"Tatort": Die wahre Geschichte hinter dem Krimi

Der "Tatort" führte Ermittler und Zuschauer an die österreichisch-tschechische Grenze. Die wahre Geschichte erklärt Harald Krassnitzer

Der Fall ist gelöst, doch ein paar Fragen zum Austro-"Tatort: Grenzland" sind noch offen. "Kommissar Eisner" alias Schauspieler Harald Krassnitzer, 54, höchstpersönlich wird sie beantworten.

Die wahre Geschichte

Was ist die wahre Geschichte hinter dem "Tatort: Grenzfall"?

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Daniela Büchner
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©VOX / Gala

Harald Krassnitzer: Da kommt der Mann darauf, dass sein Vater ein vermeintlicher Fluchthelfer war, in Wahrheit aber mit den tschechischen Behörden zusammengearbeitet hat. Er hat Fluchtwilligen den Helfer vorgegaukelt und sie dann an den Geheimdienst verraten.

Warum sind diese österreichisch-tschechischen Grenzkonflikte nicht so bekannt?

Krassnitzer: Weil sie nicht in dieser Vielzahl stattgefunden haben, wie an anderen Orten. Es betrifft eine etwas kleine Gruppe von Personen.

Das Eifersuchtsdrama

Warum reagiert "Moritz Eisner" so unheimlich eifersüchtig, als er "Bibi Fellner" (Adele Neuhauser) und den Journalisten zusammen sieht?

Krassnitzer: Einerseits hat er mit dem Mann an sich ein Problem, weil die beiden eine gemeinsame Vergangenheit verbindet, die nicht immer zu seinen Gunsten ausgegangen ist: Der Journalist hat ihn offenbar das eine oder andere Mal in die Pfanne gehauen. Das ist ein Mann, dem er nicht vertraut. Umso erschütternder ist es für ihn, dass seine engste Mitarbeiterin sowie Vertraute hier plötzlich so eine Leutseligkeit an den Tag legt - und mitten in Mordermittlungen in Unterhosen von ihm angetroffen wird. Das ist natürlich ein Schock.

Ist es dann eher ein Loyalitäts-, denn eine Eifersuchtsproblem?

Krassnitzer: Es ist eine Mischung. Er hätte ihr auch nur einen Anpfiff verpassen können. Aber unsere beiden Polizisten sind halt nicht nur cool, pragmatisch und gutaussehend. "Bibi" und "Moritz" sind einfach ernsthaft menschlich.

Die Kinderbücher

"Emil, Moritz, Bibi - alles Namen aus Kinderbüchern", sagt die Archäologin. Wer war der Held Ihrer Kindheit?

Krassnitzer: In meiner Kindheit gab es noch gar nicht so viele vorbildliche Kinderbücher, außer vielleicht "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" (Michael Ende), "Winnetou" (Karl May), "Lassie" (Eric Knight) oder "Emil und die Detektive" (Erich Kästner). Andere waren dagegen nicht unbedingt pädagogische oder literarische Highlights. Als ich dann später meinem Sohn vorgelesen habe, hatten wir ebenfalls großen Spaß an vielen Geschichten von Michael Ende und an Walter Moers: "Käpt'n Blaubär" ist sicherlich einer meiner ganz großen Helden.

Apropos Sohn, "Moritz Eisner" sagt zu seiner Tochter: "Ich bin peinlich und ich steh dazu." - Könnten Sie das auch zu Ihrem Sohn sagen?

Krassnitzer: In der Situation war ich zum Glück noch nicht. Aber wenn Eltern das sagen müssen, hat es vielleicht auch damit zu tun, dass sie in dieser Phase zu sehr versuchen, sich als Kumpel des Kindes einzuschalten. Das funktioniert aber nicht. Im besten Fall, wenn du vorher alles gut gemacht hast, bist du ein guter Berater. Sich dagegen als hip zu präsentieren, wirkt tatsächlich meist peinlich. Am besten lässt man die Jugendlichen in ihrer Welt. Das habe ich gelernt und insofern müsste ich diesen Satz zu meinem Sohn wohl nicht sagen.

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