Raf Simons: Mein kleines Geheimnis

Der belgische Designer Raf Simons verriet zu Anfang niemandem, dass er für die Mode brennt und damit sein Geld verdienen möchte

Raf Simons, 46, war es total peinlich, als er bei der Laufsteg-Show von Maison Martin Margiela weinte.

Der Kreativchef des französischen Luxus-Labels Christian Dior begann seine Karriere als Industrie-Designer, erkannte aber schnell, dass das nicht seine Traumkarriere war. In den frühen 90er-Jahren besuche er die Show von Martin Margiela und da fiel es ihm wie Schuppen von den Augen: Er wollte auch Modemacher werden. Ein Jahr später sah er sich eine aufwendige Präsentation von Design-Ikone Jean Paul Gaultier, 62, an - ein Erlebnis, das seinen Wunsch, in der Branche Fuß zu fassen, nur noch weiter festigte. "Margiela war der Ausgangspunkt. Ich habe mich selbst immer wieder gefragt, wieso ich in der Modebranche anfing, und es kommt immer wieder auf die erste Show zurück, die ich sah: Martins dritte Kollektion, "The White Collection"", beschrieb er gegenüber der britischen "Elle" und erklärte: "Beide [diese Show und die von Gaultier] hatten so einen großen Einfluss, waren aber so unterschiedlich; eine war emotionaler und die andere ein Spektakel. Ich weinte bei Martins Show und ich war etwas beschämt; aber die Hälfte des Publikums hat auch geweint. Ich dachte "Wow, ist das Mode?" Das möchte ich tun." So zeigte ihm die Show von Maison Martin Margiela, was für eine Wirkung die Mode tatsächlich haben kann. Davor wusste er nicht, was für einen Einfluss sie haben könnte und obwohl ihn das Erlebnis nachhaltig prägte, erzählte er gegenüber seinen Freunden kein Wort über diesem lebensverändernden Tag. "Das war der Moment, in dem ich verstand, was Mode sein könnte. Ich befand mich damals von der Branche so weit entfernt, es schien unerreichbar zu sein und doch dachte ich "Das werde ich tun." Obwohl ich es niemandem erzählte. Und voilà", sagte er stolz in Bezug auf seinen erfolgreichen Werdegang als Designer, der sein eigenes Label und bei Jil Sander gearbeitet hat, bevor er den Posten als Kreativchef bei Dior ergattern konnte. Noch heute könne er gar nicht glauben, wie weit er es gebracht hat - doch von Höhenflügen halte er gar nichts. Seine Eltern helfen ihm dabei, stets bodenständig zu bleiben. "Meine Mutter und mein Vater sind sehr stolz darauf, was ich geschafft habe", sagte Raf Simons und beschrieb, wie unterschiedlich seine Eltern sind: "Meine Mutter liebt es bei meinen Shows, sie unterhält sich immer mit allen im Backstage-Bereich. Und ganz zufällig wurden sie und die Mutter von Martin Magiela gute Freundinnen. Mein Vater kommt auch zu den Shows, aber wir können danach nie miteinander sprechen, weil wir zusammen sehr emotional werden."

Themen

Erfahren Sie mehr: