Charlotte Roche: Das hat sie ihren Fans schon zugemutet

Charlotte Roche hat mit ihren Büchern bisher stets für Aufsehen gesorgt. Leser berichten von heftigen Reaktionen...

Charlotte Roche (40) hat viele Talente: Die 1978 im englischen High Wycombe geborene Moderatorin wurde bekannt durch ihre Shows für VIVA, 3sat oder das ZDF und mit dem Grimme-Preis sowie dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Einen großen Eindruck hinterließen bisher stets aber auch die Romane von Charlotte Roche, die heute ihren 40. Geburtstag feiert. Ihr erstes Werk, "Feuchtgebiete" war ein Sensationserfolg und Roche ab sofort "Skandalautorin". Es gab einen riesigen Hype um das Werk - und wer mitreden wollte, musste lesen...

Die Leser-Reaktionen auf "Feuchtgebiete"

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Kein Wunder also, dass "Feuchtgebiete" 2008 mit mehr als zwei Millionen verkauften Exemplaren zum erfolgreichsten Buch des Jahres avancierte. Die radikale Offenheit, mit der die Autorin über Intimrasuren, Körperflüssigkeiten, Masturbation und Analverkehr schreibt, löste einige Debatten aus. Auch auf Amazon, Thalia oder buecher.de gibt es eine große Bandbreite von Meinungen über das Buch, in dem es um die 18-jährige Helen geht, die nach einer missglückten Intimrasur im Krankenhaus gelandet ist.

"Huiiiii, pfui Teufel, schon sehr grauslig, was für Ferkel es auf dieser Welt gibt. Wer dieses Buch gelesen hat, überlegt sich ab diesem Zeitpunkt 2x, ob er eine Türklinke anfassen möchte oder nicht", schreibt ein Leser auf Amazon und meint: "sehr empfehlenswert". "Viele finden es abscheulich, pervers oder ekelhaft. Doch diese Frau schreibt einfach nur das nieder, was viele nur denken oder sich selbst fragen!", findet ein anderer Fan. "Peinlich und vulgär, aber die bittere Wahrheit. C'est la vie!!!"

"Es ist nicht zu empfehlen, dieses Buch abends als Einschlaflektüre zu wählen", warnt zudem jemand: "Bei manchen 'Szenen' musste ich sogar das Buch zuschlagen, sonst wäre mir wohl schlecht geworden." Offenbar geht es aber noch schlimmer, wie dieser Leser berichtet: "Zwischendurch hatte ich Würgeanfälle und dachte ich brauch einen Psychologen, weil man diese gequirlte Ka.k. einfach nicht psychisch verarbeiten kann." Allerdings gilt für den Bestseller des Jahres 2008 wohl auch das, was dieser Leser schreibt: "Muss man irgendwie mal gelesen haben, um mitreden zu können."

"Schoßgebete"

2011 folgte der zweite Roman von Charlotte Roche, "Schoßgebete". Der handelt vom ehelichen Sex einer traumatisierten jungen Frau: Elizabeth hatte acht Jahre zuvor ihre drei Brüder bei einem Autounfall verloren, als diese zu ihrer Hochzeit unterwegs waren. Damit hat das Buch zum Teil autobiographischen Charakter: Vor Roches für den 30. Juni 2001 geplanten Hochzeit verunglückte das Fahrzeug ihrer Mutter in Belgien. Auf dem Weg zur Feier starben dabei ihre drei Brüder, die Mutter wurde schwer verletzt. "Schoßgebete" hielt sich lange auf den Bestsellerlisten, konnte aber nicht den großen Hype wie der Vorgänger erzeugen. Beide Romane wurden auch verfilmt.

Die Meinungen der Leser gehen hier, mit Blick auf die Kundenrezensionen, ebenfalls weit auseinander: "Zwar für mein Empfinden besser als das ekelhafte Buch 'Feuchtgebiete', aber immer noch etwas abstoßend...", heißt es zu "Schoßgebete" unter anderem. "Mir gefällt dieses Buch, weil es das Leben so zeigt, wie es wirklich ist. Super geschrieben und super zu lesen", steht dort ebenfalls.

Von "einfach genial" bis "einfach nur Mist" reichen die Kommentare. Und während die einen schwärmen - "Ein absolut wunderbares, ehrliches und amüsantes Buch! Ich finde es sollte viel mehr Charlotte Roches auf der Welt geben!! jawohl" - schimpfen die anderen: "Unerträgliches Psychogequatsche und detaillverliebte Sexbeschreibungen bis hin zur Wurmkur."

"Mädchen für alles"

"Mädchen für alles" erschien dann 2015 - sorgte zwar erneut für einiges Aufsehen, aber der große Aufschrei blieb auch dieses Mal aus. Erzählt aus der Sicht von "Chrissi" berichtet diese in dem Buch von ihrem Ehemann und ihrer kleinen Tochter - mit beiden pflegt die frischgebackene Mutter eine sehr unterkühlte Beziehung. Sie schläft viel, betäubt sich mit Alkohol und Drogen und verführt das Hausmädchen...

Eine Frau, die in ihrer Mutterrolle unglücklich ist - bei einigen Leserinnen scheint die Thematik durchaus anzukommen: "Die Geschichte ist ein bisschen fies, aber ich hatte die ganze Zeit das Gefühl: endlich sagt es mal eine!", schreibt jemand zu dem Buch. Die Protagonistin mag "vielleicht unsympathisch rüberkommen, doch in vielen Punkten kann man sie auch verstehen", meint ein anderer Fan. Und auch hier brachte das Buch offenbar Erleuchtung: "Ich verstehe nun endlich meine Exfrau, die hier praktisch Pate hätte stehen können."

Unter den 139 Leuten, die auf Amazon ihre Meinung zum Buch abgegeben haben, waren viele allerdings weniger begeistert (66 Prozent vergaben nur einen von fünf möglichen Sternen): "Die ganze Negativität hat mich derart erschlagen, dass ich mich nicht weiter damit befassen wollte" und: "Hauptfigur Christine ist mit Leichtigkeit die unsympathischste Person aller Zeiten", heißt es da. Die wahren Roche-Fans lassen sich davon allerdings nicht beirren: "Aber man darf ja auf das nächste Buch hoffen..."

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