Sonia Rykiel: Nackt ist schön

Modedesignerin Sonia Rykiel wollte Pullover kreieren, die sich wie eine zweite Haut an ihre Trägerinnen anschmiegen.

Sonia Rykiel (83) empfindet Nacktheit als schön und kreierte Mode nach diesem Ideal.

Die Fashionista heiratete Designer Sam Rykiel 1953, der damals eine eigene Boutique besaß. Bis zu ihrer Schwangerschaft 1962, in der sie verzweifelt nach schönen Pullovern suchte, war Rykiel keine fanatische Mode-Anhängerin - die Not brachte sie quasi zum Designen. Nachdem sie ihre ersten Umstandskleider entworfen und den Kult-Pullover Poor Boy Sweater erfunden hatte, erkannte die Französin etwas Wichtiges: Sie wollte Mode erschaffen, die sich den Frauen, die sie trugen, anglich. "Ich versuchte nicht, neue Klamotten zu erfinden", erklärte sie dem 'Guardian'. "Ich verstand, dass wahre Schönheit nackt war - ich wollte, dass die Pullover an den Frauen das Gefühl von Nacktheit vermittelten. Das Ziel war nie, jemanden einzukleiden, sondern so nah wie möglich am weiblichen Körper und dessen Bewegungsfreiheit zu bleiben."

Rykiels langjährige Freundin Régine Deforges glaubt, dass der typische Rykiel-Stil deswegen so gut ankommt, weil er den Frauen ein ganz bestimmtes Gefühl vermittelt: "Sie befreite die Frauen aus engen Anzügen mit schmalen Hüften und breiten Schultern. Genauso wie Chanel Frauen von Korsetts befreite."

Seit 1998 führt Nathalie Rykiel, die Tochter der Fashion-Ikone, das Modehaus. Sie ist stolz auf das Vermächtnis, das ihre Mutter erschaffen hat: "Dieser kleine Pulli wurde zum Symbol der 80er", betonte Nathalie Rykiel stolz über den Poor Boy Sweater. "Im Grunde genommen ging es um die Freiheit der Bewegung."

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