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Fliegende Haare Was man dagegen tun kann

Fliegende Haare nerven im Winter.
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Wir kennen sie alle: fliegende Haare. Gerade im Winter haben wir oft mit elektrostatisch aufgeladenen Haaren zu tun, die schwer zu bändigen sind. Wir erklären, wie es zu dem Phänomen kommt und was man dagegen tun kann.

Fliegende Haare haben besonders im Winter Hochsaison. Dann stehen uns viele einzelne Haare regelrecht zu Berge - frisieren fast unmöglich! Ganz besonders dann, wenn wir uns beispielsweise gerade unseren Lieblings-Kuschelpulli über den Kopf gezogen haben. Manch einen treibt der tägliche Kampf morgens vorm Spiegel in den Wahnsinn. Doch woher kommt das fliegende Haar?

Fliegende Haare: Das ist der Grund

Die Ursache für fliegende Haare liegt in der Physik. In unserem Körper gibt es negative Elektronen und positive Ladungen, auch Protonen genannt. Normalerweise kommen diese zu gleichen Anteilen vor. Zum Beispiel beim Bürsten und Kämmen oder dem Überziehen eines Pullovers, entsteht Reibung, durch die das Haar negative Ladung abgibt und nur noch vorwiegend Protonen enthält. Die einzelnen Haare sind dann hauptsächlich positiv geladen. Wie bei einem Magneten stoßen sich gleiche Ladungen (gleiche Pole) gegenseitig ab. Die Folge: Die Haare fliegen auseinander, weil sie sich gegenseitig abstoßen und Abstand voneinander suchen.

Trockene Heizungsluft verstärkt diesen Effekt, was dazu führt, dass fliegende Haare vor allem in der Winterzeit ein Problem sind. Die Reibung durch Mützen, Schals und Kapuzen bei kühleren Temperaturen tut ihr Übriges. Auch wenn die Haare trocken und strapaziert oder besonders dünn sind, laden sie sich schneller elektrostatisch auf.

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Fliegende Haare: Das kann man dagegen tun

1. Tipp: Feuchtigkeit gegen elektrische Haare

Trockenes Haar ist besonders anfällig für elektrostatische Aufladung, es fliegt schneller als gut feuchtigkeitsversorgtes Haar. Daher ist gerade im Winter gute Haarpflege das A und O, wenn man fliegende Haare verhindern möchte.

Wählen Sie Haarpflegeprodukte (Shampoo, Spülung und/oder Conditioner), die besonders für trockene Haare geeignet sind und feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe beinhalten. Dazu zählen beispielsweise Avocado, Sheabutter, Kokosöl oder andere natürliche Öle. Mindestens einmal pro Woche sollten Sie das Haar mit einer Feuchtigkeitsmaske versorgen. Hier bieten Drogerien eine enorme Auswahl. Eine Haarmaske kann man aber auch schnell zuhause mixen. Hier finden Sie Tipps, wie man eine Haarkur selber machen kann.

2. Tipp: Richtig kämmen gegen fliegende Haare

Finger weg von Bürsten und Kämmen aus Plastik oder Metall! Diese begünstigen fliegende Haare. Lieber sollte man beispielsweise auf einen großzinkigen Kamm zurückgreifen. Durch die großen, groben Zinken entsteht viel weniger Reibung als bei einer Bürste mit vielen kleinen Borsten. Wenn Sie Ihr Haar nur mit einer Bürste entwirren können, dann wählen Sie hierfür am besten ein Exemplar mit Naturborsten.

3. Tipp: Hände weg vom Föhn!

Föhnen geht so schön schnell, ist aber absolut kontraproduktiv im Kampf gegen fliegende Haare, denn es trocknet die Haare zusätzlich aus. Daher das Haar lieber an der Luft trocknen lassen. 

Wer auf Föhnen nicht verzichten kann, sollte das Haar möglichst bei milder Temperatur oder sogar kalt föhnen. Vielleicht lohnt sich hier auch die Anschaffung eines Föhns mit spezieller Ionen-Technologie. Diese verhindert die Aufladung des Haars. Nach dem Föhnen freut sich ihre Mähne über einen Leave-In-Conditioner oder ein bisschen Öl, das man zwischen den Fingern verreibt und auf dem Haar verstreicht. So werden die Haare mit Feuchtigkeit versorgt und bleiben eher an Ort und Stelle.

4. Tipp: Luftfeuchtigkeit gegen fliegendes Haar

Ist die Raumluft sehr trocken - beispielsweise durch die Heizung oder einen Kamin - neigen die Haare eher dazu, sich elektrostatisch aufzuladen. Hier kann man durch das Aufstellen von mit Wasser gefüllten Gefäßen auf den Heizkörpern Abhilfe leisten. Das Wasser verdunstet und die Luftfeuchtigkeit wird dadurch ein wenig erhöht. Dies ist im übrigen auch für die Funktion der Schleimhäute in der Erkältungszeit gut - Infekte können besser abgewehrt werden.Trockene Haut profitiert ebenfalls davon.

5. Tipp: Die richtige Mütze bei fliegenden Haaren

Auch das Material von Kopfbedeckungen wie Mützen und Hüten hat Einfluss auf die elektrostatische Aufladung der Haare. Wolle hält zwar schön warm und ist kuschelig, dennoch kann sie die Haare stark aufladen. Auch Kaschmir und Kunstfasern lassen die Haare fliegen. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte am besten auf Mützen aus Baumwolle zurückgreifen. 

6. Tipp: Anti-Frizz-Spray gegen fliegende Haare

Mittlerweile gibt es schon spezielle Sprays, die wirksam gegen aufgeladene Haare wirken. Die sogenannten Anti-Frizz-Sprays können in das trockene Haar gesprüht werden und verhindern, dass die Haare wild vom Kopf stehen. Einige Kosmetikfirmen bieten ganze Haarpflege-Linien mit Anti-Frizz-Wirkung an. Dazu gehören dann neben dem Spray auch Shampoos, Spülungen, Kuren oder Haaröle, die der statischen Aufladung der Haare entgegenwirken und sie gut mit Feuchtigkeit versorgen.

7. Tipp: SOS-Maßnahme für unterwegs

Sie sind unterwegs und fliegende Haare versuchen, Ihnen die Laune zu vermiesen? Dann ist es gut, wenn Sie eine Handcreme in Ihrer Handtasche haben. Einfach eine kleine Menge der Creme zwischen den Händen verreiben und diese dann leicht über die Haare streichen. Sollten Sie keine Creme zur Hand haben, reicht es manchmal auch, wenn Sie die Hände mit Wasser anfeuchten und damit über die Haare fahren. 

8. Tipp: Wenn gar nichts mehr geht ...

Natürlich hoffen wir, dass Ihnen unsere Tipps helfen. Doch leider gibt es ja auch die Tage, an denen nichts so richtig gelingen möchte. Wenn sich Ihre Haare einfach nicht bändigen lassen, bleibt nur eins: Weisen Sie Ihr widerspenstiges Haar in seine Schranken und binden Sie es zusammen. Entweder in einem Pferdeschwanz oder einer Hochsteckfrisur. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, flechtet das Haar. Aus einer Flechtfrisur kann sich fliegendes Haar nicht hinaus manövrieren. 

Haare, die zu kurz zum Zusammenbinden sind, können mithilfe eines Haarreifs oder Haarspangen gebändigt werden.


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