"Eine Reihe betrüblicher Ereignisse" auf Netflix: Neil Patrick Harris im Interview

"HIMYM"-Star Neil Patrick Harris erobert Netflix. In der "Lemony Snicket"-Adaption "Eine Reihe betrüblicher Ereignisse" spielt er den fiesen Graf Olaf, der den Baudelaire-Kindern das Leben zur Hölle macht. Gala-Redakteurin Sladjana traf Neil zum Interview und erlebte den Hollywoodstar herrlich ironisch

Es ist ein langer Tag für Neil Patrick Harris, als wir ihn in Berlin treffen. Seit 12 Uhr gibt er pausenlos Interviews, um über seine neue Rolle als bösartiger Graf Olaf in der "Lemony Snicket"-Verfilmung "Eine Reihe betrüblicher Ereignisse" zu sprechen. Wir haben das große Losglück und sind ausgerechnet die Letzten, die um kurz vor 16 Uhr mit dem "How I Met Your Mother"-Star sieben Minuten plauschen dürfen. Den anstrengenden Tag merkt man "NPH" jedoch nicht an: beim Gespräch ist er bestens aufgelegt und beweist einmal mehr, wie viel trauriger Hollywood ohne ihn wäre.

Count Olaf ist sehr gemein zu den Baudelaire-Kids. Was ist das gemeinste, was Ihnen jemals angetan wurde?

NPH: Mein Bruder Brian und ich haben als Kinder gespielt und wir hatten diese selbstgestrickte Decke von unserer Großmutter und einen Holzdübel. Er bastelte daraus eine Angel, ich war der Fisch und er der Angler. Er fing mich also, zog mich damit die Treppe hoch und dann ließ er einfach los und das Ding traf mich direkt in die Stirn. Das war lustig und nicht lustig, ein bisschen wie mein Schauspiel.

Was ist das gemeinste, was Sie jemals getan haben?

NPH: Ich fand es lustig, den WC-Surround anzubringen und dann darauf zu pinkeln…ich bin nicht wirklich gemein.

Malina Weissman und Neil Patrick Harris

Sie sind ein ehemaliger Kinderstar, hatten aber nie einen Absturz, wie viele andere. Haben Sie dafür eine Erklärung?

NPH: Das kommt noch. Es lässt sich nicht vermeiden. Ich warne die Kids am Set, dass ich eines Tages einfach ausflippen werde und sie sollten darauf vorbereitet sein, dass es gegen sie gerichtet sein wird, weil sie auch Kinderstars sind.

Welche Tipps können Sie den Baudelaire-Kindern geben?

NPH: Als Menschen – seid nicht selbstbewusst, denn ich werde euch zerstören. Als Schauspieler – seid nicht selbstbewusst, weil ich besser bin als ihr.

Weil Sie besser sind?

NPH: Ich bin talentierter, sehe besser aus, bin älter und größer.

Und Ihre Zaubertricks sind besser.

NPH: Ich kann überhaupt erst Zaubertricks vorführen. Ich darf mit Feuer spielen. Nehmt das, Kids! Ich kann Dinge anzünden und weglaufen. Wenn sie das machen, kriegen sie Ärger mit ihren Eltern.

Zeigen Sie uns einen Zaubertrick?

NPH: Sagen Sie eine Zahl von 1-100.

77.

NPH: Das stimmt.

Neil Patrick Harris

Welches sind die besten Gute-Nacht-Geschichten, die Sie anderen Eltern empfehlen können? [Neil Patrick Harris und sein Ehemann David Burtka ziehen Zwillinge groß, Harper und Gideon, Anm. d. Red.]

NPH: Wir lesen sehr viel. Ich mag "Der Streik der Farben" von Drew Daywalt, "Secret Pizza Party" von Adam Rubin und "Das Buch ohne Bilder" von B.J. Novak sehr gerne.

Dürfen Ihre Kinder Sie als Olaf sehen?

NPH: Ich lasse sie die Serie gucken, aber nicht die pornografischen Szenen.

Es gibt pornografische Szenen?

NPH: Das wüssten Sie wohl gerne.

Welcher Moment der Dreharbeiten blieb Ihnen am meisten in Erinnerung?

NPH: Interessante Frage, weil zwei Folgen jeweils quasi ein Film sind. Ich bin immer ein neuer Charakter in einer neuen Umgebung. In den ersten beiden bin ich Count Olaf und singe einen Song, wenn die Kids ankommen. Es ist ein schrecklicher Song. Es war ein riesiger Spaß, das mit so viel Selbstvertrauen zu spielen. Die Choreo ist schlecht, nichts reimt sich, er ist zu selbstbewusst, der Gesang ist scheußlich. Das ist die Kurzversion der Show, zumindest mein Part – ich denke, ich bin talentiert und eigentlich bin ich schrecklich. Ich hoffe, ihr schaltet ein!

Neil Patrick Harris, Malina Weissman, Louis Hynes

"Eine Reihe betrüblicher Ereignisse" ist ab dem 13. Januar auf Netflix aufrufbar, auch in Ultra HD. FSK: 12

Frühere Kinderstars

Was wurde aus ...?

Von 2003 bis 2013 spielt Angus T. Jones den "halben Mann", Jake Harper, in der Erfolgsserie "Two and a Half Men". Pro Folge bekommt er damals rund 265.000 Euro. Damit ist er 2010 der bestverdienende Kinderstar im US-Fernsehen. 
In 2019 ist Angus T. Jones komplett von der Bildoberfläche verschwunden. Mit "Two and a Half Men" schließt er spätestens nach seinem Ausstieg ab, der mit großem Aufsehen endet. Angus bezeichnet die Serie öffentlich als "gottlosen Dreck" und rät, sie sich nicht anzugucken. Er identifiziert sich mittlerweile mit einem anderen Glauben und möchte mit dem Schauspielern nichts mehr zu tun haben. Das letzte Mal sieht man ihn 2016 auf einem Event (Foto). Seither arbeitet er in dem Unternehmen "Tonite" von P. Diddys Sohn Justin Combs und setzt sich gegen Mobbing und Kindesmissbrauch ein.
Michèle Bircher gewinnt 2013 die allererste Staffel "The Voice Kids". Im Finale überzeugt sie nicht nur ihren Coach Henning Wehland mit Beyoncés Song "Listen", sondern gleich alle. 
Sechs Jahre nach ihrem Sieg ist Michèle sicherlich kein Kid mehr. Aus ihr ist eine junge Frau geworden, die die Musik noch immer liebt. Auf ihrem YouTube-Kanal mit 5.500 Abonnenten veröffentlicht sie unterschiedliche Coversongs und beweist, dass sie eine unglaubliche Stimme hat. Da die große Karriere dennoch auf sich warten lässt, hat die mittlerweile 18-Jährige eine Lehre zur Friseurin begonnen und ist stolz über erste Auszeichnungen.  Einen herben Rückschlag muss sie übrigens in 2017 erleben: Ein Arzt stellt bei ihr einen Tumor auf der rechten Schilddrüsenhälfte fest, der operativ entfernt wurden muss. Zwei Monate lang ist Michèle anschließend heiser und muss ihre Stimme schonen. Doch sie hat Glück: Ihre Stimmbänder sind nicht betroffen und es bleibt lediglich eine Narbe am Hals zurück.

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