Milien : Behandlung und Ursachen von Grießkörnern

Milien sind kleine weiße Knötchen rund um das Auge und werden im Volksmund auch Grießkörner oder Hautgrieß genannt. Was zunächst nur ein rein kosmetisches Problem ist, wird von vielen als störend empfunden. Wir verraten Ihnen die Ursachen von Milien und was Sie dagegen tun können. 

Kleine weiße Knötchen rund um das Auge weisen auf Milien hin.

Haben sie weiße Knötchen rund um ihr Auge entdeckt, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Milien, auch Grießkörner oder Hautgrieß genannt. Viele halten sie fälschlicherweise für Pickelchen, dabei sind Milien weiße Zysten, die sich im Bereich des Auges ansammeln, aber auch an anderen Körperstellen - bis zu den Genitalien - auftauchen können.

Was sind Milien? 

Die gute Nachricht: Milien sind keine Hautkrankheit und ungefährlich - allerdings können sie zum kosmetischen Problem werden. Mit der richtigen Behandlung wird man sie glücklicherweise mühelos wieder los. In den Zysten selbst steckt eine Mischung aus Talg und Keratin, einem Protein, das in Haut, Haaren und Nägeln vorkommt. 

Straffere Haut

Mit diesen Tipps verlangsamen Sie die Hautalterung

Straffere Haut
Herkömmliche Pflegeprodukte reichen oftmals nicht aus, um die Haut ausreichend mit Feuchtigkeit zu versorgen.
©Gala

So entstehen Milien 

Die Wissenschaft unterscheidet bei Hautgrieß in primäre Milien und in sekundäre Milien. Bei ersteren wird ein hormoneller Zusammenhang vermutet, ließ sich bisher aber wissenschaftlich noch nicht nachweisen - bei vielen Frauen verstärkt sich der Grieß um die Menstruation herum oder auch während der Wechseljahre. Bei primären Milien bilden sich die Grießkörner scheinbar ohne Anlass an Schweißdrüsenausgängen oder an den Folikeln von Haaren. Anders als die sekundären Milien heilen sie nicht von selbst wieder ab und müssen vom Dermatologen entfernt werden. 

Sekundäre Milien entstehen durch mechanische Einwirkungen wie Hautverletzungen, kleine Schnitte und Schürfwunden, aber auch Sonnenbrand und Entzündungen können für ihre Entstehung verantwortlich sein. Milien bilden sich beispielsweise auch im Anschluss an eine abgeheilte Gürtelrose. 

Milien: Behandlung und Entfernung 

Auf keinen Fall sollten Sie an ihrem Grießkorn eigenständig herumdrücken und gar versuchen, die Milien wegzuschneiden - die Verletzungsgefahr ist vor allem in der empfindlichen Gegend um die Augen viel zu groß. Handelt es sich allerdings bei der zu entfernenden Hauterhebung um einen Pickel, erfahren Sie hier, wie Sie Pickel richtig ausdrücken

Behandlung mit dem Skalpell 

Bei wenigen, kleinen Milien, die nicht zu nah am Auge sitzen, kann eine Kosmetikerin oder der Hautarzt den Zysten mit einem speziellen Messer oder einem Skalpell zu Leibe rücken. Bei dieser Methode wird das Grießkorn leicht angeritzt, um anschließend die verkapselte Substanz aus der Haut zu drücken. Da die Experten hier minimalinvasiv arbeiten, bleiben hier meistens keine Narben. Je nachdem kostet diese Behandlung beim Kosmetiker oder beim Dermatologen zwischen 10 und 20 Euro.  

Behandlung mit Laser 

Einen Dermatologen sollten Sie hingegen aufsuchen, wenn der Hautgrieß nah am Auge sitzt oder sich eine dichte, größere Ansammlung gebildet hat. Denn dann kommt der sogenannte Erbium-Laser zum Einsatz, der die Pickelchen entfernt, indem er die oberste Hautschicht abträgt und sowohl das Wasser, als auch den Inhalt der Zyste durch die Hitze verdampft. Danach bildet sich eine kleine Kruste, die jedoch nach kurzer Zeit abfällt. Doch Vorsicht: Nach der Behandlung sollten Sie unbedingt Sonnenschutz auftragen, da die Haut in den ersten Tagen danach besonders empfindlich reagiert. Die Kosten dieser Behandlung liegen bei circa 80 Euro. 

Hausmittel gegen Grießkörner 

Wie bei jedem Wehwehchen, gibt es auch bei Milien diverse Hausmittel, die dem lästigen Grieß entgegenwirken sollen: 

  • Apfelessig: Der Allrounder unter den Hausmitteln soll auch bei Milien helfen können. Verdünnen Sie hierfür den Essig mit ein wenig Wasser und tupfen Sie damit vorsichtig Ihre Grießkörner ab. 
  • Natürliches Peeling: Peelings helfen, die natürliche Hautschicht abzutragen und die Milien zumindest oberflächlich zu verkleinern. Vermischen Sie hierfür Zucker mit Olivenöl und Honig. Das Gemisch ist für jeden Hauttyp geeignet und löst Verhornungen sanft ab.
  • Aloe-vera-Gel: Aloe vera wird nachgesagt, entzündungshemmend zu wirken. Ernten Sie hierfür das frische Gel eines Blatts der Aloe vera und lassen sie es über Nacht auf den betroffenen Stellen einwirken. Spülen Sie es am nächsten Tag mit lauwarmem Wasser ab. 

Milien vorbeugen 

Leiden Sie häufig unter Milien, gibt es einige Kniffe, mit denen Sie die Körnchen unterm Auge vermeiden können. 

  • Regelmäßige Gesichtsreinigung: Zur Vorbeugung von Milien sollten Sie Ihr Gesicht zwei Mal täglich mit einer milden Waschlotion und frischem Wasser waschen. 
  • Pflege: Verwenden Sie Hautpflege, die auf Ihren Hauttyp abgestimmt ist - am besten mit Sonnenschutz. Wissenschaftler vermuten, dass UV-Licht die Bildung von Milien begünstigt. 
  • Dampfbäder: Regelmäßige warme Bäder tun der Haut nicht nur gut, sie sorgen auch dafür, dass sich die Poren öffnen. Dadurch lösen sich Schmutz und überflüssiger Talg. Langfristig sorgen Dampfbäder für ein besseres Hautbild. 
  • Ernährung: Da bei der Entstehung von Milien eine hormonelle Ursache vermutet wird, raten Experten zu weniger Lebensmitteln, die viel natürliches Östrogen enthalten. Dazu gehören Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Kichererbsen und Sojaprodukte. 

Haben Sie stattdessen kleine Pickelchen und Entzündungen um den Mund herum, kann das auf die Stewardessen-Krankheit hindeuten. Pickel am Kinn können hingegen hormonelle Ursachen haben. Hier erfahren Sie außerdem alles zu Hausmitteln gegen Pickel