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"Tatort" Kritik an neuer Folge: "Totes Kind am Muttertag?!"

"Tatort": Marlon auf dem Schulfest
"Tatort": Marlon auf dem Schulfest.
© SWR/Christian Koch
Der "Tatort" hat viele Menschen sehr bewegt und aufgewühlt. Doch einige Zuschauer:innen störten sich an der Ausstrahlung zum Muttertag.

Der "Tatort" am Sonntag, 8. Mai 2022, mit dem Titel "Marlon" ist ein besonderer gewesen – auch wegen des Feiertags, der an diesem Tag von vielen zelebriert wurde: Ausgerechnet am Muttertag ist das Opfer im Fall von Lena Odenthal (Ulrike Folkerts, 60) und Johanna Stern (Lisa Bitter, 38) aus Ludwigshafen ein Kind. Einige Zuschauer:innen fühlten sich von der Folge getriggert und machten ihren Unmut auf Instagram deutlich.

"Tatort": Der 75. Fall von Lena Odenthal wühlt alle Beteiligten auf

Schauspielerin Bitter hat sich schon beim Lesen des Drehbuchs auf die Geschichte gefreut, da sie es "für ein sehr wichtiges und sensibles Thema" halte, wie sie im ARD-Interview verrät. In der Geschichte ginge es um Kinder, die "scheinbar 'schwerer zu erziehen' sind als andere, sich unkonventioneller verhalten, anstrengend werden können", beschreibt es die Darstellerin. Kollegin Folkerts geht im Gespräch vor allem auf den Nachhall des Films zum Thema Aggression ein, der schon vor Ausstrahlung deutlich war: "Wie gehen wir damit um? Wie gehen Kinder damit um, wie Erwachsene? Was löst Aggression aus, welche Hilflosigkeit steckt dahinter, welche Aussichtslosigkeit?" Dies seien spannende Themen, über die sie selbst weiter nachdenken müsse.

Der Drehbuchautorin Karlotte Ehrenberg, 43, sei es beim Schreiben der Geschichte genau darum gegangen, erzählt sie im Interview mit der ARD. Es gebe nur sehr wenige Menschen, die gelernt haben, mit Wut umzugehen, mit der eigenen genauso wie mit der von anderen. "Wut darf nicht sein; sie wird verdrängt, tabuisiert, verurteilt und auf verschiedene Weise sanktioniert." Erst nach dem Tod von Marlon würden sich Menschen mit seiner Geschichte auseinandersetzen – genau das sei das Tragische daran.

Zuschauer:innen sind erzürnt über den Ausstrahlungstermin

Viele Fans auf Instagram loben den "Tatort" ob seines schwierigen Themas und der Inszenierung des Falls – doch manche Zuschauer:innen zeigen sich auch sehr wütend über die Wahl des Ausstrahlungstermins am Muttertag. "Nächstes Mal nehmt doch bitte eine andere Sendezeit für ein totes Kind und nicht den Muttertag", schreibt ein:e User:in, "das ist wirklich das letzte Thema, was man an so einem Tag sehen möchte." Auch ein anderer Fan zeigt sich entsetzt: "So ein Tatort mit Kindern? Am Muttertag auch noch, muss das sein?" Andere Fans weisen darauf hin, dass der Tod eines Kindes an jedem anderen Tag genauso furchtbar sei und sich jede:r vorher hätte informieren können, welche Geschichte in der neuen Folge thematisiert würde. "Warum sollte dies am 'Muttertag' nicht passen?", fragt ein anderer Fan, "so ein Thema trifft jeden, 365 Tage im Jahr, zumindest ist es bei mir so."

Verwendete Quellen: daserste.de, instagram.com

csc Gala


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