Winterpflege Auf Kuschelkurs


Schneehasen, aufgepasst! Wenn die Temperaturen fallen, ist die richtige Hautpflege das Nonplusultra. "Gala" verrät, wie wir dem Winter ganz entspannt die kalte Schulter zeigen

8 Grad

Mit zunehmender Kälte müssen reichhaltigere Pflegegeschütze aufgefahren werden, denn der Haut mangelt es an Feuchtigkeit. "Ein Grund dafür ist die extrem trockene Winterluft. Je kälter es draußen wird, desto geringer ist die Luftfeuchtigkeit", sagt Dermatologin Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann von Garnier. "Die Talgdrüsen reagieren auf das Klima und produzieren weniger Hautfette, unter 8 Grad stellen sie ihre Tätigkeit dann ganz ein", so die Garnier-Hautexpertin. Trockene Heizungsluft tut ihr Übriges.
Die Folge: Der natürliche Säureschutzfilm der Haut wird durchlässiger. Die Haut trocknet aus, schuppt und juckt. Fett auftragen sollte man daher großflächig. Für das Gesicht empfiehlt es sich, die Nacht zur Tagespflege zu machen. Pflegende Masken (zum Beispiel mit Hyaluronsäure) pimpen den körpereigenen Schutzmantel und binden die Feuchtigkeit in der Haut. Im Freien bietet Gesichtsöl idealen Kälteschutz. Aber auch der Körper freut sich über eine reichhaltige Intensivpflege. Ganz besonders die Unterschenkel – sie verfügen nur über sehr wenige Talgdrüsen.

1. "Eclat D'Hiver" von Dr. Pierre Ricaud, 40 ml, ca. 20 Euro; 2. Schützende Lippenpflege "Smooth Operator" von Rituals, ca. 9 Euro; 3. "Aloe Vera Extra Rich Cream Mask" von Santaverde, 30 ml, ca. 35 Euro; 4. "Miracle Skin Cream" von Garnier, ca. 12 Euro; 5. Winterkörpercreme "Body" mit Mandel, von Annemarie Börlind, 150 ml, ca. 15 Euro
1. "Eclat D'Hiver" von Dr. Pierre Ricaud, 40 ml, ca. 20 Euro; 2. Schützende Lippenpflege "Smooth Operator" von Rituals, ca. 9 Euro; 3. "Aloe Vera Extra Rich Cream Mask" von Santaverde, 30 ml, ca. 35 Euro; 4. "Miracle Skin Cream" von Garnier, ca. 12 Euro; 5. Winterkörpercreme "Body" mit Mandel, von Annemarie Börlind, 150 ml, ca. 15 Euro
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Reinigung im Schonwaschgang

Zu heißes Duschen, ausgedehnte Baderituale und entfettende Zusätze greifen die Haut zusätzlich an. Lauwarmduscher sind daher klar im Vorteil, und auch das Badewasser sollte 35 Grad nicht übersteigen. Rückfettende Duschgele und Öle sorgen außerdem für mildernde Umstände. Die gleiche Nachsicht ist bei der Gesichtswäsche geboten, da die Reparaturmechanismen der Haut im Winter nur auf Schmalspur laufen. "Entfettende Reinigungsprodukte, alkoholhaltige Gesichtswasser oder häufiges Peeling können bei Kältegraden die schützende Hautbarriere besonders nachhaltig beschädigen", sagt Dr. Axt-Gadermann. "Im Winter sollte man deshalb auf Schaum und Gel verzichten." Stattdessen reinigen etwa Produkte auf der Basis von Mizellentechnologie besonders mild. Diese versorgen die Haut mit pflegenden Wirkstoffen und müssen auch nicht mehr mit Wasser abgewaschen werden. Eine Alternative sind rückfettende Reinigungscremes. Peelings, wenn überhaupt, nur morgens anwenden, weil die Haut dann die Schutzbarriere aufbaut.

1. Rückfettendes Duschgel "Cold Cream" von Avène, 200 ml, ca. 10 Euro; 2. "Intensive Nourishing Treatment Mask" von Liz Earle, 50 ml, ca. 17 Euro; 3. "Atoderm Crème Lavante Rückfettende Waschcreme" von Bioderma, 500 ml, ca. 17 Euro
1. Rückfettendes Duschgel "Cold Cream" von Avène, 200 ml, ca. 10 Euro; 2. "Intensive Nourishing Treatment Mask" von Liz Earle, 50 ml, ca. 17 Euro; 3. "Atoderm Crème Lavante Rückfettende Waschcreme" von Bioderma, 500 ml, ca. 17 Euro
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Dos

Dusch- und Badeöle wirken rückfettend, sie schützen die Haut mit einem feinen Fettfilm. Nach dem Baden ist zusätzliches Eincremen dennoch zu empfehlen.

Don'ts

Gesichtsbürsten, Reinigungsschaum und -gel haben jetzt Winterpause. Auch zu vermeiden sind mehr als zwei Wannenbäder pro Woche – und bitte nicht länger als 15 Minuten.

So sieht die Haut nicht Rot aus

Sensibelchen und extreme Hauttypen mit entzündlichen Erkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte sollten nie ohne eine fettreiche Pflege spazieren gehen. Indoors allerdings muss die Creme unbedingt runter, um einen Hitzestau zu vermeiden. Auf der Wunschliste für die Haut stehen jetzt natürliche Öle und Omega-Fettsäuren. Tabu sind jegliche Inhaltsstoffe, die die Haut zusätzlich reizen könnten, wie Parfüms und Farbstoffe. Gegen Juckreiz und Spannungen helfen harnstoffhaltige Cremes aus der Apotheke. Wer auf Feuchtigkeitssprays auf Thermalwasserbasis schwört, sollte laut Expertin Axt- Gadermann Folgendes beachten: "Prinzipiell trocknet Wasser die Haut aus, wenn keine feuchtigkeitsbindenden Substanzen enthalten sind, die das Wasser auch in der Haut festhalten. Deshalb Thermalwassersprays nur in Kombination mit einer Pflege anwenden." Also aufsprühen, trocknen lassen und mit einer reichhaltigen Creme versiegeln.

1. "Redness Neutralizer" von Skin Ceuticals, 50 ml, ca. 75 Euro; 2. "Sensiderm SOS Balm" von Dr. med. Christine Schrammek, 40 ml, ca. 45 Euro; 3. "Pro Balance Akut"-Spray von Dadosens, 75 ml, ca. 20 Euro; 4. Beruhigende Pflege "Anti Rötungen" von Eucerin, 50 ml, ca. Euro
1. "Redness Neutralizer" von Skin Ceuticals, 50 ml, ca. 75 Euro; 2. "Sensiderm SOS Balm" von Dr. med. Christine Schrammek, 40 ml, ca. 45 Euro; 3. "Pro Balance Akut"-Spray von Dadosens, 75 ml, ca. 20 Euro; 4. Beruhigende Pflege "Anti Rötungen" von Eucerin, 50 ml, ca. Euro
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Dos

Bei Kleidern und Wäsche direkten Hautkontakt mit Schurwolle meiden, weil er die Haut reizt, ihr Feuchtigkeit entzieht und den Juckreiz verstärkt. Stattdessen besser auf glatte Baumwolle oder Seide setzen.

Don'ts

Heiße Getränke und Speisen meiden – lieber erst etwas abkühlen lassen. Auch heißer Glühwein ist nicht empfehlenswert. Ebenfalls ein No-Go sind sehr scharf gewürzte Gerichte, weil sie stark durchblutend wirken.

Pflege von Innen

Wer bei Minusgraden mit heiler Haut davonkommen möchte, kann die Pflege durch gezielte Ernährung unterstützen. Der Mangel an Hautlipiden bei trockener Haut lässt sich durch eine Extraportion einfach und mehrfach ungesättigter Fettsäuren, etwa in pflanzlichen Ölen oder Fisch, ausgleichen. Unser Organismus benötigt sie, um daraus Hautfette zu produzieren. Diese verbessern die Schutz- und Barrierefunktion der Haut, helfen, Feuchtigkeit zu speichern, und beugen Verhornungen und rauen Stellen vor. Wichtig für die intakte Haut ist außerdem ein ausreichender Feuchtigkeitsgehalt. Er ist von der Konzentration sogenannter natürlicher Feuchthaltefaktoren abhängig, besonders beim Star der hauteigenen Feuchthaltefaktoren, dem Harnstoff (Urea). "Untersuchungen ergaben, dass der Harnstoffgehalt in trockener Haut um etwa 50 Prozent geringer ist als in gesunder Haut. Harnstoff wird beim Abbau von Eiweißbausteinen – Aminosäuren, vor allem Arginin – in den Hornzellen der Haut gebildet", sagt Dr. Axt-Gadermann. Für gezielte Argininzufuhr sorgen Erdnüsse, Weizenkeime, Haselnüsse, Paranüsse, Mandeln, Linsen und Sojabohnen." Als Nahrungsergänzung bei trockener Haut können Nachtkerzensamenöl oder Borretschöl (500 mg täglich) sinnvoll sein. Sie enthalten Gamma- Linolensäure (GLA, wichtig zum Aufbau von Hautlipiden). Wegen Enzymmangels können Neurodermitiker GLA nicht selber bilden. Alternativ kann auch Fischöl (1000 mg täglich) Entzündungen entgegenwirken und die Rückfettung der Haut begünstigen.

Mit Hand und Fuß

Bei Kälte ziehen sich die Blutgefäße unter der Haut zusammen. Die Wärme konzentriert sich dann in der Körpermitte zur Durchblutung der inneren Organe. Die Folge sind nicht nur kalte Hände und Füße: Durch den verlangsamten Stoffwechsel und die geschwächten Abwehrmechanismen haben Pilze und Bakterien leichteres Spiel. Warme Fußbäder sind daher im Winter absolut empfehlenswert – und nicht nur was für Weicheier. Anschließendes Eincremen versteht sich von selbst. Wer bei Müdigkeit an den Füßen friert, dem sei vor dem Zubettgehen die Massage mit einem Wärme-Balsam (zum Beispiel von Gehwol) empfohlen. Hier kommen unter anderem Scharfstoffe aus Paprika-und Ingwerextrakt als Aufheizer zum Einsatz. Sie regen die Wärmerezeptoren der Haut an, die Blutgefäße weiten sich und bringen die Durchblutung in Schwung. Auch die Hände brauchen jetzt Extrapflege. Beim Waschen auf milde pH-neutrale Seifen achten (zwischen 4,8 und 6,0), das entspricht dem natürlichen Säuremantel der Haut.
Tipp: Kaltes Nachspülen verschließt die Poren!

1. "Anti Age Hyaluron Anti-Pigment"-Handcreme von Eubos, 50 ml, ca. 13 Euro; 2. "Wärme-Balsam" gegen kalte Füße, von Gehwol,75 ml, ca. 6 Euro; 3. "Hand-Filler"-Set von Filorga mit Handmaske und Handschuhen, ca. 48 Euro
1. "Anti Age Hyaluron Anti-Pigment"-Handcreme von Eubos, 50 ml, ca. 13 Euro; 2. "Wärme-Balsam" gegen kalte Füße, von Gehwol,75 ml, ca. 6 Euro; 3. "Hand-Filler"-Set von Filorga mit Handmaske und Handschuhen, ca. 48 Euro
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Dos

Man kann es nicht oft genug sagen: Handschuhe an beim Spülen und Putzen! Fetthaltige Creme als Handpackung auftragen, Latex-Handschuhe darüber ziehen. Durch die Wäme des Spülwassers entfalten sich die Wirkstoffe.

Don'ts

Ohne Handschuhe in die Kälte ist ein No-Go! Wer seine Füße im Winter auch drinnen immer dick eingepackt lässt, riskiert Hitzestau und Hautrisse. Darum auch mal barfuß laufen und auf regelmäßige Belüftung achten!

Tipps zur Durchblutung

Am besten halten wir es wie die Finnen. Ihr Volkssport, der regelmäßige Gang in die Sauna, wirkt wie ein Work-out für die Haut. Eine wissenschaftliche Studie ergab: Durch Saunatraining weist die Haut einen dichteren Säureschutzmantel auf, ihre Durchblutung wird nachhaltig verbessert, und sie kann Feuchtigkeit besser speichern. Das funktioniert sogar bei Neurodermitis – wenn im Anschluss an die Sauna die noch warme Haut reichhaltig eingecremt wird. Bei Hautkrankheiten wie Rosazea ist der Gang in den Schwitzkasten jedoch tabu. Aber auch Wechselduschen oder Ausdauersport im Freien fördern die Durchblutung. Im Anschluss gilt ein ausdrückliches Trinkgebot!

Dos

Nach der Sauna zunächst nur kalt duschen, um den Kreislauf zu schonen. Hardliner wagen sich danach noch ins Eisbecken.

Don'ts

Neurodermitiker sollten von Salzabreibungen in der Sauna die Finger lassen. Auch Aroma-Aufgüsse wirken kontraproduktiv.

Ariane Häusler Gala

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