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"Sturm der Liebe"-Star Mona Seefried im Interview "Das Schweigen hat mir zugesetzt"

Mona Seefried kehrt "Sturm der Liebe" den Rücken, widmet sich neuen Projekten
Mona Seefried kehrt "Sturm der Liebe" den Rücken, widmet sich neuen Projekten
© Action Press
Nach fast 13 Jahren "Sturm der Liebe" steigt Mona Seefried als "Charlotte Saalfeld" aus der beliebten ARD-Telenovela aus. Über die Gründe für ihre Entscheidung und ihre Zukunftspläne spricht Seefried mit Gala

Die Telenovela "Sturm der Liebe" (montags bis freitags, 15.10 Uhr, Das Erste) verliert einen ihr bekanntesten und beliebtesten Schauspieler: Mona Seefried, 60, die seit der ersten Folge im September 2005 die Rolle von Hoteleignerin "Charlotte Saalfeld" spielt, steigt aus. Ein Schock für viele Fans. 

Warum verlassen Sie "Sturm der Liebe"?
Ich habe fast 13 Jahre für "Sturm der Liebe" gedreht - so lange wie noch für keine andere Produktion in meinem Leben. Schauspielerin bin ich aber schon seit 43 Jahren, das heißt ich habe schon einiges vor "Sturm der Liebe" gemacht: Filme gedreht, Theater gespielt. Das fiel durch die Serie alles weg und das hat mir gefehlt. Es ist jetzt einfach Zeit für etwas Neues. Und was die Figur Charlotte Saalfeld angeht: Sie durfte alles erleben und hat menschlich wie optisch einige Veränderungen durchgemacht. Jetzt ist ihre Geschichte zu Ende erzählt – und das ist gut so! Ein Format wie "Sturm der Liebe" braucht neue Charaktere und neue Geschichten.

Wann kam der Punkt, an dem Sie dachten: "Ich mag nicht mehr?"
Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht und ein halbes Jahr schlaflose Nächte gehabt. Im April 2017 bin ich schließlich zur Produktion gegangen und habe verkündet, dass ich aufhören möchte.

Warum gehen Sie erst jetzt, fast ein Jahr später, an die Öffentlichkeit?
Ich durfte seitens der Produktion erst gestern, am 12. März, mit der Mitteilung über meinen Ausstieg an die Öffentlichkeit gehen. Dass ist dem Format geschuldet: Wir haben lange Dreh-Vorlaufzeiten und es würde die Geschichte stören, wenn man weiß, wer wann "Sturm der Liebe" verlässt. Es gibt Fans, die nehmen mir das übel und beschimpfen mich auf Facebook. Denen möchte ich sagen: Ich kann nichts dafür. Ich durfte vorher nichts sagen. 

Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie offiziell sagen durften: "Ich steige aus"?
Ich habe mich erleichtert und befreit gefühlt. Ich bin ein Mensch, der Lügen hasst. Das monatelange Schweigen über meinen Ausstieg hat mir sehr zugesetzt. Vor allem dann, wenn Fans mich auf das Gerücht angesprochen haben. Es ist nicht schön, wenn man mit der Wahrheit nicht rausrücken darf.

Sie sagen in einem Instagram-Video an die Fans, dass Ihr Facebook-Account gehakt worden ist und Sie handeln mussten. Was ist da passiert?
Auf meinem privaten Facebook-Account stand Ende Februar plötzlich die Statusmeldung: Hat am 28. Februar die Bavaria Studios verlassen. Ich verstehe das bis heute nicht, denn ich habe das nicht geschrieben. Die Produktion und ich haben dadurch gemerkt, dass wir meinen Abschied öffentlich machen sollten, bevor Gerüchte aufkommen. So haben wir uns auf den 12. März für die Pressemitteilung verständigt. Was hat Ihre Familie zu Ihrer Entscheidung gesagt?
Ich habe viel mit meinem Mann und meiner Tochter gesprochen. Sie stehen zu tausend Prozent hinter mir. 

Wie haben Sie Ihren letzten Drehtag erlebt?
Gefühlt war mein letzter Drehtag Anfang November, denn danach sollte eigentlich Schluss sein. Dann bat mich aber die Produktion, für eine Abschlussgeschichte noch einmal fünf Tage vor die Kamera zu kommen. Also war der tatsächliche letzte Drehtag der vergangene Freitag (9. März). Ich habe zuvor in Wien gedreht. Also habe ich für alle "Sturm der Liebe"-Kollegen Original Sacher-Torte mitgebracht. Nach der letzten Klappe wurde ich sehr schön von der Produktion verabschiedet: Ich habe ein Bild geschenkt bekommen, auf dem alle unterschrieben haben, und einen Blumenstrauß. Bei meiner Abschiedsrede kamen mir dann, ich gebe es zu, die Tränen. Wir sind im absolut Guten auseinandergegangen und das Team wird mir unglaublich fehlen. Kameramänner, Maske, Kostüm, Regisseure... Wobei: Man läuft sich in der Schauspielbranche immer wieder über den Weg. Ein Abschied für immer wird es also nicht sein. Das ist das Schöne an dem Beruf.

Wie haben Ihre Kollegen zu Ihrem Abschied gesagt? 
Mit einigen standen Sie Jahre vor der Kamera. Die meisten sind traurig darüber, dass ich gehe. Ich sage aber auch ganz ehrlich: Es gibt ein, zwei Kollegen, die sich freuen, dass ich weg bin. Wer, sage ich jetzt aber nicht (lacht). Man kann nicht verlangen, dass einen alle lieben. Das gibt es in keinem Beruf der Welt. Man muss sich auch mal reiben, das gehört zum Leben dazu. 

Was hat Ihr Serien-Ehemann Dirk Galuba auf Ihre Entscheidung reagiert? Werner ohne Charlotte, das kann man sich ja kaum vorstellen.
Er hat sich dazu nicht geäußert. Herr Galuba hält privat einen großen Abstand zu mir. Wir sind Kollegen, mehr auch nicht. Viele Fans fragen mich auch: Geht der Werner jetzt auch? Die haben nicht realisiert, dass es um mich, Mona, geht. Was andere Kollegen tun oder nicht tun, damit habe ich nichts zu tun.

Wie verabschiedet sich Charlotte vom Fürstenhof?
Ich würde es Ihnen gerne verraten, aber da bekomme ich Ärger mit der ARD (lacht). Nur so viel: Charlottes Abschied kommt so, wie ihn viele erwarten. Einige Fans werden vielleicht auch enttäuscht sein. Aber ich kann sagen: Es wird noch einiges passieren.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Man wird um mich nicht herumkommen (lacht). Ich habe einen 90-minütigen Film für "Hubert und Staller" gedreht, der kurz vor Weihnachten 2018 ausgestrahlt wird, und einen ZDF-Krimi mit dem Titel "Tod in der eiskalten Nacht". Im nächsten Jahr habe ich außerdem zwei Theater-Tourneen vor mir. 2020 gehe ich mit meiner Tochter Laura Schneiderhan mit dem zwei Personen-Stück "Strategie der Schmetterlinge" auf Tour, darauf freue ich mich sehr. Es gibt viele weitere Anfragen an mich, aber ich bin abergläubisch: So lange ich nichts unterschrieben habe, spreche ich nicht darüber.  

jre Gala


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