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Alena Gerber "Es gibt kein traurigeres Bild, als das einer Braut mit Handy in der Hand"

Alena Gerber
Alena Gerber
© Getty Images
Für Alena Gerber gehört Instagram zum beruflichen Alltag. Doch Privat sieht das anders aus: Ihre Hochzeit mit Clemens Fritz hätte sie niemals auf Instagram teilen wollen...

Alena Gerber, 30, hat sich als Model und TV-Moderatorin über die Jahre hinweg einen Namen gemacht. Doch gerade den hat sie durch die Hochzeit mit Clemens Fritz, 39, im Oktober 2017 abgelegt und unter den Namen Alena Fritz in der Branche neu angefangen. Doch jetzt entschied sich das Model bewusst, wieder ihren Mädchennamen anzunehmen.

Wir haben mit der 30-Jährigen über die Namens-Problematik, die mit einer Hochzeit einhergeht, gesprochen. Außerdem hat sie uns verraten, warum sie sich bewusst für eine Hochzeit ohne Social Media entschied und warum sie es zu keiner Zeit bereut hat. 

Alena Gerber im GALA-Interview

GALA: Wie es für eine Frau ist, nach der Hochzeit durch die Abgabe ihres Namens, ein Stück Identität aufzugeben? 
Alena Gerber: Ich finde den Namen des Mannes anzunehmen gehört einfach dazu. Die Frage, auch auf dem Papier meinen Mädchennamen zu behalten, hat sich mir keine Sekunde gestellt. Allerdings kam ich nach zwei Jahren zu dem Entschluss, dass es sogar recht vernünftig ist, beruflich unter dem Namen aufzutreten, den meine Kunden kennen, seitdem ich mit 13 Jahren angefangen habe, zu modeln.

Nicht nur, weil es somit zu keinen Verwirrungen mehr kommt, sondern auch, weil ich mir damit eine noch größere Privatsphäre für meine Tochter und auch für uns als Familie ermögliche.

Für meine Freunde und die Engsten bin ich Leni Fritz. Für Designer und Agenten Alena Gerber. Macht in meinen Augen viel Sinn.

Wie kam es zu der Entscheidung, komplett privat und ohne Instagram zu heiraten?
Für mich stand es keine Sekunde im Raum, unsere privatesten Momente, wie die Geburt unseres Kindes und ebenso unsere Hochzeit, im Internet zur Schau zu stellen. Und auch nicht das, was uns als Familie ausmacht und somit das Wertvollste, was wir haben, auf Instagram zu teilen. Ebenso wenig haben wir Angebote angenommen unsere Fotos und ein Interview an Hochglanz-Magazine zu verkaufen.

Solche privaten Momente sollten nur dem Paar gehören, und nicht für Sympathien, Likes oder Follower im Netz benutzt werden. 

Bereuen Sie es im Nachhinein, komplett ohne Social Media geheiratet zu haben? 
Unsere Hochzeit war ein riesiges mehrtägiges Fest, wie im Märchen. Wir haben alles ein Jahr lang geplant und jedes Detail war perfekt: Die toskanische Kulisse, die Deko, die Gäste - einfach alles war traumhaft. Aber mir käme nie in den Sinn, diese magische und auch sehr entspannte Atmosphäre zu ruinieren, indem ich die Kamera drauf halten lasse, während auch die bekannteren Persönlichkeiten unter unseren Gästen ausgelassen tanzen, sich wohl fühlen und vertraut miteinander sprechen.

Mir war es wichtig, dass alles unter uns bleibt.

Wir haben vorher auch mit allen Eingeladenen gesprochen und verdeutlicht, dass wir keine Insta-Storys wünschen, keine Postings und alle Bilder, die unsere Gäste für sich posten, bitte erst einige Tage nach der Feier veröffentlichen. Daran hielt sich jeder und alle haben sich sehr wohl gefühlt damit. 

Alena Gerber hat sich bewusst für eine private Hochzeit entschieden

Können Sie Influencer oder Promis verstehen, die ihre Hochzeit auf Instagram teilen oder gar vermarkten?
Ich kann mir kaum ein traurigeres Bild vorstellen, als das einer Braut im weißen Kleid, mit Handy in der Hand, wie sie ihre Location abfilmt und erst einmal die Werbepartner einblendet, anstatt sich komplett auf sich und ihre Liebe zu besinnen. Ich kann nicht verstehen, wie man den romantischsten Tag im Leben für Fremde zur Schau stellt, gar verkauft. 

Wie schwer fiel es Ihnen schwer, die Gästeliste aufzustellen?
Sehr schwer. Man muss sich viele Gedanken machen, wer unbedingt dabei sein muss, wen man eventuell dabei haben möchte, was die Location auch platztechnisch hergibt, wer neben wem sitzt und so weiter. Wir hatten knapp 110 Gäste und hätten wir nicht wirklich rigoros nur die Engsten eingeladen, säßen wir heute noch an dieser Liste. 

Wollten Sie schon immer heiraten mit allem Drum und Dran?
Ich habe natürlich davon geträumt eines Tages den Richtigen zu finden und eine wunderschöne Hochzeit voller Liebe und Glück zu erleben.

Aber ich hätte von diesem Traum auch auf jeden Fall Abstand genommen, wenn ich den Richtigen nicht gefunden hätte.

Ich bin ein Scheidungskind und habe mir gesagt: Entweder einmal den wirklich Richtigen heiraten oder nie. 

Verwendete Quellen:Interview mit Alena Gerber

Gala

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