Alena Gerber: "Im Job verschweige ich Mann und Kind"

Seit zwei Jahren hat Model und Moderatorin Alena Gerber nun noch eine weitere Verpflichtung: Sie ist Mutter. Im Gespräch mit GALA erklärt sie, warum das oft gar nicht so leicht ist. Sie verrät außerdem, was Kritik mit ihr macht und was wir niemals von ihr oder ihrer Familie auf Instagram sehen würden.

Alena Gerber

Hektisch wuselnde Menschen; Essen, Trinken, Smalltalk im Schnelldurchlauf: Auf der Fashion Week in Berlin drehen sich die Uhrzeiger im Turbotempo. Termine und Shows reihen sich aneinander, lappen übereinander und das über die ganze Stadt verteilt. Besucher und auch Promis sind im Dauerstress.

Umso überraschender war es, dass sich Alena Gerber, 30, fast eine ganze Stunde Zeit für GALA nahm. Zum Fitting vom Label Riani trafen wir sie im Hotel Titanic. Mit einem entwaffnendem Lächeln, das jeden Krieg sofort beenden könnte zeigte sie uns ihre Outfitwahl und plauderte anschließend tiefenentspannt bei einer Tasse Kaffee mit uns über ihre Familie, die Doppelbelastung mit Job und den Druck, auf Instagram mithalten zu müssen. 

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©Gala

Alena Gerber im GALA-Interview

GALA: Ihr gewagtes Bambi-Outfit hat polarisiert, es hagelte auch Kritik. Wie gehen Sie mit solchen Kommentaren um?
Alena Gerber: Ich bin ein sehr emphatischer Mensch und bin auch offen für Kritik. Diesmal muss ich sagen: Die Leute hatten tatsächlich recht. Das Outfit war auch für mich grenzwertig. Ich hatte an dem Abend keine andere Option und ich dachte: "Komm, wenn Barbara Meier das Kleid anhatte, kannst du das auch.“ Bei ihr schlug der gewagte Cut-Out nur nicht so hohe Wellen wie bei mir. Ich habe die Kritik also durchaus verstanden.

Beim Bambi gewährte Alena Gerber tiefe Einblicke

Was hat Ihr Mann dazu gesagt?
Der hat die Bilder erst am nächsten Tag in der Presse gesehen und gemeint: "So hast du mir das Kleid aber nicht angepriesen“ (lacht).

Was mag er denn für Looks?
Lieber hochgeschlossen. Er ist ja auch super seriös und da würde es nicht passen, wenn ich mich wie Micaela Schäfer kleide (lacht). Ich trage schon immer sehr stilvolle Sachen, die auch meinen Geschmack widerspiegeln. Er mag mich lieber ungeschminkt und mit Dutt als in Abendkleidern und High Heels.

Müssen Sie Ihre Bilder auf Instagram manchmal auch vor ihm rechtfertigen?
Darüber sprechen wir oft. Er sagt dann schon: „Muss das jetzt sein mit 30 als Mama?“ Ich gebe ihm natürlich irgendwie recht – es muss nicht sein. Aber auf der anderen Seite sehe ich auch keinen Grund, warum ich es nicht machen sollte. Es ist ja schließlich nicht nackt, das würde ich nie machen. Ich komme aus einer wirklich konservativen Familie, da möchte ich noch mit Oma zum Kaffeeklatsch zusammensitzen (lacht).

Alena Gerber: "Ein Kind wirkt wie eine Behinderung für Frauen"

Haben Sie, als Sie schwanger wurden, drüber nachgedacht, was das für Ihre Karriere bedeuten könnte?
Meine Agentin meinte: "Alena, das war der beschissenste Zeitpunkt um schwanger zu werden.“ Da hatte ich grade zwei Sendungen (als Moderatorin, Anm. d. Red.) und war beruflich dort, wo ich immer sein wollte. Aber der Satz war natürlich brutal. Es wirkt, als wäre ein Kind wie eine Behinderung für Frauen.

Sie bereuen die Entscheidung für ein Kind aber nicht…
Nein. Eine Sendung habe ich dann verloren. Aber das ist nicht schlimm, das war es alles wert. Wir wollten natürlich ein Kind, aber man weiß ja auch nie, wann das klappt. Es hat glücklicherweise sofort geklappt. Ich habe dann bis zur Geburt gearbeitet.

Und danach?
Ich hatte nach fünf Wochen das erste Shooting, da konnte ich noch kaum laufen, die Geburt war total brutal und übel. Ich habe die ersten Wochen dann ruhiger angehen lassen, aber da ist man dann auch schon weg vom Fenster. Bei Jobs ertappe ich mich mittlerweile oft dabei, zu verschweigen, dass ich Mann und Kind habe. Das wollen die auch gar nicht hören. Als Mama buchen die mich dann auch nicht mehr für die rockigen Sachen, sondern eher für Blusen (lacht).

Ist das ein Grund, warum Sie nicht demnächst das zweite Kind bekommen?
Tatsächlich ja. Eigentlich war der Plan, zwei Jahre Abstand zwischen den Kindern zu haben. Aber ich bin jetzt endlich wieder da, wo ich vorher beruflich war. Ich bin auch jung, es ist ja noch möglich in drei Jahren das zweite und in sechs Jahren das dritte Kind zu bekommen. Dann bin ich durch Schwangerschaft und Stillen wieder eher raus beim Arbeiten. Aber als Nur-Mama würde mir auch die Decke auf den Kopf fallen.

Mama-sein ist der beste aber auch der intensivste Job.

Durch Ihre Arbeit holen Sie sich dann Zeit für sich?
Genau und ich bekomme ganz neue Anreize. Dadurch bleibt man auch ein bisschen interessanter in der Ehe.

"Als Mama ist man mehr verantwortlich"

Bei Männern ist das alles noch unkomplizierter…
Als Mann ist man weniger verantwortlich. Diese Tage freizuschaufeln, für die Betreuung zu sorgen… Wir haben auch keine Nanny. Bis zur letzten Sekunde entscheidet sich manchmal, ob man Termine wahrnehmen kann. Heute macht mein Mann übrigens zum ersten Mal Home-Office. Als Mama ist man fünf Schritte mehr verantwortlich – und mein Mann ist schon ein guter Mann (lacht). 

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Wie wichtig ist Ihnen, die Privatsphäre Ihrer Tochter zu schützen?
Sehr, sehr wichtig. Natürlich bin ich unheimlich stolz und würde mein Glück am liebsten in die Welt rausschreien. Aber man muss sich auch bewusst sein, was passiert, wenn man das Gesicht seines Kindes zeigt. Wenn sie irgendwann zehn ist und jeder schon weiß, wohin ich sie mitgenommen habe, dann ist das gefährlich.

Was würden Sie machen, wenn sie später auch ins Rampenlicht will?
Wir haben uns darüber schon oft unterhalten. Ich nehme sie ja oft mit zu meinen Shootings, unsere Tochter hat schon Spaß daran und liebt es, für Fotos meine Posen nachzumachen.

Sie sind ja auch schon sehr früh zum Modeln gekommen…
Ja, mit zwölf. Es ist ein Wunder, dass mir nichts passiert ist. Keine Drogen, kein Alkohol, keine Gedanken ums Gewicht. Das ist in der Branche ja eigentlich an der Tagesordnung. Ich wünsche mir deshalb einen gesitteteren Beruf für sie.

Was machen Sie denn, um von dem Wahnsinn runterzukommen?
Mittlerweile lebe ich ja nicht mehr in L.A., das hilft schon mal (lacht).

Wenn ich in Bremen nach Hause komme, ist alles ganz normal.

Mein Mann ist auch sehr bodenständig. Wenn wir verreisen, würde niemand erwarten, dass mein Mann Fußballer war und ich irgendwas mit der Öffentlichkeit zu tun habe.

Was würde man niemals von Ihnen auf Instagram sehen?
Zu viel nackte Haut, obwohl das ja mittlerweile auch schon zum guten Ton gehört – früher war das ja verpönt. Aber auch allzu Privates. Viele Promis teilen ja aktuell, dass sie einen Abgang hatten. Das würde ich niemals machen. Aus den Schattenseiten Profit zu schlagen ist heutzutage anscheinend normal. Viele sind durch diese Nahbarkeit ja sehr erfolgreich. Mein Mitgefühl gilt den Menschen, denen etwas Schlimmes passiert, aber es ist aber es ist doch skurril dann als Nächstes sein Handy zu nehmen und eine Story draus zu machen.

Verwendete Quellen: Eigenes Interview mit Alena Gerber

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