Emma Stone: "Romantik ist wichtiger als Perfektion"

Emma Stone über ihr Musical "La La Land", ihren Tanzpartner Ryan Gosling – und bei welchem Liebesfilm sie weinen muss

Schon für ihre Rolle in "Birdman" wurde Emma Stone, 28, mit Lob und Preisen überschüttet. Mit "La La Land" dürfte sie sich jetzt selbst übertreffen: Sie gilt als heiße Oscar-Kandidatin.

Erzählt wird in dem Filmmusical die Liebesgeschichte der arbeitslosen Schauspielerin Mia (Emma Stone) und des frustrierten Jazzpianisten Sebastian (Ryan Gosling). In Los Angeles wollen beide ihren großen Traum verwirklichen. Ryan Gosling ist als cooler Musiker perfekt besetzt. Doch das Herz der Geschichte schlägt dort, wo Emma Stone ist.

Dieser Film dürfte ein Liebesfilmklassiker werden. Was steht in diesem Genre auf Ihrer Liste ganz oben?

"Titanic"! Mit weitem Abstand. Diesen Film kann ich immer wieder sehen – und muss immer wieder weinen.

Emma Stone in "La La Land"

In "La La Land" kämpfen Sie verzweifelt für ihren Durchbruch als Schauspielerin. Hatten auch Sie mal eine schlimmes Casting-Erlebnis?

Oh, das waren einige. Die schlimmsten Castings waren oft die, für die ich mich besonders gut vorbereitet hatte. Da hat man mich dann nicht mal richtig angesehen und mir nach ein paar Sekunden gesagt, ich könne wieder gehen. Ich hatte keine Chance zu zeigen, was ich kann. Das ist dermaßen entmutigend! Da geht es manchmal nur kurz darum, wie du aussiehst oder wie deine Stimme klingt. Das ist hart. Aber all diese Erfahrungen konnte ich jetzt ja in den Film einbauen.

Der Film ist ein Musical …

… richtig, und ich habe schon als Kind Musicals geliebt. Meine Mutter hat damals ständig die Musik aus "Les Misérables" gespielt. Irgendwann kannte ich die Geschichte auswendig. Als ich acht war, haben wir uns die Show am Broadway angesehen. Ich war fasziniert! Ich finde es einfach toll, wie man Emotionen mit Gesang und Tanz ausdrücken kann.

Beim Dreh von "La La Land" gab es kein Playback, Sie haben live vor der Kamera gesungen. Mutig!

Vielleicht ein bisschen zu mutig, dachte ich, als es dann wirklich losging. Es endete damit, dass ich vor dem ganzen Team a cappella singen musste. Wir haben eine Szene neunmal aufgenommen. Ich habe mich anschließend bei allen entschuldigt. (lacht)

Viele Menschen singen im Auto. Haben Sie so geübt?

Ich hasse es, im Auto zu singen, ich klinge da schrecklich. Aber haben Sie das Carpool-Karaoke mit Adele gesehen und gehört? Das war der helle Wahnsinn!

Hatten Sie mal Gesangsunterricht?

Ja. Ich musste da erst einmal das Selbstvertrauen bekommen, um frei von der Leber weg singen zu können. Geholfen hat mir, dass ich vor ein paar Jahren am Broadway in "Cabaret" die Sally Bowles gespielt habe. Da hatte ich fünf Songs pro Abend. Zur Rolle der Sally Bowles gehört, dass sie keine sehr tolle Sängerin ist. In "La La Land" sollten wir nun auch nicht jede Note perfekt treffen. Das Gefühl war wichtig, die Romantik. Nicht die Perfektion.

Flirty Dancing: Emma Stone und Ryan Gosling in einer "La La Land"-Szene (Filmstart: 12. Januar)

Das hat ja geklappt! Und eine fantastische Tänzerin sind Sie auch noch.

Danke! Ich tanze wahnsinnig gern und hatte schon als Kind Unterricht, allerdings in einem anderen Tanzstil. Kennen Sie die Laker Girls? Das ist eine berühmte Cheerleader-Truppe – so habe ich früher getanzt. Das hat mir als Kind großen Spaß gemacht. Für "La La Land" habe ich Steppen und Standardtanz gelernt.

Wie oft ist Ihnen Ryan Gosling auf die Füße getreten?

Filmrollen

Meine Rolle? Deine Rolle!

Was wäre "Sister Act" wohl für ein Film geworden mit Bette Midler in der Hauptrolle? Angeblich soll de Schauspielerin jedoch Angst gehabt haben eine Nonne zu spielen. So sagte sie das Angebot ab und Whoppi Goldberg bekommt die Rolle der "Schwester Mary Clarence". Heutzutage ist der Filmklassiker ohne die beliebte Schauspielerin unvorstellbar. 
Michelle Pfeiffer gibt zu, dass sie sich nicht traute, die Rolle der "Clarice Starling" in dem Psycho-Klassiker "Das Schweigen der Lämmer" anzunehmen. Das Skript erscheint ihr zu düster. Stattdessen verkörpert Jodie Foster die Rolle der taffen FBI-Agentin. Aber jetzt mal ganz im Ernst, können wir uns heutzutage jemand anderes in dieser Rolle vorstellen? 
Auf den Schauspieler Jeremy Irons fällt eigentlich die erste Wahl für die Rolle des berüchtigten "Dr. Hannibal Lecter" in dem Psychothriller "Das Schweigen der Lämmer."Jedoch lehnt der Brite die Rolle ab. Seine Begründung: Er wolle nicht schon wieder eine düstere Rolle spielen. Letztendlich geht die schaurige Rolle an Anthony Hopkins. Er spielt im Jahr 1992 den berühmten "Dr. Hannibal Lecter" und gewinnt sogar den Oscar als "Bester Hauptdarsteller."
Denzel Washington lehnt die Rolle des "Detective David Milles" in dem Filmklassiker "Sieben" ab. Die Rolle soll dem Schauspieler einfach zu düster sein. Heute gibt Washington allerdings zu, dass er diese Entscheidung bereut. Brad Pitt hingegen freut sich über die Rolle des Kommissars. 

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Selten. Ryan ist ein guter Tänzer. Es war aber spannend zu sehen, dass man einen Menschen beim Tanzen richtig kennenlernt – dabei hatten Ryan und ich vorher ja schon zwei Filme zusammen gemacht. Also: Nehmen Sie gemeinsam Tanzstunden, wenn Sie über jemanden alles wissen wollen! (lacht)

Beim Filmfest in Venedig wurden Sie schon im Herbst als beste Darstellerin ausgezeichnet, und bei den Oscars im Februar dürfte Ihr Name wieder auftauchen.

Es ist aufregend! Ich fand es ja schon toll, in Venedig zu gewinnen. Als die SMS kam, lag ich noch im Bett, ohne Kontaktlinsen. Das bedeutet: Ich sehe nichts. Ich habe mein Handy sehr nah an die Augen gehalten und als ich die Nachricht endlich entziffert hatte, habe ich vor Freude geschrien. Meine Mutter war nebenan. Sie hat sich ernsthaft Sorgen gemacht. Es ist alles völlig verrückt, wild und sehr cool.

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