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Frederick Lau im Interview "Das kalte Herz"-Star zur heimischen Rollenverteilung

Frederick Lau
© Getty Images
Frederick Lau zählt zu den markantesten Schauspielern Deutschlands. Mit GALA spricht der Hauptdarsteller aus der aktuellen Kinoverfilmung von "Das kalte Herz" auch über die Rollenverteilung in den eigenen vier Wänden

Frederick Lau, 27, vergisst man nicht so leicht, wenn man ihn mal als Schauspieler in Aktion gesehen hat. Seit seiner Darbietung in dem Kinokassenerfolg "Vicoria" im Jahr 2015 ist Lau in die oberste Riege deutscher Schauspieler vorgestoßen. In der aktuellen Märchenverfilmung von "Das kalte Herz" agiert er jetzt als skrupelloser Köhlersohn Peter Munk - in einer mythologisch aufgeladenen Umwelt.

Frederick Lau spricht über Geister

GALA: Herr Lau, glauben Sie an Geister?
Frederick Lau: Daran glauben ist so eine Sache, aber ich würde mich freuen, wenn es welche geben würde.
GALA: Begleitet sie die Geister-Thematik im Alltag?
Lau: Nicht so sehr im Alltag. Doch gerade an mystischen Orten, wie beispielsweise unserem Drehort für „Das kalte Herz“, schwingt automatisch etwas Geisterhaftes mit.
GALA: Sind Sie ein spiritueller Mensch?
Lau: Nein, eigentlich nicht.
GALA: Wie sieht es denn mit Ihrer Naturverbundenheit aus?
Lau: Ich bin eigentlich sehr naturverbunden und versuche oft mit meinen Kindern in der Natur unterwegs zu sein. Auch gehe ich gerne im Wald spazieren, denn ich liebe den Wald. In den zwei Monaten während der Dreharbeiten zu "Das kalte Herz" hat man dort immer wieder etwas Neues entdeckt.

Klassische Märchen mit bleibendem Eindruck

GALA: Welche Märchen haben Sie als Kind beeindruckt?
Lau: "Tischlein deck dich", "Max und Moritz", "Rotkäppchen" oder den "Struwwelpeter" fand ich toll. Keine außergewöhnlichen Sachen im Grunde.
GALA: Unterscheidet sich das von den Märchen, die Sie ihren Kindern vorlesen werden?
Lau: Ich wäre froh, wenn es die Klassiker auch in abgeschwächter Form geben würde, weil die an einigen Stellen schon recht grausam sind. Doch ich musste da ja als Kind auch durch - und geschadet hat es mir nicht.
GALA: Welche persönlichen Pläne mussten Sie sich wegen der Geburt Ihrer Kinder abschminken?
Lau: Meine bezaubernde Frau stemmt sehr viel Zuhause, obwohl sie selber berufstätig ist. Wir haben aber auch eine tolle Nanny. Am liebsten nehme ich die Kinder allerdings überall mit hin – wenn es möglich ist. Ich versuche meine Drehtage generell so zu legen, dass unser gemeinsames Familienglück gewährleistet ist.
GALA: Wie ist denn die Aufgabenverteilung bei Ihnen zu Hause?
Lau: Ich sorge dafür, dass Musik im Haus gespielt wird. Das Essen wird von der Frau serviert, weil ich einfach nicht kochen kann – und meine Frau kocht hingegen sehr gut.

Schauspieler - ein Traumberuf?

GALA: Was war Ihre Motivation Schauspieler zu werden?
Lau: Ich wollte ja nie Schauspieler werden, das war nie die Idee. Mit zehn Jahren habe ich in einem Film mitgespielt und das hat mir riesigen Spaß gebracht. Dieser Spaß ist bis heute nicht verflogen, auch wenn ich die Dinge heute natürlich ernster nehme. Den Gedanken kann ich sowieso nicht nachvollziehen, wie jemand den Berufswunsch "Schauspieler" haben kann – für mich ist das eine Idee, die sich einfach entwickelt.
GALA: Wie überraschend war für Sie der Erfolg von "Victoria" im Jahr 2015?
Lau: Ich habe von Anfang an zu Regisseur Sebastian Schipper gesagt, wenn der Film nicht auf der Berlinale läuft, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Natürlich war mir klar, dass wir da etwas Besonderes machen. Ich wäre sehr traurig gewesen, wenn da nichts bei rumgekommen wäre. Diesen Erfolg hab ich dann letztlich aber nicht vorausgeahnt. Es war einfach fantastisch.
GALA: Wie reagiert Ihr Berliner Kiez in Steglitz auf Ihren Ruhm?
Lau: Steglitz ist immer Steglitz geblieben. Die Leute sind da auf dem Boden, auch weil da die Zeit ein bisschen stehen geblieben ist. Mir gegenüber gibt es da keinerlei veränderte Wahrnehmung. Die Menschen freuen sich mit mir. Mit dem Begriff "Ruhm" hab ich im Zusammenhang mit meiner Person sowieso ein Problem.
GALA: Was hat sich für Sie persönlich denn nach "Victoria" verändert?
Lau: Ich bekomme seitdem tolle Drehbücher zugeschickt. Zudem kann ich mir jetzt mehr aussuchen, was ich machen will - und was nicht. Trotzdem darf ich mir weiter treubleiben.
GALA: Haben Sie Pläne Ihre Karriere auf internationalem Terrain auszubauen?
Lau: Aktuell arbeite ich gerade in der belgisch-französisch-luxemburgischen Co-Produktion "Gutland". Eine sehr "arthousige" Geschichte mit "Bach-to-the-Roots"-Charakter.
GALA: Was fällt Ihnen spontan ein, wenn Sie an rote Teppiche denken?
Lau: Ich würde keinen betreten, wenn es nicht gerade mein Film oder der von einem Freund wäre, um den es bei dem Event geht. Ich mag generell die Farbe Rot nicht so (lacht). GALA: Herr Lau, wir bedanken uns für das Gespräch.

tbu / Gala

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