Andrea Gerhard: "Es hat auch schon richtig wehgetan"

Andrea Gerhard lebt konsequent grün. Der „Bergdoktor“-Star hat ein plastikfreies Bad und meidet Flüge. Selbst, wenn der Liebste zu Hause wartet.

Andrea Gerhard

Zum Interview in einem nachhaltigen Café kommt Andrea Gerhard, 35, mit dem Rad. „Das mache ich bei allen Strecken unter zehn Kilometern“, erzählt sie. Die Schauspielerin hat ihr Leben der Umwelt zuliebe umgestellt. Sie ernährt sich vegetarisch, verzichtet weitgehend auf Plastik, und zu den „Bergdoktor“-Dreharbeiten im österreichischen Ellmau fährt sie acht Stunden mit dem Zug statt zu fliegen. 

GALA: Nachhaltig leben klingt toll. Aber wie soll man anfangen?
Andrea Gerhard: 
Der erste Schritt ist, dass ich mich im Alltag beobachte: „Was mache ich nur aus Bequemlichkeit und könnte es leicht durch etwas anderes ersetzen? 

Zum Beispiel? 
Meine Gesichtscreme kaufe ich jetzt im Glas, statt Wattepads benutze ich waschbare Mikrofaser-Pads und ich nehme festes Shampoo, festen Conditioner und feste Bodylotion, die ähnlich wie ein Seifenstück aussieht. Ich muss auf nichts verzichten, es sind einfach andere Rohstoffe.

Zum Dreh fahren Sie mit dem Zug von Hamburg nach Österreich. Fällt Ihnen das nicht manchmal schwer?
Ja, es hat auch schon richtig wehgetan. Einmal war ich ungeplant früher fertig und hätte noch nach Hause fliegen, aber nicht mehr mit dem Zug fahren können. Die Produktion hat mich fünfmal gefragt, ob ich heimfliegen möchte. Jedes „Nein“ tat mehr weh als das davor. Aber ich bin stark geblieben. 

Und wie geht Ihr Umfeld dann damit um?
Mein Freund David ist total offen. Wir gehen den Weg gemeinsam, auch wenn ich mich natürlich viel besser auskenne als er. (lacht) Er hat jetzt zum Beispiel vorgeschlagen, Putzmittel selbst zu machen.

Sie haben auch einen Podcast zum Thema Nachhaltigkeit.
Ja, damit will ich andere inspirieren, nicht belehren. Es geht mir darum zu zeigen, welche Situationen ich mit einer Kleinigkeit zum Guten verändern kann. Ich bin kein Moralapostel. Ich sehe das so: Jeden Strohhalm, den man vermieden hat, sollte man feiern. 

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Welche Alltagstipps haben Sie sonst noch parat?
Ich lebe die Schmierzettel-Politik. Für unser Interview habe ich mir Notizen auf einem alten Blatt von einer Wohnungsbesichtigung gemacht. Außerdem habe ich Werbung und Kataloge abbestellt. Sogar Mail-Newsletter. Wenn ich ständig an Konsum erinnert werde, habe ich auch Lust, etwas zu kaufen. Das ist auch ein Punkt: nein sagen! Und ich nehme nirgends Flyer mit, sondern fotografiere Sachen ab. 

Fühlen Sie sich als Ausnahme, oder merken Sie ein gesamtgesellschafliches Umdenken? 
Mittlerweile hat fast jeder eine Edelstahlflasche oder einen Mehrwegbecher. Das macht mich echt glücklich. Ich glaube, das Thema Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Hype.

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