Konservierungsstoffe: Sind Parabene in Kosmetika gefährlich?

Parabene werden in Kosmetika als Konservierungsmittel eingesetzt. Seit einiger Zeit stehen sie im Verdacht unseren Hormonhaushalt zu beeinflussen. GALA klärt auf, was Parabene sind und welche Wirkung sie haben können

Parabene kommen in vielen Kosmetika vor wie Cremes, Duschgel oder Deo.

Creme, Duschgel oder Deo: Viele Kosmetika, die wir täglich benutzen, enthalten Parabene. Doch was bewirken Parabene und warum stehen sie im Verdacht schädlich zu sein? Hier sind die wichtigsten Antworten rund um die Wirkung von Parabenen.

Was sind Parabene?

Parabene sind chemische Stoffe, die verhindern sollen, dass zum Beispiel Kosmetikprodukte von Keimen befallen werden. Die Parabene konservieren unter anderem Lippenstifte, Deos und Hautpflegeprodukte, welche sonst im Kühlschrank gelagert werden müssten. Ihre chemische Zusammensetzung ähnelt der des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen, allerdings in einer viel geringeren Konzentration. Weitere Gebiete, in denen Parabene eingesetzt werden sind die Medizin, wo sie in Medikamenten vorkommen und die Lebensmittelindustrie, hier werden sie in Nahrungsmitteln verarbeitet. 

  • In Kosmetika werden meist sogenannte Methylparabene oder Ethylparabene verwendet, für deren Konzentration gilt eine Obergrenze von 0,4% .
  • Propylparabene und Butylparabene werden eher selten eingesetzt, für sie gilt eine Höchstkonzentration von 0,14% .

Parabene in Kosmetik bleiben umstritten

Bisher ist die Langzeitwirkung von Parabenen auf den Menschen nicht genau erforscht. In der EU sind seit 2015 Propylparabene und Butylparabene in bestimmten Kinderkosmetika verboten. Vorher wurden die Stoffe zum Beispiel in Wundcreme für Babys verwendet. Denn Kinder unter sechs Monaten haben eine größere Hautoberfläche im Verhältnis zu ihrem Gewicht. Sie könnten gerade bei Hautreizungen wie einem wunden Po mehr von den Parabenen über beispielsweise eine Wundcreme aufnehmen. Da der Stoffwechsel von Babys noch nicht ausgereift ist, weiß man nicht, welche Einwirkungen die Inhaltsstoffe haben könnten. Die Maßnahme der EU dient also lediglich der Vorbeugung.

Parabene: Wie schädlich sind sie wirklich?

Naturkosmetik kommt meist ohne Parabene aus und kann eine Alternative bieten.

In Tierversuchen haben Forscher herausgefunden, dass Parabene in hoher Konzentration den Hormonhaushalt beeinflussen können. 2004 kam eine Studie heraus, die sogar behauptete, dass Parabene in Deodorants Brustkrebs auslösen würden. Ein kausaler Zusammenhang zwischen den Inhaltsstoffen der Deos und einer Krebserkrankung konnte jedoch nicht eindeutig nachgewiesen werden. Da Parabene eine gute Hautverträglichkeit aufweisen und selten Allergien auslösen, sieht das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) es nicht als sinnvoll an, diese durch andere Konservierungsstoffe zu ersetzen. Wer trotzdem auf Parabene verzichten möchte, kann sich im Internet informieren, welche Hersteller parabenfreie Produkte anbieten. Häufig sind Produkte wie Naturkosmetika frei von Parabenen.

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