Prinz Harry + Herzogin Meghan: Wie schwer ist es wirklich, eine Nanny zu finden?

Das Baby von Herzogin Meghan und Prinz Harry ist noch nicht einmal geboren, da läuft die Suche nach einer Nanny auf Hochtouren. Wie realistisch es ist, ein Kindermädchen à la "Mary Poppins" zu finden? GALA fragt bei einem Experten nach

Wie schwer es ist, das richtige Personal zu finden, weiß kaum jemand besser als Herzogin Meghan: Für ihren ungeborenen Sprössling ist sie bereits seit einigen Wochen auf der Suche nach einer Nanny. Doch dabei soll es sich nicht um irgendein Kindermädchen handeln. Berichten zufolge wünscht sie sich eine Über-Nanny, die wie "Mary Poppins" sein soll. Doch ist das überhaupt realistisch? Wir haben bei einer Nanny-Vermittlungsagentur mit dem verheißungsvollen Namen "Agentur Mary Poppins" nachgefragt und außerdem herausgefunden, was man von den royalen Regeln der Kindererziehung halten darf. 

Herzogin Meghan sucht nach einem Kindermädchen, das der Fantasy-Figur "Mary Poppins" ähnelt. Doch wie realistisch ist eine Erziehung à la "Mary Poppins"?  

Oliver Ehrcke von der "Agentur Mary Poppins": Wenn wir mal Fliegen und Zaubern außen vorlassen, ist ein spielerischer Umgang, eine spielerische Förderung nicht nur realistisch, sondern auch sehr empfehlenswert! Kindern partnerschaftlich auf Augenhöhe zu begegnen und nicht autoritär von oben herab, fördert nicht nur das immens wichtige Selbstwertgefühl der Kinder, sondern erleichtert auch den Alltag.

Sie vermitteln Nannys für die unterschiedlichsten Familien. Wie schwer ist es für Ihre Kindermädchen, prominente Kinder zu hüten?

Ab einem bestimmten Status unterscheiden sich die Anforderungen natürlich. Beispielsweise durch die ständige Anwesenheit von Personenschützern. Auch wird die Nanny  – wenn sie eigene Unternehmungen und Projekte mit und für die Kinder außerhalb des Hauses plant – diese mit den Sicherheitsbeauftragten absprechen müssen. Bei Prominenten ist es oft kein „Nine-to-five-Job“ und es ist dafür eine hohe zeitliche Flexibilität notwendig, denn Prominente haben selbst oft außergewöhnliche Arbeitszeiten. Hierdurch entstehen aber auch Vorteile für unabhängige Nannys, wie zum Beispiel interessante Reisebegleitungen. 

Modische Minis

Royale Kids im Fashion-Fieber

Bei der Eröffnung eines Konferenzzentrums in Monte-Carlo bezaubern Prinzessin Gabriella und Prinz Jaques in lässigen Rocker-Outfits. 
Rockiger Partnerlook: Mit Lederjacke und Sonnenbrille sehen Jaques und Gabriella natürlich besonders cool aus und vor allem besonders niedlich, finden Sie nicht?   
Mit Papa Fürst Albert und Cousine Pauline geht es für Prinzessin Gabriella und Prinz Jacques, natürlich schön warm eingepackt, in den Zirkus.
Gabriella trägt dabei ihre weiße Winterjacke, die sie auch schon kürzlich in New York gewärmt hat, Jacques schützt seinen empfindlichen Kinderhals wie Papa Albert mit dem Schal des Zirkusfestivals in Monte-Carlo.

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Was verlangen Eltern im Normalfall von den Nannys in Sachen Erziehung?  

Die fachlichen Grundvoraussetzungen bei den von uns vermittelten Nannys sind eine pädagogische Ausbildung/Studium o.ä. und/oder hauptberufliche Erfahrung in der Kinderbetreuung mit Referenzen. Ich prüfe in meinen persönlichen Interviews mit den Nannys das pädagogische Wissen, beziehungsweise noch wichtiger die pädagogische Reflektiertheit, aber auch den Menschen dahinter. Insbesondere durch den familiären Bereich ist es wichtig, dass eine Nanny auch menschlich zu der Familie passt. Kurzum: Eine Nanny sollte fachlich und menschlich zur Familie passen.

Wenn die Nanny zur Familie passt – wie geht es dann weiter? Gibt es einen Erziehungsplan und wenn ja, wer erstellt diesen?

Mit dem Begriff Plan im Zusammenhang mit Erziehung habe ich Bauchschmerzen. Hier besteht die Gefahr, dass Kinder in bestimmte Schablonen gepresst werden. Menschen sind halt – zum Glück – nicht gleich und Kinder entwickeln sich individuell. Nicht jedes Kind kann mit zwölf Monaten laufen, dafür ist es aber vielleicht sprachlich weiter als ein Kind, welches läuft. Nicht ein Plan, sondern ein Konzept ist sinnvoller. Eltern haben oft mindestens intuitiv ein bestimmtes Konzept vor Augen. Und eine gute Nanny kann dieses in Worte fassen, erweitern, mit Leben füllen und ihre Persönlichkeit mit einbringen. Hier muss es von Anfang an bei den Eltern und der Nanny ähnliche Überzeugungen geben, damit dieses funktioniert. Optimalerweise erstellen dann die Eltern zusammen mit der Nanny ein Konzept. 

Herzogin Meghan hat, wie sie selbst sagt, viele Vorbilder, an denen sie sich orientiert. Wie wichtig sind solche Vorbilder auch für Kinder? 

Es ist das wichtigste Kriterium in der Erziehung! Wenn eine positive Beziehung zu dem Kind besteht, ist die Person automatisch Vorbild. Und Kinder ahmen nach. Alltägliches, aber auch Werte! Daher ist das Fachwissen einer Nanny nur die halbe Miete.

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Mindestens genauso wichtig ist die Persönlichkeit der Nanny. Bei einer positiven Beziehung wird sich das Kind Teile des Verhaltens, der Werte, Zwischenmenschliches und vieles mehr abschauen.     

Entscheiden Ihre Nannys welche „Sanktionen“ das Kind bekommen darf?  

Sanktionen sollte es in der Pädagogik niemals geben. Sondern logische Konsequenzen. Dieses kann und muss eine professionelle Nanny in einem bzw. ihrem Rahmen selbst entscheiden. Die Eltern haben die Richtlinienkompetenz und die Nanny handelt professionell in diesem Rahmen. Vergleichbar wie in einer Kita o.ä. – dort gibt es ebenfalls ein übergeordnetes Konzept.  Eine Nanny, welche in diesem Rahmen keine Entscheidungen treffen kann oder darf, ist fehl am Platz und wird von den Kindern nicht ernst genommen werden. 

Die royale Kindererziehung sieht vor, dass Jungs keine Hosen tragen dürfen, winken früh geübt sein will und die Kinder eine exklusive Schulbildung genießen müssen. Was halten Sie von solchen Regeln?

Natürlich müssen wir alle bestimmten Regeln einhalten. Für die Akzeptanz der Regeln ist es wichtig, Kindern die Regeln sinnvoll zu begründen. Umso mehr bewegen sie sich nicht nur innerhalb dieser Regeln, sondern entwickeln auch ein gesundes Selbstwertgefühl, weil ihnen nicht von oben herab – autoritär – etwas für sie Unverständliches aufgezwungen wird. In Bezug auf die royalen Regeln heißt das zum Beispiel:

Den Kindern zu sagen, dass sich die freundlich winkenden Menschen freuen, wenn man zurück winkt, ist der einfachste und sinnvollste Weg.

Eine tolle und sinnvolle „Regel“! Wie aber eine Regel „Für Jungs bis 8 Jahre nur kurze Hosen“ für ein Kind sinnvoll begründet werden kann, dafür fehlt mir persönlich die Fantasie. Wenn es diese Vorgaben aber nun mal gibt, sollte zumindest darauf geachtet werden, dass dem natürlichen und wichtigen Autonomiebedürfnis des Kindes trotz des vorgegebenen Rahmens entsprochen wird. Zum Beispiel indem es beim Anziehen selbst entscheiden darf, welche Farbe die kurze Hose oder die Kniestrümpfe haben sollen. 

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