Angelina Kirsch: "Ich bin mehr als nur ein Körper"

Angelina Kirsch ist nicht nur ein erfolgreiches Curvy-Model, sie ist auch ein Vorbild vieler Frauen. Denn sie hat sich so lieben gelernt, wie sie ist – mit Ecken und Kanten. 

Es mag vielleicht nach einem Klischee klingen, doch wenn Angelina Kirsch, 31, einen Raum betritt, sind ihr alle Blicke sicher. Sie hat das, wovon viele Frauen träumen: Ausstrahlung. Dass sie sich wohl in ihrer Haut fühlt und sich mit ihren Ecken und Kanten akzeptiert ist ein Prozess, den sie in ihrem neuen Buch "Rock your Mind! Sei gut zu dir jeden Tag" beschreibt. Über Selbstliebe und warum ihr Powerfrauen-Image nicht immer unbedingt in der Männerwelt so gut ankommt, hat sie mit uns im GALA-Interview gesprochen. 

Angelina Kirsch im GALA-Interview

Das neue Buch von Angelina Kirsch "Rock your Mind! Sei gut zu dir jeden Tag" ist ab dem 1. Oktober 2019 erhältlich 

GALA: In Ihrem Buch geht es um Selbstliebe, Selbstakzeptanz und die Suche nach sich selbst. In welchem Lebensabschnitt sind solche Themen besonders wichtig?
Angelina Kirsch: Mein Buch ist nicht nur an junge Frauen gerichtet, sondern an alle. Man hat im Leben immer Momente, in denen man struggled oder unsicher ist – oder im schlimmsten Fall sich gar nicht leiden kann, solche Phasen sind nicht auf ein Alter begrenzt.  Mein Buch soll eine Möglichkeit sein, sich selbst immer wieder kennen zu lernen, und vor allem Spaß dabei zu haben, neue Seiten an sich zu entdecken. 

Angelina Kirsch

Baby in Planung? So denkt das Curvy Model über Nachwuchs

Angelina Kirsch: Baby in Planung? So denkt das Curvy Model über Nachwuchs
Auf der „Ernstings family“ Fashion Show plauderte die frisch verliebte Angelina Kirsch über ihren 30. Geburtstag – und ein baldiges Leben zu dritt.
©Gala

Wo haben Sie Inspiration für die Fragen in Ihrem Buch gefunden?
Wenn man jemand Neues kennenlernt, beispielsweise beim Daten, dann will man so viel wie möglich von der Person erfahren und stellt allerhand Fragen. Länder, die ich noch besuchen möchte, Dinge, auf die ich nicht verzichten könnte, Menschen, die mir wichtig sind. Das alles möchten wir von der Person, die neu in unser Leben tritt, gerne wissen – aber sollten wir gerade solche Fragen auch häufiger uns selbst fragen. 

Haben Sie die Fragen in Ihrem Buch auch alle selbst beantwortet?
Ja, in der Tat haben sich einige in meinem Umfeld darüber gewundert, warum ich die Fragen auch selbst beantwortet habe. Aber mir war es wichtig, dass ich das auch einmal selbst erfahre, und schaue, was das mit mir macht – und es hat was mit mir gemacht. 

Inwiefern?
Man kommt auf ganz andere Gedanken und Dinge, auf die man sonst vielleicht nicht unbedingt gekommen wäre. Es hat noch einmal die Beziehung zu mir selbst vertieft. Und das, obwohl ich mich bereits seit 31 Jahren kenne. 

Plus-Size-Models

Echte Frauen haben Kurven

Curvy Model Ashley Graham beweist, dass für einen sexy Schlitz im Kleid keine Storchenbeine nötig sind. Voller Stolz präsentiert sie den Fotografen ihren Oberschenkel und sieht dabei fantastisch aus. 
Sängerin und Schauspielerin Kayley Kiyoko zeigt beim Billboard's "Women in Music"-Event, dass man Kurven auch unbedingt in auffällige Farben und Stoffe verpacken kann.
Danielle Macdonald feiert als Jennifer Anistons Filmtochter im Netflix-Film "Dumplin" ihre Premiere, und das ganz elegant im petrolfarbenen Seidenkleid.
"2 Broke Girls"-Star Kat Dennings lässt mit ihren tollen Kurven und ihrem schönen Gesicht so manchen verstummen.

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Wie lange setzten Sie sich mit dem Thema Selbstliebe bereits auseinander? Ist das etwas, dass Sie seit Ihrer Kindheit beschäftigt oder erst durch Eintritt in die Medienbranche?
Selbstliebe wurde mir durch meine Mutter sehr früh vermittelt. Bereits in meiner Kindheit und meiner Jugend musste ich mich mit Mobbing und Bodyshaming auseinander setzen. Zu dieser Zeit haben mir meine Eltern immer wieder gesagt, dass ich mehr als nur ein Körper bin, sondern viel mehr zeichnen mich mein Charakter, meine Talente, meine Leidenschaften – genau das sollte man sich immer wieder vor Augen halten. 

Sie werden in der Öffentlichkeit als Rolemodel und Powerfrau wahrgenommen. Setzt Sie das manchmal unter Druck?
Ich empfinde es beispielsweise auch als Stärke zuzugeben, wenn man genervt ist, oder etwas mal nicht so läuft, wie es soll. Es gibt Tage, da kann ich mich im Spiegel nicht angucken und dazu stehe ich dann auch. 

Wie gehen Sie mit beleidigenden Kommentaren unter Ihren Bildern um? 
Ich lese mir fast alle Kommentare meiner Community durch. Wenn sich darunter ein beleidigender Kommentar befindet, mache ich zwei Sachen klar: Erstens sind das Leute, die ich gar nicht persönlich kenne. Und Zweitens, ist es gar nicht unbedingt wichtig, dass du jedem gefällst. Denn du sollst nur einem gefallen, und das bist du selbst. 

Wie wichtig ist es Ihnen, Ihren Followern einen realitätsnahen Eindruck zu vermitteln?
Sehr wichtig! Ich zeige ganz frei raus meine Cellulite an den Beinen oder meine Speckrolle am Rücken. Denn für mich gäbe es nichts schlimmeres, als dass ich mir meinen Feed anschaue und das Gefühl hätte: Das bin ich gar nicht. 

Sie haben vor wenigen Wochen bekanntgemacht, dass Sie erneut verliebt sind. Den neuen Mann an Ihrer Seite haben Sie uns jedoch noch nicht vorgestellt. 
Für mich war die Geschichte mit meinem Ex-Freund natürlich auch ein Learning. Aber bei meinem jetzigen Partner ist es auch so, dass er mit der Öffentlichkeit so gar nichts am Hut hat und deswegen möchte ich ihn auch nicht darein drängen. Wir lassen uns unsere Zeit und irgendwann, wenn er und unsere Beziehung soweit ist, dann mache ich das auch öffentlich. 

Wie läuft das Dating generell bei Ihnen ab: Haben Männer Angst vor Powerfrauen wie Ihnen?
Ja für Frauen wie ich, die in der Öffentlichkeit stehen, kommt es häufig vor, dass Männer erstmal abgeschreckt sind und sich nicht trauen auf mich zu zugehen. Dann gibt es aber auch Männer, die ganz klar darauf aus sind, mit ins Rampenlicht zu kommen. 

Wie haben Sie und Ihr jetziger Freund sich kennen gelernt?
Da wir uns noch von früher kennen, also noch bevor ich überhaupt berühmt war, gab es keine richtige erste Kennenlernphase. Wir waren immer mal wieder in Kontakt, aber so richtig hat er gar nicht mitbekommen, was ich in der Öffentlichkeit gemacht habe. Er gehört auch zu der Generation, die gar kein Fernsehen mehr schaut – an ihm ist sogar meine Zeit bei „Let’s Dance“ vorbei gegangen. Ich musste ihm also richtig erklären, was ich in der Öffentlichkeit so mache – das war total erfrischend. 

Aber stolz ist er schon auf Sie?
Natürlich! Ihn interessiert das auch alles, was ich mache – das gehört ja schließlich zu mit. Aber bei ihm kann ich mir ganz sicher sein, dass er nicht wegen des Rampenlichts mit mir zusammen ist, sondern eben wegen mir. 

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