Schwaches Bindegewebe: Cellulite – warum sie auftritt und was dagegen hilft

Ob schlank oder kurvig – die meisten Frauen haben früher oder später mit Cellulite zu kämpfen. Wer einmal von der – auch als Orangenhaut bezeichneten – Hautveränderung geplagt ist, wird sie nur schwer wieder los. Ein Wundermittel gibt es nicht. Tun können Sie aber trotzdem etwas gegen das schlaffe Bindegewebe!

Cellulite – bis zu 90 Prozent der Frauen betrifft es

Soviel vorweg: Cellulite ist keine Krankheit. Abfinden möchten sich Frauen mit dem harmlosen Fettgewebe unter der Haut trotzdem nicht. Das müssen sie auch nicht. Hier erfahren Sie, warum Cellulite entsteht und was Sie gegen die ungeliebten Dellen tun können.

Cellulite oder Cellulitis?

Cellulite und Cellulitis werden oft als Synonym verwendet, dabei gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Begrifflichkeiten: Cellulitis ist eine Krankheit, Cellulite “nur“ ein kosmetisches Problem.

Cellulite ist eine Veränderung des Bindegewebes der Unterhaut, die sich durch eine Dellenbildung der Haut auszeichnet und vor allem an den Oberschenkeln auftritt.

Cellulitis ist eine Entzündung des Unterhautgewebes. Die betroffenen Körperstellen sind gerötet, geschwollen und schmerzempfindlich. Häufig kommen Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl hinzu. Die Einnahme von Antibiotika sorgt meist für eine rasche Heilung. Bei der Cellulite hingegen können Medikamente nichts ausrichten. Gänzlich heilen lässt sich eine Cellulite ohnehin nicht, aber es gibt einige Möglichkeiten, die Haut zu straffen.

Warum Cellulite?

Vor allem Frauen sind von Cellulite betroffen: Schätzungen zufolge leiden 85 bis 98 Prozent der über 20-Jährigen unter der Orangenhaut. Warum ist das so? Die Hauptursache für Cellulite liegt in der weiblichen Anatomie begründet. Die eher dünnen Bindegewebsfasern (Septen) in der Unterhaut verlaufen bei Frauen senkrecht, ähnlich wie Säulen, zur Hautoberfläche. Erschlaffen die Bindegewebsfasern, können sich wachsende Fettzellen leicht durch die Lücken zwischen diesen Säulen nach oben drücken. Die flexiblere weiche Haut der Frau bietet dem Druck des darunter liegenden Fettgewebes kaum Widerstand. Das Fettgewebe drängt bis an die Oberhaut vor. Dort führt es zu den bekannten sichtbaren Dellen und Auswölbungen. Männer haben dickere Bindegewebsfasern, die schräg und teils gekreuzt zur oberen Haut verlaufen. Diese netzartige Struktur verleiht der Haut größere Stabilität.

Was verursacht Cellulite?

Entgegen der verbreiteten Meinung ist Übergewicht keine Ursache für Cellulite. Allerdings kann die Ausprägung der Hauterscheinungen mit einem höheren Gewicht zunehmen. Ärzte vermuten jedoch, dass neben dem Aufbau der weiblichen Haut vor allem folgende Faktoren für die Entstehung der Cellulite verantwortlich sind:

  • Erbliche Veranlagung
  • Stress
  • Rauchen
  • Schwangerschaften
  • Weibliche Hormone
  • Eine unausgewogene und ungesunde Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Zu wenig Schlaf

Wie kann ich Cellulite bekämpfen?

Auch wenn Cellulite zwar medizinisch unbedenklich ist, hegen viele Frauen den Wunsch, etwas gegen die ungeliebten Dellen auf der Haut zu tun. Vergessen Sie Wundermittel. Kein Wirkstoff dieser Welt lässt Cellulite verschwinden. Aber mit diesen Tipps können Sie zumindest für ein glatteres Hautbild sorgen:

Sport

Bewegungsmangel führt zu erschlaffter Haut. Außerdem verschlechtert sich die Durchblutung, was wiederum negative Auswirkungen auf den Stoffwechsel hat. Eine Kombination aus Kraft- und Cardiotraining ist im Kampf gegen Cellulite ideal. Schwimmen, Walken oder Radfahren regen die Fettverbrennung an, Krafttraining strafft das Bindegewebe. Zwei- bis dreimal pro Woche Sport sollte drin sein.

Radfahren sorgt für straffe Beine und hilft dabei, Cellulite vorzubeugen

Sie möchten Cellulite mit gezielten Übungen bekämpfen? Wir zeigen Ihnen, welche Übungen echte Cellulite-Killer sind:

Bye-bye, Orangenhaut!

Das sind die besten Übungen gegen Cellulite

Kendall Jenner

Massagen

Mehrere Massagen pro Woche können die Dellen reduzieren und das Hautbild glatter erscheinen lassen. Anwendung: Einzelne Hautpartien zwischen Daumen und Zeigefinger klemmen, anheben und wieder fallen lassen. Tipp: mit Massagehandschuh, Noppenbürste oder groben Schwamm die betroffenen Stellen kreisförmig massieren, ist genauso effektiv.

Wechselduschen

Wechselduschen regen die Durchblutung an. Zudem wird der Fettstoffwechsel angekurbelt. Am besten wechseln Sie mit jeder Dusche dreimal hintereinander zwischen heißem und kaltem Wasser.

Weitere Tipps gegen Cellulite finden Sie auch in dem Artikel: "Was hilft gegen Cellulite?" 

Was soll man essen gegen Cellulite?

Es gibt sie, Lebensmittel, die uns dabei helfen, unser Hautbild zu optimieren. Mit diesen Nahrungsmitteln essen Sie sich schön:

Leinsamen

Leinsamen beugen der Ansammlung von Flüssigkeit im Körper vor. Anwendung: Ein Teelöffel Leinsamen täglich reicht aus. Tipp: Angereichert im Salat, Müsli oder Smoothie sind Leinsamen eine leckere Ergänzung.

Nüsse

Nüsse sind reich an B- und E-Vitaminen, die sich positiv auf die Elastizität des Bindegewebes auswirken. Eine gute Handvoll täglich ist ausreichend.

Spinat

Spinat kann zur Verbesserung des Hautbildes beitragen

Spinat enthält Vitamin A, das die Kollagenbildung anregt. Kollagen ist für die Festigkeit sehr wichtig. 100 Gramm Spinat zwei bis dreimal pro Woche sind optimal.

Avocado

Das in der Avocado enthaltene Kalium trägt zur Entwässerung des Körpers bei. Weniger Wassereinlagerungen verringern auch Dellen. Wem eine Avocado pur täglich zu fad ist, kann sie auch als Butterersatz auf Toast, Sandwich und Co. verwenden.

Lachs

Lachs enthält einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren, die sich positiv auf die Elastizität der Haut auswirken. Zwei bis drei Mal pro Woche sollte Lachs (oder Hering) auf dem Speiseplan stehen.

Zitrusfrüchte

Zitrusfrüchte weisen einen hohen Vitamin-C-Anteil auf, der zur Kollagenproduktion im Bindegewebe beiträgt. Das Bindegewebe freut sich über eine Zitrusfrucht täglich. Das ist Ihnen zu sauer? Alternativ können Sie auch jeden Morgen ein Glas laufwarmes Zitronenwasser trinken. Das kurbelt nicht nur den Stoffwechsel an, sondern zügelt auch den Appetit.

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Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen, weshalb wir Ihnen dringend ans Herz legen, einen Spezialisten aufzusuchen. Gute Besserung wünscht Ihr GALA.de-Team.

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