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"Bares für Rares" Absurde Preisvorstellung – Expertin erklärt, warum so viele Verkäufer daneben liegen

"Bares für Rares": Heide Rezepa-Zabel
Sie ist seit der ersten "Bares für Rares"-Sendung die Expertin für Schmuck: Heide Rezepa-Zabel weiß, warum die Preisvorstellungen von Verkäufern oft zu hoch sind.
© Guido Engels/ZDF
Die Brosche soll 4500 Euro wert sein: Bei "Bares für Rares" erlebt die Verkäuferin eine große Enttäuschung. Die Expertin erklärt, wie es zu absurden Preisvorstellungen kommt.

Sie hatte sich extra eine Expertise geben lassen: Ursula Doeinck aus Recke in Westfalen kommt mit einem Erbstück zu "Bares für Rares". "Das ist ein Geschenk von meiner Schwiegermutter", sagt die 64-Jährige in der ZDF-Trödelshow von Horst Lichter über ihre Brosche in Blütenform. Das Schmuckstück sei eigens für die Familie angefertigt worden. Doch trotz der aufwendigen Gestaltung - bei der Preisvorstellung liegt Doeinck komplett daneben.

"Die Brosche ist aus neun Blüten gearbeitet worden", erklärt "Bares für Rares"-Expertin Heide Rezepa-Zabel. Der Anstecker bestehe aus Bergkristall, Diamanten und 585er Gold. "Hier kommt einiges an Handarbeit zusammen", sagt sie über das in den 1960er Jahren von einem Berliner Juwelier angefertigten Schmuckstück.

"Bares für Rares"-Expertin von hoher Forderung überrascht

"Ich habe sie mal schätzen lassen", sagt Besitzerin Doeinck. Deshalb hätte sie gerne 4500 Euro. Moderator Horst Lichter ist überrascht über die hohe Summe. Auch Expertin Rezepa-Zabel reagiert irritiert und hakt nach: "Orientierte sich die Expertise am Wiederbeschaffungswert?" Offenbar war es so. Dieser sei allerdings für den Verkaufspreis nicht relevant. Die Expertin erklärt warum.

"Das ist ein Versicherungswert. Sie bringen ein Stück, das nicht mehr aktuell in Mode ist, das zurück in den Handel geführt werden soll", sagt die Sachverständige. Somit gelte nicht der Wert für die Herstellung, sondern der Handelspreis, der sich an Angebot und Nachfrage und am Materialwert orientiert. Viele Verkäufer bei "Bares für Rares" machen den Fehler und verwechseln Wiederbeschaffungswert mit tatsächlichem Verkaufspreis.

Doeincks Brosche habe einen Goldwert von 525 Euro. Dazu kämen die Diamanten. "Somit habe ich hier einen Materialwert von 800 Euro", sagt Rezepa-Zabel. Somit läge ihr Schätzpreis bei 800 bis 1000 Euro. Doch dafür will die Besitzerin nicht verkaufen. "Da nehme ich sie lieber wieder mit", sagt Doeinck über ihre Brosche. Enttäuscht ist sie nicht: "Das ist nicht tragisch. So bleibt sie im Familienbesitz."

Quelle: "Bares für Rares" vom 30. April 2021. Neue Folgen der Trödelshow gibt es von Montag bis Freitag um 15.05 Uhr im ZDF und vorab in der Mediathek zu sehen.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei stern.de.

mai/stern Gala


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