt-berüchtigten Kultserien-Stars "Monaco Franze" über eine gewisse "Elli".

Wunschliste

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Ebenfalls fürs Einschalten spricht die Tatsache, dass es erst der zweite Wiesn-"Tatort" im Laufe der inzwischen seit 1991 andauernden Sonntagskrimi-Historie der beiden Münchner Ermittler "Leitmayr/Batic" alias Wachtveitl/Nemec ist. Der "Tatort: A gmahde Wiesn" wurde am 23. September 2007 ausgestrahlt. Zarte Töne zwischen den simpel gestrickten Bierzelt-Hymnen gibt es in beiden Krimis. Während sich 2007 einer der beiden Kommissare tragisch-romantisch in eine verdächtige Wiesnwirt-Tochter verliebte, setzt am Sonntag eine Leiche mit weißer Taube ein poetisches Ausrufezeichen.

Tatort

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Beide Sequenzen sind für allzu kritische Krimi-Fans vielleicht ein bisschen zu weichgespült und arrangiert, doch - man glaubt es kaum - sowohl Romantik als auch Poesie gehören tatsächlich auch zur echten Wiesn. Das wissen zumindest all jene, die schon einmal einen Hochzeitsantrag mitten im Bierzelt erlebt haben oder auf der "Oidn Wiesn" in Erinnerungen an längst vergangene Tage geschwelgt haben.

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