"Homeland": Künstler legen Serienmacher rein

Eine Künstlergruppe hat die Macher der Serie "Homeland" hinters Licht geführt - und mit einem Trick Kritik an der Serie geübt

Ausgiebig haben die Macher der Erfolgsserie "Homeland" in diesem Sommer in Berlin gedreht - dabei ist allerdings offenbar nicht alles nach Plan gelaufen, wie sich nun gezeigt hat. Denn eine teils in Deutschland beheimatete Künstlergruppe hat ihren Auftrag nicht ganz wie bestellt erfüllt. Statt Graffiti mit Sätzen wie "Mohammed ist groß" am Set aufzubringen, nutzen sie die Chance für Kritik an der Serie, wie die ägyptische Künstlerin Heba Amin, 35, nun selbst auf ihrer Homepage erklärt. Die Bilder seien am Sonntag (11. Oktober) in der neuesten "Homeland"-Folge zu sehen gewesen.

Graffiti-Auftrag

Im Juni 2015 sei ein Freund von den "Homeland"-Machern kontaktiert worden, schreibt Amin. Gesucht wurden arabische Künstler, die Graffiti in der Berliner Filmkulisse eines Flüchtlingscamps an der syrisch-libanesischen Grenze aufbringen. Zunächst sei man skeptisch gewesen - dann habe die Gruppe die Chance des Angebots erkannt.

Auf der linken Seite steht: "Homeland ist ein Witz und bringt uns nicht zum Lachen."

"Homeland ist ein Witz"

Tatsächlich sprayten Amin und ihre Mitstreiter nach eigenen Angaben statt den geforderten Slogans andere Sprüche in arabischer Sprache - unter anderem die Schriftzüge "#blacklivesmatter", "Homeland ist ein Witz und er bringt uns nicht zum Lachen", und "Homeland ist rassistisch". Den "Homeland"-Mitarbeitern am Set sei der Trick nicht aufgefallen: "Die Set-Designer waren zu beschäftigt, um uns Beachtung zu schenken."

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Die Künstlerin erklärt auch ausführlich ihre Beweggründe. "Homeland" habe einen Ruf für "inakkurate, undifferenzierte und unausgewogene Darstellung von Arabern, Pakistanis und Afghanen", schreibt sie. Die Serie zeige eine "Zweiteilung zwischen fotogenen, meist weißen, vor allem amerikanischen Beschützern gegen die böse und rückwärtsgewandte muslimische Bedrohung". Auch die fünfte Staffel beinhalte "kaum verschleierte Propaganda": "Jetzt ist das Angriffsziel die Informationsfreiheit und Privatsphäre, geschickt verpackt als die Gefahr, die Whistleblower, der Islamische Staat und der schiitische Islam darstellen."

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