"Get the F*ck out of my House": Kandidat Jonathan berichtet, wie es hinter den Kulissen aussieht

Bei "Get the F*ck out of my House" versuchen 100 Personen vier Wochen lang auf 63 Quadratmetern zu leben. Dass das nicht ohne Konflikte und Probleme bleibt, ist selbsterklärend. Kandidat Jonathan verrät im Interview, wie es hinter den Kulissen zugeht

Wenn 100 sich fremde Personen versuchen auf engstem Raum zu leben, dann ist Streit und Stress vorprogrammiert. Wie das genau aussieht, kann man sich aktuell auf "ProSieben" bei "Get the F*ck out of my House" anschauen. Obwohl die Teilnehmer 24 Stunden am Tag von 36 Kameras begleitet werden, wird im TV natürlich nicht alles gezeigt. Einen Einblick hinter die Kulissen der Sendung gibt jetzt Kandidat Jonathan. Im Interview mit GALA verrät er, wie er sich auf seinen Einzug vorbereitet hat, ob die anwesenden VIPs - Saskia Atzerodt, Micaela Schäfer, Martin Kesici, Natalia Osada und Mike Hiter - einen Promibonus bekommen und warum er sich im Haus keinen Flirt vorstellen kann. 

GALA: Jonathan, warum genau haben Sie sich überlegt, an “Get the f*ck out of my House” teilzunehmen?

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©Stern / Gala

Jonathan: Ich hab die erste Staffel gesehen und gedacht: Das sieht echt witzig aus. Als ich mir dann aber die Quoten angeschaut habe, hab ich gedacht, dass es vielleicht keine zweite Staffel gibt - aber falls doch, dann bewerbe ich mich einfach mal. Das war schon die Neugier aber ich fand es auch einfach witzig. Eine Mischung daraus.

Worauf haben Sie sich vor Ihrer Teilnahme am meisten gefreut?

Ich habe Leuten von meinen Plänen erzählt und die meinten dann: „Jonathan, das schaffst du nie! Die können da nur Wasser trinken.“ Das ist bei mir nämlich ein riesiges Ding, ich trinke überhaupt kein Wasser und da gibt es ja nichts anderes. Und dann auch noch eine Zeit ohne Handy und wenig Essen. Das hat mir niemand zugetraut und das war nochmal eine Zusatzmotivation, sodass ich dachte: Jetzt erst recht!

Wie haben Sie diese Einschränkungen durchgehalten?

Auf mein Handy zu verzichten war tatsächlich nicht so schlimm. Das mit dem Wasser war schlimmer. Aber es gab ja Menschen, wie zum Beispiel Natalia Osada – ein HIP – die hatten nicht so strenge Auflagen, was sie mitnehmen durften. Natalia hatte unter anderem Multivitamin-Tabletten dabei und ich hab immer mal wieder nett gefragt und konnte mir dank ihr ab und an eine „Fake-Fanta“ anrühren. Das habe ich mir dann gut eingeteilt. Immer wenn ich kein Wasser mehr trinken konnte, habe ich eine Viertel-Tablette hinzugefügt. 

Was durften Sie denn überhaupt mitnehmen?

Wir hatten eine Ikea-Kiste zur Verfügung, das habe ich mir als Experte schon in der ersten Staffel ganz genau angeguckt. Als die Mail kam, in der die Maße der Kiste standen, bin ich total schlau zu Ikea gefahren, habe mir so eine Kiste nachgekauft und hab zu Hause das Packen getestet. Wir durften tatsächlich nur zwei Outfits mitnehmen. Ich habe dann aber ein bisschen getrickst und mehr T-Shirts mitgenommen und gesagt, dass ich die unter meinen Pullovern tragen muss. So habe ich noch das ein oder andere Shirt mit rein geschummelt. Aber im Prinzip waren es nur zwei Outfits und Sachen, die man immer braucht – Zahnbürste und Duschzeug zum Beispiel. Wobei ich da nicht so schlau war: Ich hatte eine riesige Deo-Dose dabei, die ich gar nicht gebraucht hätte. Wir haben zu Beginn mit allen vereinbart, dass wir beim Auszug alles Kosmetiksachen da lassen. Am ersten oder zweiten Tag waren das ja auch schon 30 Menschen und wir konnten in unserem Schrank eine kleine Drogerie einrichten. Wir hätten selbst gar nichts mehr gebraucht, aber das weiß man ja erst im Nachhinein. 

Obwohl am ersten Tag schon über 30 Leute gegangen sind, waren immer noch sehr viele im Haus. War diese Masse an Menschen in der kleinen Immobilie belastend? 

Ja, das war natürlich ein riesiger Unterschied zur ersten Staffel, in der die Kandidaten etwa 130 qm zur Verfügung hatten. Als wir ankamen und das Haus gesehen haben, waren wir etwas verwundert. Wir hatten ja nur 63 qm – also das Haus an sich, aber dadurch dass es eingerichtet war, hatten wir insgesamt noch weniger Platz. Nachdem wir am Anfang so reingestürmt sind, habe ich danach erstmal ein paar Stunden nur gesessen. Die anderen waren schon komplett aktiv, ich musste mich aber erstmal akklimatisieren. 

Und der Hobbyraum? War der in die 63 qm inkludiert? 

Ich glaube, der zählte tatsächlich dazu. Aber da durften wir ja auch nur wenn gespielt wurde hin. Da war im Prinzip den ganzen Tag eine rote Linie vor (wer diese überschreitet, hat das Spiel verloren, Anm. d. Red.), nur für die Spiele wurde diese grün. Der Hobbyraum war also Sperrzone.

Auch beim Schlafen hatten Sie kaum Komfort. Was für eine Strategie haben Sie da für sich entwickelt?

Da war ich wieder ein ganz schlauer Fuchs (lacht). Man wusste ja schon aus der ersten Staffel, dass umso mehr Leute verschwinden, umso kleiner wird das Haus. Die haben im Laufe der Sendung Bereiche wie das Kinderzimmer abgesperrt. Deswegen hab ich mich direkt zu Anfang unter diese LED-Wand mit unseren Gesichtern gelegt, denn ich wusste, die bleibt bis zum Ende - wir mussten ja bis zum Schluss wählen. Da konnte mein Platz gar nicht „wegrationiert“ werden. Die aus den gesperrten Zimmern mussten sich nämlich immer einen neuen Schlafplatz suchen und das war oft gar nicht so leicht. 

Hatten Sie auch einen ähnlich cleveren Tipp fürs Essen?

Nein, das tatsächlich nicht. Das war natürlich fies mit den gläsernen Schränken, man konnte den ganzen Tag auf das Essen schauen und wenn da so ein Snickers lag, war das schon verlockend und ich hatte natürlich mega Lust darauf. Aber wegen der Gruppe hätte ich das nie heimlich gegessen. Den Gedanken, etwas aus dem Schrank zu nehmen, hatte ich nicht ein einziges Mal. Klar, man hatte natürlich mal Hunger, aber das habe ich mir viel schlimmer vorgestellt. Auch als ich dann draußen war, sind wir abends essen gegangen, aber ich hatte gar keinen Hunger. Ich habe mir dann nur einen Batida de Coco mit Kirschsaft bestellt (lacht) – da hatte ich richtig Bock drauf. Aber ich habe nichts gegessen. Ich habe tatsächlich erst einen Tag später wieder was Richtiges gegessen. 

Das kann aber auch nicht besonders einfach gewesen sein, denn es gab weder Decken noch Kissen für die Teilnehmer, oder?

Nein, das Haus hatte eine ganz normale Ausstattung. Es gab oben das Hausboss-Zimmer, ein eingerichtetes Schlafzimmer und im Kinderzimmer-Bett war auch eine Decke. Aber von der habe ich nie was abbekommen.

Haben die Stars denn genauso geschlafen wie Sie oder gab es da eine Extra-Ausstattung?

Die hatten tatsächlich die gleichen Voraussetzungen wie wir. Der einzige Unterschied war, dass die alle ein kleines Kissen dabei hatten. Das war nicht nur nachts für den Kopf gut, sondern auch tagsüber. Wir haben meistens auf unseren Kisten gesessen und ohne Kissen ist man da immer reingerutscht, das war nicht so richtig bequem. Mit Kissen hatte man es da ein bisschen besser. Aber die HIPs haben das auch geteilt und an andere weitergegeben. Vor allem an die Älteren. Ansonsten war die Kiste der HIPs golden verziert, man konnte also sofort sehen, dass das eine besondere Kiste ist. Und sie hatten, glaube ich, ein wenig mehr Spielraum beim Packen – oder sie haben einige Sachen schlau reingeschmuggelt, das kann ich nicht genau sagen. Aber wir wurden eigentlich beim Reingehen von Securities ziemlich gut durchsucht. 

Und wenn man dann tatsächlich im Haus ist, vergisst man die Kameras?

Viele haben gesagt, dass sie die ausgeblendet haben. Aber ich hatte die schon die ganze Zeit im Hinterkopf. Allerdings war ich überrascht, wie emotional man trotz Beobachtung wird. Da waren mir die Kameras dann auch egal. Beim Schlafen sah das anders aus, weil ich weiß, dass ich nicht der hübscheste Mensch bin, wenn ich schlafe (lacht). Ganz vergessen habe ich die Kameras da nicht.

Was genau meinen Sie mit emotional?

Man befindet sich schon in einer besonderen Situation und wenn Menschen gehen, mit denen man sich gut verstanden hat, dann tut einem das richtig leid - obwohl man sich noch nicht so lange kennt. Da wollte ich dann auch nicht auf cool machen, nur weil die Kameras da waren. 

Bleiben wir mal beim Thema Emotionalität, aber im positiven Sinne: Wie entstehen in so einem Format kleine Flirts?

Also ich hatte keinen (lacht). Aber ich weiß es echt nicht. Ich wurde im Interview gefragt, ob ich tendenziell offen für so etwas wäre. Das habe ich verneint. Aber nicht, weil das jetzt gerade im Fernsehen ist – das steht nochmal auf einem anderen Blatt- sondern auch einfach, weil ich mich dauerhaft siffig gefühlt habe. Natürlich werden die Klamotten gewaschen, aber diese Waschmaschine, die den ganzen Tag läuft, war gefühlt von 1912. Und auch das Duschen war etwas ganz anderes als zu Hause. Denn immer, wenn man geduscht hat, war gleichzeitig jemand auf der Toilette, das war ja alles ein Raum. Also war ich irgendwie schon genug damit beschäftigt, mich nicht vor mir selbst zu ekeln, sodass ich da wirklich nichts mit jemandem anfangen konnte. 

Man verliert beim Schauen – und vermutlich auch im Haus – das Zeitgefühl. Wie oft waren die Moderatoren, Thore Schölermann und Jana Julie Kilka, bei Ihnen?

Die waren immer da, wenn etwas passiert ist. Also zur Wahl des Hausbosses oder wenn gespielt wurde. Wir haben uns immer gefreut, wenn die gekommen sind, weil wir wussten, jetzt passiert etwas. Denn tatsächlich ist auch mal ein paar Tage nichts passiert. Es konnte ja gar nicht jeden Tag Action sein. Aber wenn, dann waren die beiden immer mit dabei. Sonst waren eher Redakteure vor Ort, das sogar ziemlich oft. Gerade in aktuell besonders spannenden Situationen: Wenn sich da wer gestritten hat, dann konntest du die Uhr danach stellen, dass die Redakteure dazu kommen und die Streithähne getrennt voneinander befragen.

Wenn tagelang nichts passiert ist, kam doch sicher Langeweile auf.  Wie sind Sie damit umgegangen?

Ich war sehr dankbar, dass von den HIPs Sachen im Haus positioniert wurden. In der Kammer hing zum Beispiel der Nacktkalender von Saskia Atzerodt. Und Martin Kesicis Buch, in dem er mit Castingshows abrechnet, lag im Haus. Das habe ich mir sofort gekrallt und ganz langsam gelesen, damit ich das über die Tage strecken konnte. Das hat mich tatsächlich über die Zeit gerettet.  

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