Parfüm Dompteur der Düfte


Supernase Jacques Cavallier kreiert die Parfüms zu den Designer-Outfits - und alle werden Hits

Hornbrille, Dreitagebart, fröhliche blaue Augen:

So sieht einer der erfolgreichsten Verführer der Welt aus. Jacques Cavallier, 49, hat in seiner über zwanzigjährigen Karriere unzählige Parfüms komponiert. Designer wie Jean Paul Gaultier, Issey Miyake und Stella McCartney setzen auf seine Kunst, ebenso Giorgio Armani. Für ihn entwickelte Cavallier den neuen Herrenduft "Armani Code Sport".

So sinnlich wie erfrischend ist der neue Männerduft "Armani Code Sport", 50 ml EdT, ca. 46 Euro
So sinnlich wie erfrischend ist der neue Männerduft "Armani Code Sport", 50 ml EdT, ca. 46 Euro
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Hat Ihnen Armani eine Richtung für den Duft vorgegeben?

Ja, er sollte spritzig und sportlich sein, doch zugleich mysteriös und verführerisch.

Schließt sich das nicht gegenseitig aus?

Nein. Aber so ein Spagat ist eine echte Herausforderung. Zumal Giorgio Armani nicht wollte, dass ich Moschus als sinnliche Komponente verwende.

Wie haben Sie das Problem gelöst?

Mit Ambrox, einer warmen, samtigen und doch animalischen Note. Davon hatte ich während meiner Ausbildung aus Versehen mal eine Probe vor dem Ausgehen aufgetragen, statt Parfum. Die Mädchen waren hingerissen. Das habe ich nie vergessen. (lacht)

Wie kommt die Frische in den Duft?

Mit Mandarinenessenzen aus Süditalien. Das ist die beste Zitrusnote. Sie ist nicht zuckrig, sondern fruchtiggrün.

Der Duft fällt durch sein besonderes Minzaroma auf. Wie kommt es zustande?

Mit drei Sorten. Ich liebe es zu mixen. Wilde italienische Grünminze aus dem Piemont steht für spritzige Frische. Dazu Spearmint aus den USA, deren leichte Süße kennt jeder. Nummer drei kommt aus Brasilien und hat ein eher eisiges Aroma.

Wie viele Zutaten haben Sie verwendet?

Weniger als 20. Es ist eine kleine, kurze Formel. Der Trend geht dahin, sich auf wenige Ingredienzen zu beschränken. Einfachheit zu kreieren ist immer am schwierigsten.

Was ist daran denn so kompliziert?

Parfümrezepturen sind wild wie ein Tiger. Man muss sie zähmen. Eine Spur zu viel Mandarine oder Minze - und schon ist die ganze Balance dahin.

Angelika Ricard-Wolf gala.de

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