Roberto Cavalli: Mit der Mode geht es bergab

Designer Roberto Cavalli ist der Meinung, dass sich die Mode zum Schlechten entwickelt.

Laut Roberto Cavalli (72) ist die Modeindustrie heutzutage weniger kreativ als früher.

Der italienische Modemacher findet die Situation so problematisch, dass er sogar eine Krise für die Zukunft voraussagte: "Die Mode verändert sich zum Schlechten. Heute ist alles industriell, es geht um Quantität, es gibt Kollektionen von 1.000 Stücken. Manchmal frage ich mich, was sie im Jahr 2050 im Central Saint Martin über uns sagen werden? Die einzigen wirklich talentierten Designer unserer Generation waren Alexander McQueen und Gianni Versace", erklärte er im Interview mit der britischen Zeitung 'The Observer' resigniert.

Der Florentiner ist bekannt für seine extravagante Persönlichkeit, die er in seinen mit knalligen Prints und Verzierungen versehenen Outfits zum Ausdruck bringt. Für ihn ist die Kreation der eigenen Person als Designer ein Teil der Illusion, die man mit der Mode kreiert: "Als Designer kann man nicht zu ehrlich sein. Dann würde man niemanden inspirieren. Es ist besser, die Leute zum Träumen zu animieren. Für sie gehe ich jede Nacht in eine Diskothek und trinke jede Nacht den besten Champagner. Ich habe nie Langeweile, angeblich, und das ist für mich okay", lachte er. Obwohl dieses Konstrukt für seine Karriere als Modemacher notwendig ist, birgt es auch Gefahren: "Das Problem ist, dass dadurch mein Leben künstlich wird. Ich weiß nicht, ob einige Leute meine wahren Freunde sind oder ob sie einfach nur die Idee von Roberto Cavalli mögen. Meine wahren Freunde sind die, die ich seit 50 Jahren habe, weil ich oft viel zu viele falsche Gesichter um mich herum sehe. Und ein falsches Lächeln ist ansteckend. Sie sind wahrlich gefährlich", sinnierte Roberto Cavalli.

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