Stewardessen-Krankheit : Das hilft gegen perioale Dermatitis

Bei schmerzenden roten Bläschen und Entzündungen um den Mund herum, ist fehlende Pflege wohl eher nicht der Grund - das Gegenteil ist sogar der Fall. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um perioale Dermatitis, auch Stewardessen-Krankheit genannt. 

Ein spannendes und trockenes Hautgefühl am Kinn könnte für die Stewardessen-Krankheit stehen. 

Die Stewardessen-Krankheit, wie die perioale Dermatitis gerne im Volksmund genannt wird, beschreibt eine nicht ansteckende Hauterkrankung, die optisch der durchaus ansteckenden Gürtelrose gleicht. Deshalb wird sie auch Mundrose genannt. Doch wie kommt es zu der Erkrankung?

Die Stewardessen-Krankheit entsteht durch ein Überpflegen der Haut. Durch übermäßiges Cremen oder eine übertriebene Hautreinigung wird die Haut ausgetrocknet und ihre natürliche Schutzbarriere gestört. Sie ist dann nicht mehr in der Lage, Lipide und Fette selbst herzustellen - was viele Betroffene dazu veranlasst, nur noch häufiger zu pflegen. Ein Teufelskreis entsteht. Die gute Nachricht: Die Krankheit ist harmlos und leicht zu behandeln.

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Mit diesen Tipps verlangsamen Sie die Hautalterung

Straffere Haut
Herkömmliche Pflegeprodukte reichen oftmals nicht aus, um die Haut ausreichend mit Feuchtigkeit zu versorgen.
©Gala

Die perioale Dermatitis wird auch "Stewardessen-Krankheit" genannt, weil Flugbegleiterinnen aufgrund ihrer Arbeit in der Kabine häufig unter trockener Haut leiden und durch die Duty-Free-Shops häufiger in Kontakt mit Kosmetika kommen. Die Gefahr, seine Haut mit übermäßiger Pflege zu reizen, ist hier also groß. 

Warum entsteht eine Stewardessen-Krankheit? 

Warum die Stewardessen-Krankheit ausbricht, ist bisher nicht bekannt. Mediziner halten sie für eine Art der Rosacea oder Couperose - beides Erkrankungen, die mit einer anlagebedingten Störung der Gefäße einhergehen. Zusätzlich zu einer übertriebenen Hautpflege stehen weitere Faktoren im Verdacht, eine perioale Dermatitis auszulösen: 

  • Stress
  • Hormonschwankungen
  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • Infektionen mit Hefepilzen
  • Starke Sonneneinstrahlung oder künstliches UV-Licht

Symptome der Stewardessen-Krankheit

Die Stewardessen-Krankheit äußert sich um den Mund herum mit einem spannenden und trockenen Hautgefühl, dem ein Brennen folgt. Es zeigt sich eine großflächige, leicht schuppende Rötung, die sich im fortgeschrittenen Stadium sogar bis zu den Nasenflügeln hochziehen kann. 

An den betroffenen Stellen bilden sich zwei Millimeter große Hauterhebungen oder auch kleine mit Eiter gefüllte Pusteln. Besonders typisch ist hier ein schmaler Rand um den Mund herum, der nicht von der Stewardessen-Krankheit betroffen ist.

Bei Frauen verstärken sich die Symptome der perioalen Dermatitis um die Menstruation herum besonders. Die Ursache liegt hier in den hormonellen Veränderungen im Körper. Pickel am Kinn können außerdem auch auf eine Hormonstörung hinweisen. 

Stewardessen-Krankheit: Behandlung 

Früher riet man Patienten, die von der Stewardessen-Krankheit betroffen sind, zu einer sogenannten Nulltherapie - also das sofortige Absetzen jeglicher Hautpflege. Die Stellen sollen dabei lediglich mit Wasser gewaschen werden. Heute setzen Ärzte auch dermatologisch wirksame Medikamente ein, um zumindest die Beschwerden der Betroffenen zu lindern. In besonders schlimmen Fällen kann die Gabe eines leichten Antibiotikums hilfreich sein. Nichtsdestotrotz ist der Gang zum Dermatologen unumgänglich.   

Hausmittel gegen Perioale Dermatitis

Grundsätzlich gilt: Bitte keine Eigentherapie. Experten raten davon ab, die Stewardessen-Krankheit auf eigene Faust behandeln zu wollen. Daher sollte man auch davon absehen, frei verkäufliche Cortisoncremes auf die betroffenen Stellen zu schmieren, die das Ausmaß der Krankheit nach dem Absetzen nur noch verschlimmern können. 

Erlaubt sind Umschläge mit schwarzem Tee, die eine kurzfristige Linderung der Symptome bringen können. Viel wichtiger ist, den Auslöser der perioalen Dermatitis ausfindig zu machen. 

So beugen Sie der Stewardessen-Krankheit vor

Sie kennen das: Der gesamte Schrank steht voller Kosmetika und frei nach dem Motto "viel hilft viel" schmieren Sie sich am liebsten jedes Produkt ins Gesicht. Doch genau das kann Ihnen zum Verhängnis werden. Diese Tipps helfen Ihnen, der Stewardessen-Krankheit vorzubeugen: 

  1. Bei einem Produkt bleiben: Sie haben eine Lieblingscreme, die sich in der Vergangenheit bewährt hat? Dann sollten Sie diese auch nicht austauschen! Das heißt auch, dass Sie nicht jedes Pröbchen in der Einkaufstüte ausprobieren sollten. 
  2. Schonen Sie Ihre Haut: Vor allem, wenn Sie besonders empfindliche Haut haben, sollten Sie Ihrer Haut auch einmal eine Pause gönnen. Das bedeutet, ab und zu mal nur mit Wasser waschen und auch mal Make-up freie Tage einlegen. 
  3. Sparsam sein: Ihr Gesicht muss nicht mehrmals täglich eingecremt werden. Morgens und abends reicht in der Regel völlig aus. 
  4. Auf die Inhaltsstoffe achten: Auf Nummer sicher gehen Sie mit einer pH-neutralen Pflege ohne Duft- und Konservierungsstoffe. 

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