Raf Simons: Klarer Plan für die Zukunft

Designer Raf Simons strotzt vor Kreativität, will aber aufhören, sobald die Inspiration ihn verlässt.

Raf Simons

Raf Simons (45) wird seinen Job an den Nagel hängen, sobald ihm die neuen Ideen ausgehen. Der ehemalige Kreativdirektor der Marke Jil Sander hat sowohl ein eigenes Label als auch einen Job beim französischen Edelcouturier Christian Dior, zu dem er im vergangenen April wechselte. Simons überrascht stets mit neuen Konzepten, würde sich aber sofort aus seinem Geschäft zurückziehen, wenn ihm die Ideen ausblieben. "Mein Denkprozess hört nie auf. Meine Ideen waren immer ein so natürlicher Prozess, sie kommen sich ständig ins Gehege. Es ist keine beruhigende Sache. Ich muss mir meine Ideen per SMS schicken oder schnell ins Studio rennen, um sie zu skizzieren. Ich habe einen Notizblock neben meinem Bett, denn manchmal wache ich davon auf - aber nicht jeden Tag, ich glaube nicht, dass ich ein Freak bin", erklärte der Modeprofi der englischen Zeitung 'The Guardian'. "Also habe ich mir vor 18 Jahren vorgenommen, dass ich aufhören werde, sobald mir das Denken zu schwer fällt, wenn ich an meinem Schreibtisch sitze. Das ist dann wirklich der Tag, an dem ich aufhören muss."

Der Designer ist bekannt für seine Kunstliebe und verfügt über eine eindrucksvolle Privatsammlung. So fand er die Inspiration für seine Herbst/Winter-Kollektion 2013 in Andy Warhols Illustrationen. Bei den Strickmoden dagegen ließ er sich von den Surrealisten beeinflussen. Sollte Simons sich je aus der Modebranche zurückziehen, wird er sich der Kunstwelt zuwenden. "Ich brauche Kunst. Ich kann ohne sie nicht leben. Das ist nicht möglich. Es ist wie die Luft zum Atmen", so der Designer. "Es ist ein sehr schönes Umfeld. Die meisten meiner engen Freunde sind Künstler, daher würde ich niemals in einer Situation sein wollen, in der ich mit einem Künstler Geld verdienen müsste. Kuration dagegen finde ich super."

Der Belgier wird oft als Minimalist bezeichnet, möchte aber nicht in eine Schublade gesteckt werden. "Es ist ziemlich falsch zu sagen, ich sei ein Minimalist. Ich habe schon Arbeiten unter meinem eigenen Label gezeigt, die alles andere als minimalistisch waren. Mein Punkt ist, dass man immer einen Stempel aufgedrückt bekommt: Konzeptioneller Designer, minimalistischer Designer … aber ich muss jetzt auch nicht das Avantgarde-Kid sein. Ich bin nicht 25, ich bin 45," sinnierte Raf Simmons.

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