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Justin Timberlake Wahre Liebe gesucht


Justin Timberlakes Video zur neuen Single "Not A Bad Thing" ist eine ungewöhnliche Mini-Doku über die Suche nach einem mysteriösen Paar, das angeblich irgendwo in New York tatsächlich existiert. Doch die Story ist fast zu herzerwärmend, um wahr zu sein

Sonntag, 12. Januar 2014, in einer Regionalbahn Richtung Manhattan: Ein Mann macht seiner Freundin in aller Öffentlichkeit einen Heiratsantrag, während er auf seinem MP3-Player einen Song von Justin Timberlakes aktuellem Album "The 20/20 Experience" spielt: "Not A Bad Thing".

Zwei Monate später: Justin Timberlake veröffentlicht einen Videoclip zu eben jenem Song, den Ellen DeGeneres am Donnerstag (20. März) in ihrer Talkshow vorstellt. Während Justin Timberlake selbst in den Clip nicht zu sehen ist, verfolgt die Geschichte zwei junge Dokumentarfilmer, die sich auf die Suche nach dem mysteriösen Paar gemacht haben, um einen Film über es zu drehen. Das Video ist dabei selbst zu einer professionell inszenierten und produzierten Mini-Doku geworden, über fünf Minuten lang wird die Suche der Filmemacher durch die Straßen New Yorks begleitet. Sie klingeln an Haustüren, kleben Plakate, verbreiten ein passenden Hashtag ("#haveyouseenthiscouple?") und folgen unermüdlich - bislang jedoch erfolglos - immer neuen Hinweisen.

Screenshot aus dem Video "Not A Bad Thing" von Justin Timberlake. Haben Sie dieses Paar gesehen?
Screenshot aus dem Video "Not A Bad Thing" von Justin Timberlake. Haben Sie dieses Paar gesehen?
© Screenshot ellentv.com

Währenddessen kommen auch andere Paare zu Wort, die über ihre eigenen Liebesgeschichten berichten. Das ist alles herzerwärmend, romantisch und hat hohes Gänsehautpotential - "Harry und Sally" lassen grüßen. Doch der Eindruck, dass es sich bei der Sache nur um eine gut inszenierte PR-Aktion handelt und das besagte Paar nur in der Phantasie der Filmemacher existiert, wird man leider während des Schauens nie ganz los.

Nach seinem Video zu "Mirrors", das im Jahr 2013 mit dem "MTV Video Music Award" ausgezeichnet und hoch gelobt wurde, packt Justin Timberlake mit dem Clip zu "Not A Bad Thing" die nächste Romantikkeule aus. Doch im Gegensatz zu dem wirklich berührenden "Mirrors"-Video, das Timberlake seinen Großeltern William und Sadie Bomar widmete, und die bewegende Geschichte eines Paares nachzeichnet, das viele Jahrzehnte miteinander verheiratet war, lässt einen "Not A Bad Thing" etwas ratlos zurück.

Denn warum es ausgerechnet dieses eine Paar aus der Bahn sein muss, das stellvertretend für "wahre Liebe" stehen sollte, wird nicht ganz deutlich, zumal für den Videoclip bereits so viele unterschiedliche Paare ihre Liebesgeschichten erzählen, dass der Heiratsantrag der Unbekannten völlig in den Hintergrund tritt. Doch die Dokumentarfilmer Brooke und Dennis scheinen sich im Untertitel über die Gründe ihrer aufwendigen Suchaktion sicher: "Wir wurden Zeugen wahrer Liebe!" Welche Geschichte sich die Filmemacher genau erhoffen, wenn sie die beiden erst einmal gefunden haben, bleibt allerdings unklar.

Doch die Story geht weiter: "To be continued..." heißt es ganz am Schluss des Clips. Dann warten wir's mal ab.

avo Gala


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