Zandra Rhodes: Punk ist schön!

Designerin Zandra Rhodes findet Sicherheitsnadeln an Kleidungsstücken genauso schön wie Stickereien.

Zandra Rhodes (72) sprach über ihre berühmte Conceptual-Chic-Kollektion, die auf eine wilde Punk-Ästhetik setzte.

Die britische Modeschöpferin ist ein großer Fan des Punk-Rock-Looks und nahm die Bewegung bekanntermaßen als Inspiration für ihre berühmte Conceptual-Chic-Kollektion aus dem Jahr 1977. Der Linie verdankt sie ihren Spitznamen als Königin des Punk. Der Style scheint nun ein Comeback zu feiern und Labels wie Fendi und Versace verarbeiteten Anklänge an die Punk-Ästhetik in ihren neuen Kollektionen. In einem Interview zeigte sich Rhodes von der Rückkehr des Trends begeistert: "Sicherheitsnadeln sind ebenso schön wie Stickereien", erklärte sie gegenüber 'Style.com', bevor sie über ihre legendäre Kollektion von 1977 sprach: "Ich hatte immer bedruckte Designs gemacht und ich hatte einen sehr eleganten Shop [in der Bond Street], aber plötzlich wollte ich etwas Anderes ausprobieren."

Vor dem Launch der Conceptual-Chic-Kollektion hatte sich Rhodes vor allem einen Namen mit eleganten Kleidern gemacht - umso überraschender erschienen dann ihre zerschlitzten Looks, die über und über mit Sicherheitsnadeln und Metalldetails versehen waren. Doch da die Modemacherin sich nie als Teil der Norm sah, empfand sie selbst die Wandlung ihrer Mode nicht so außergewöhnlich. Auch ihr Erscheinungsbild zeugte immer schon von ihrer Vorliebe für den Punk-Look und so trägt die Britin auch heute noch pinkfarbene Haare, grelles Make-up und - für ihr Alter - recht ungewöhnliche Kleidung. "Ich glaube nicht, dass ein echter Punk von der Straße mich als Punk bezeichnet hätte, aber ich hatte ein sehr wildes Äußeres, das mir ganz entsprach. Und das war von der Punk-Kultur beeinflusst. Damals war eine ganze Bewegung auf der Straße zu sehen und ich wollte sie von einem anderen Winkel aus betrachten. Ich wollte die Schönheit darin entdecken", erklärte sie.

Als weitere Punk-Pionierin gilt Vivienne Westwood (71), doch Rhodes unterstrich, dass ihre Kollegin sie nicht inspirierte. Die zwei Frauen "arbeiteten total unabhängig voneinander" und hatten keinen Kontakt.

Abschließend gab sie zu, dass sie ihre berühmte Kollektion zwar toll fand, diese jedoch nicht ihre kommerziell klügste Entscheidung war: "Wir haben eine Reihe von wunderschönen Fotoshootings gemacht, aber zu diesem Zeitpunkt half das meinem Business nicht. Wir haben eine mutige Aussage getroffen, aber ob Sie es nun glauben oder nicht, die Leute fürchteten sich davor. Wir mussten schnell wieder zur unseren gemusterten Chiffon-Kleidern zurückkehren, die alle von uns erwarteten, sonst wären wir nicht in der Lage gewesen, zu existieren", erinnerte sich Zandra Rhodes.

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