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"Sturm der Liebe" Das sind die Geheimnisse rund um den großen Polospiel-Dreh

Für "Sturm der Liebe" stiegen Schauspieler Florian Frowein (r.) und Polo-Profi Paul Grabosch aufs Pferd.
Für "Sturm der Liebe" stiegen Schauspieler Florian Frowein (r.) und Polo-Profi Paul Grabosch aufs Pferd.
© ARD/ Christof Arnold
GALA schaut hinter die Kulissen von "Sturm der Liebe" und entlockt Producerin Julia Bachmann interessante Details über den Dreh des Polo-Trainings mit Florian Frowein alias Tim Degen.

Im Mittelpunkt von "Sturm der Liebe" stehen in der aktuellen Staffel 16 das Traumpaar Tim Degen (Florian Frowein) und Franziska Krummbiegl (Léa Wegmann). Tim ist leidenschaftlicher Polo-Spieler - und genau dieses Merkmal führte die "SdL"-Produktion zum Dreh einer der aufwendigsten Szenen in der Geschichte der Telenovela.

"Sturm der Liebe": Hinter den Kulissen des Polo-Turniers 

Frau Bachmann, wie kamen die Drehbuchautoren darauf, dem neuen Traummann ein Hobby wie Polo spielen auf den Leib zu schreiben?
Julia Bachmann: Für uns war von Anfang an klar, dass wir wieder eine Staffel mit Pferden erzählen wollen. Darum haben wir uns zusammengesetzt und sind alle Reitsportarten durchgegangen. Schlussendlich sind wir bei Polo gelandet. Daraufhin habe ich mich an den Computer gesetzt und recherchiert, ob diese Idee überhaupt umsetzbar ist. Ich hatte davor noch nie etwas mit dem Polosport zu tun, aber habe zum Glück sofort den Polo Club Bayern in Holzkirchen gefunden. Nach einem sehr netten Gespräch mit Clubpräsidenten Theo Kersche, der uns seine Unterstützung zugesagt hat, haben wir beschlossen: Ja, das können wir schaffen!

Und noch etwas spielt eine Rolle: Es war mir wichtig, die Figur Tim beim Polospielen von einer anderen Seite zu zeigen. Beim Spiel sieht man Tim gelöst, lachend und strahlend. Die Sportart eignet sich gut, um die männliche Hauptfigur heroisch darzustellen, wenn die Spieler im vollen Galopp über das Feld rasen. Der Zuschauer hat die Möglichkeit, die Figur von einer anderen Seite kennenzulernen. Polo ist ein Mannschaftssport und zeigt, Tim ist nicht nur ein Einzelkämpfer. Wie sagt man: Hinter jeder harten Schale steckt ein weicher Kern und den gilt es für die Zuschauer bei Tim noch zu entdecken.

Wie entstand die Idee, eine solch aufwendige Szenen wie das Polo-Turnier zu drehen?
Wir geben uns die größte Mühe, dem Zuschauer etwas Besonderes zu bieten. Regisseur Felix Bärwald und ich haben schon die Karpaten zusammen gedreht und bei uns gilt grundsätzlich das Motto: 'Wenn schon, dann gscheit!‘' Und Polo ist einfach ein wahnsinnig toller Sport. Man wächst ja an seinen Herausforderungen. Der Drehtag hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und ich freue mich darauf, wenn wir das hoffentlich noch einmal machen dürfen.

Wie lange haben Sie für die Vorbereitung für den Dreh benötigt?
Ich habe bereits im Mai 2019 angefangen, mich mit der Sportart Polo auseinanderzusetzen. Anfang Juni war ich dann zum ersten Mal in meinem Leben auf einem Poloturnier. Das war die ideale Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. Von da an war ich öfters mit unserem Außenrequisiteur bei sogenannten "Club Chukker" Trainingsspielen, einfach um den Sport besser kennenzulernen, nur dann kann man diesen filmisch umsetzen. Wenn man Polo nicht versteht, sieht man nicht das System dahinter.

Unser Schauspieler Florian Frowein, der in seiner Rolle als Tim Degen Polo spielt, hat sofort angefangen, Reitstunden zu nehmen. Erst da konnten wir sehen, ob es für ihn überhaupt möglich ist, nicht nur zu reiten, sondern auch Polo zu spielen. Als wir uns sicher waren, dass er das gut schafft, haben wir uns um die nötigen Requisiten gekümmert, Helm, Sättel etc.. Der Polo Club Bayern und die Familie Grabosch waren uns bei den Vorbereitungen eine große Hilfe. Der Dreh hat dann im September stattgefunden.

Für seine Rolle als Tim Degen nahm Florian Frowein (rechts) Reitunterricht.
Für seine Rolle als Tim Degen nahm Florian Frowein (rechts) Reitunterricht.
© ARD/ Christof Arnold

Wie viele Pferde und Polo-Spieler waren beim Dreh dabei?
Für den Dreh hatten wir tatsächlich insgesamt 30 Pferde am Start. Weil Polo ein Mannschaftssport ist, waren acht Spieler vor Ort und ein Schiedsrichter. Für die Pferde waren so genannte "Groomers" mit dabei, also die Bereiter, die jeden Tag mit den Pferden arbeiten und sie deshalb auch am besten kennen. Es war nicht einfach, so viele Spieler und Pferde zu bekommen. Aber der Polo Club Bayern sowie Kim Grabosch und seine Söhne waren uns diesbezüglich eine große Hilfe. Theo Kersche, der Präsident des Clubs, hat sich darum gekümmert  und meine zweiten Ansprechpartner Kim Grabosch und sein Sohn Paul Grabosch. Paul hat bei "Sturm der Liebe" auch eine kleine Rolle.

Welchen Herausforderungen haben Sie sich bei dem Dreh gegenüber gesehen?
Die größte Herausforderung war, unseren Schauspieler Florian Frowein in ein Spiel mit Leuten zu integrieren, die den Sport seit Jahren praktizieren. Grundsätzlich hatte er riesen Spaß, was den Reit- bzw. den Polosport anbelangt und sich auch voll dahinter geklemmt. Dennoch war es für ihn als Anfänger natürlich nicht einfach. Es gibt so viele Regeln, die man beachten muss, während man im vollen Galopp den Ball spielt.

Die Größe des Polofelds war ebenfalls eine Herausforderung. Die Laufwege von der Base zum Team oder aufs Set zu den Spielern waren enorm, dadurch war natürlich auch die Kommunikation erschwert. Wir hatten mehrere Funkstrecken und Monitore vor Ort.

Für den Dreh haben wir nur die Hälfte des eigentlichen Spielfeldes benutzt, um die Pferde zu schonen, weil wir sie nicht ständig auswechseln konnten. Deswegen habe ich mir Mastersequenzen ausgedacht, die die Spieler reiten sollten und die niemals länger als 30 Sekunden angedauert haben. Diese Mastersequenzen habe ich mir anhand von anderen Polospielen zusammengestellt und mich dann mit Paul Grabosch getroffen, um die Sequenzen mit ihm zu überarbeiten. Die Sequenzen waren für die Polospieler selber, aber auch für das Kamerateam wichtig, damit beide Seiten wussten, wie geritten und in Folge daraus dann gedreht werden wird. Wir wollten unbedingt auch den Spirit eines solchen Spiels einfangen und den Zuschauer in die Mitte des Geschehens stellen.

Gab es besonderes, technisches Equipment?
Für uns war von Anfang an klar, wir brauchen einen speziellen Wagen mit einem Kamerakran auf dem Dach. Der Wagen war ein Muss, da kein Kameramann mit der Geschwindigkeit eines Pferdes mithalten kann. Dadurch sind unter anderem auch wunderschöne Aufnahmen von Florian im Zweikampf entstanden.Für den Dreh haben wir eine Drohne benutzt, die völlig unabhängig von dem Kamerateam alles mitgedreht hat. Einer der Hauptgründe für die Drohnenbenutzung war, dass diese wesentlich schneller umgebaut ist, als eine Kamera auf dem Stativ und damit für einige Einstellungen gegenüber der Kamera bevorzugt wurde. Die Drohne wurde ganz gezielt für Bilder eingesetzt, für die man normalerweise eine stehende Kamera einsetzen würde, einfach aus Zeitgründen.

Der Dreh musste an nur einem Tag über die Bühne gehen. Ein hoher Druck. Ist alles glatt gelaufen oder ging auch etwas daneben?
Natürlich herrscht ein großer Zeitdruck, wenn an einem Tag alles abgedreht sein soll. Deshalb klärt man bereits vorher ab, welche Szenen und welche Schauspieler wann wo gebraucht werden. Zu dem Zeitdruck kam jedoch hinzu, dass wir die Pferde und Spieler nur für einen gewissen Zeitrahmen gebucht hatten und auf die Pausen der Tiere, aber auch der am Dreh beteiligten Kinder Rücksicht nehmen mussten. Koordination ist bei so einem Dreh extrem wichtig, man muss die Zeit und den Überblick behalten.

jre

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