Frisuren: Die Haarflüsterin

In ihre Hände begeben sich alle Stars der Fashion- und Filmszene besonders gern: Odile Gilbert kreiert mit Bürste, Kamm und unbändiger Fantasie opulente Kunstwerke

Für Sofia Coppolas Film "Marie Antoinette" entwickelte Odile Gilbert die Frisuren-Looks. Kirsten Dunsts Haar verlängerte sie dabei mit Echthaarteilen. Am meisten reizte die Stylistin an diesem Projekt der Mix aus  Historischem und Modernem.

Für Sofia Coppolas Film "Marie Antoinette" entwickelte Odile Gilbert die Frisuren-Looks. Kirsten Dunsts Haar verlängerte sie dabei mit Echthaarteilen. Am meisten reizte die Stylistin an diesem Projekt der Mix aus

Historischem und Modernem.

Wir treffen Odile Gilbert in ihrer Agentur während der Schauen in Paris. Der Tag ist eng getaktet: Etwas später ist sie mit Tilda Swinton verabredet, privat, zum Haareschneiden.

Hier zaubert die Hairstylistin Odile Gilbert backstage für eine Show von Jean Paul Gaultier eine aufwendige Haarkreation.

Hier zaubert die Hairstylistin Odile Gilbert backstage für eine Show von Jean Paul Gaultier eine aufwendige Haarkreation.

Ein Freundschaftsdienst, eine Ausnahme: Professionell gesehen reicht ihr das bloße Schneiden nämlich nicht. Hairstyling sei "das Tüpfelchen auf dem i", sagt die 57-jährige Französin. Und mit diesem i-Tüpfelchen hat sie eine internationale Wahnsinnskarriere hingelegt. Dabei gibt es unter den Top-Coiffeuren nur wenige Frauen. Der Grund, sagt sie, sei die körperlich anstrengende Arbeit. Zudem falle es Frauen schwerer, "ständig von wunderschönen Mädchen umgeben zu sein". Sie selbst habe zum Glück kein Problem damit, den ganzen Tag mit ihnen vor dem Spiegel zu verbringen ...

Odile Gilberts Markenzeichen ist der "schlampige" (O-Ton Gilbert) Chignon: "Er sieht aus, als sei er auf die Schnelle gestylt, dabei macht er sehr viel Arbeit!" Peter Lindbergh fotografierte ihn oft auf den Köpfen von Top-Models wie Christie Turlington, zu sehen unter anderem in Odiles Gilberts Buch "Her Style", das 2003 von Karl Lagerfeld verlegt wurde.

Haare

Hochsteckfrisuren der Stars zum Nachmachen

Halle Berry formt ihren hohen, voluminösen Dutt mit vielen, einzeln ineinander verdrehten Haarsträhnen.
Einen strengen, hohen Dutt kann man wie Jada Pinkett Smith mit einer welligen Haarsträhne an der Stirn etwas auflockern.
Jessica Chastain bezaubert auf dem roten Teppich in Cannes mit einer elegant eingedrehten "Banane".
Locker geflochten lassen sich die Haar auch sehr schön zu einem Dutt am Hinterkopf zusammenstecken. Und mit einem glatten Pony, wie Anna Faris ihn hat, sieht das besonders schön und jugendlich aus.

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Odile-to-go: Die von der Meisterin designten Haarnadeln gibt es ab 52 Euro, über www.odilegilbertcreations.com

Odile-to-go: Die von der Meisterin designten Haarnadeln gibt es ab 52 Euro, über www.odilegilbertcreations.com

Den Kick-off ihrer Laufstegkarriere startete sie 1994 mit John Galliano. Die Vorbereitungen zu der Schau sollen einen Monat gedauert haben, aber danach wollten alle mit ihr arbeiten. Hollywood-Stars wie Cate Blanchett, Tilda Swinton, Julianne Moore, Keira Knightley und Kristen Stewart vertrauen ihr in Haarangelegenheiten – und die Namen der Fotografen, mit denen sie ihre auffallenden Styles schon umsetzte, klingen wie das Who's who der Szene: Richard Avedon, Helmut Newton, Herb Ritts, Irving Penn, Paolo Roversi. Einen Oscar für Kirsten Dunsts verrückte Haaraufbauten in "Marie Antoinette" (2005) bekam Odile Gilbert zwar nicht, damals existierte die Oscar-Kategorie "Make-up und Frisuren" noch nicht. Eine Auszeichnung gab es trotzdem: Ein Jahr später wurde sie mit dem französischen Ritter¬orden "Chevalier des Arts et des Lettres" dekoriert.

Sogar ins Museum schafften es Odile Gilberts Kreationen. Seit 2007 zeigt das "Costume Institute of the Metropolitan Museum" in New York einen Hut aus Echthaar, den sie für eine Schau von Jean Paul Gaultier entwickelt hatte. Und auch die jüngere Generation der angesagten Top-Designer wie Jason Wu, Zac Posen oder Alexis Mabille lieben ihre Styles. Schließlich prägt die Haarflüsterin immer wieder Trend-Looks: Sie veredelt Partien mit Blattgold, zaubert den aktuellen Animal-Print aufs Haar, schuf den Clip-in-Pony 2.0. Das "kleine I-Tüpfelchen" Hairstyling - Odile Gilbert erfindet es immer wieder neu.

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