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"Das Supertalent" Das verflixte siebte Jahr

Die "Supertalent"-Jury 2013: Guido-Maria Kretschmer, Lena Gerke, Dieter Bohlen, Bruce Darnell
Die "Supertalent"-Jury 2013: Guido-Maria Kretschmer, Lena Gerke, Dieter Bohlen, Bruce Darnell
© RTL / Stefan Gregorowius
Neue Staffel, neues Glück? - Nicht beim "Supertalent". Mit einem Rekordtief ging am Samstagabend die siebte Staffel der RTL-Casting-Show auf Sendung

Deutschland sucht wieder das Supertalent. Trotz rückläufiger Quoten im vergangenen Jahr ging RTL am Samstag (28. September) wieder mit einer neuen Staffel der Unterhaltungs-Show an den Start. Mit mäßigem Erfolg, wie die Quoten beweisen. Während im Vorjahr noch mehr als sechs Millionen Zuschauer den Staffelauftakt verfolgten, lockte die erste Sendung in diesem Jahr gerade mal 4,8 Millionen Menschen vor den Fernseher. Der schwächste Show-Start seit 2008.

An dieser Talfahrt konnte auch die neu zusammengewürfelte Jury nichts ändern. An der Seite von Oberjuror Dieter Bohlen nehmen diesmal Bruce Darnell, ModelLena Gercke und Modeschöpfer und TV-Liebling Guido Maria Kretschmer Platz. Während Gercke und Kretschmer mit der Show am Samstag ihren Einstand feierten, war es für Darnell ein Comeback. Bereits von 2008 bis 2010 drückte der 56-Jährige auf den roten Buzzer, der über Wohl und Wehe der Kandidaten entscheidet.

Bei den Kandidaten setzte RTL in der ersten Folge allerdings auf wenig Neues und entschied sich stattdessen für das gewohnte "Ein-bisschen-von-allem-Konzept": Sänger, Akrobaten, Zauberer, Tiere, Kinder, mal mit mehr, mal mit weniger Talent bestimmten den Abend.

Ein Wiedersehen nach 35 Jahren: Unverhofft trifft Pop-Titan Dieter Bolhen in der Show auf seinen Entdecker und ersten Produzenten Rainer Felser.
Ein Wiedersehen nach 35 Jahren: Unverhofft trifft Pop-Titan Dieter Bolhen in der Show auf seinen Entdecker und ersten Produzenten Rainer Felser.
© RTL / Stefan Gregorowius

Für die einzige Abwechslung sorgte ausgerechnet "Supertalent"-Urgestein Dieter Bohlen. Mit einem emotionalen Ausbruch überraschte der sonst so harte Sprücheklopfer das Publikum. Der Auftritt seines Entdeckers Rainer Felser brachte den Musikproduzenten aus der Fassung. Tränenreich, fast demütig fiel der Oberjuror dem 70-jährigen Hamburger in die Arme. "Er hat mir damals den Mut gemacht, weiterzumachen und dann haben wir uns 35 Jahre nicht gesehen und auf einmal steht er da, das haut einen um", erklärte Bohlen seinen emotionalen Moment. Rainer Felser war der erste Produzent, der dem blutjungen Musiker vor mehr als drei Jahrzehnten die erste wirkliche Chance gab, ins Musikgeschäft einzusteigen. So gefühlvoll hatte man den 59-Jährigen während der siebenjährigen "Supertalent"-Geschichte noch nicht gesehen. "Ich ärgere mich ein bisschen, denn das ist mir noch nie passiert", gestand er nach der Show.

Weniger überraschend war hingegen die Heulattacke von Juror Bruce Darnell. Mit einem Italo-Medley aus Pavarotti und Co. rührte der Deutsch-Italiener Fortunato Lacovara den traditionell nah am Wasser gebauten Modeltrainer zu Tränen. Schnell vorbei war da der Vorsatz, in dieser Staffel mal nicht die Heulsuse zu sein. "Ich hasse es, wenn ich weine, aber das war toll", so Darnell.

Viel Gewohntes, wenig Neues lautet demnach das Urteil nach der ersten Sendung. Wie es nach diesem eher schlechten Start der Staffel weitergeht, bleibt abzuwarten. Allzu große Erfolgschancen sollte sich aber auch der Gewinner von "Supertalent 7.0" nicht machen. Der 20-jährige Jean-Michel Aweh, Sieger der vergangenen Staffel, ist nach einem mageren elften Platz in den Charts längst aus dem Rampenlicht verschwunden.

Corinna Schroers

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