Raf Simons: Als Kind ein Engel

Modedesigner Raf Simons war ein so braves Kind, dass er sich für die Beichte Sünden ausdachte.

Raf Simons (45) war ein wohlerzogenes Kind, das selten "schlimme Sachen" machte.

Der Kreativdirektor von Christian Dior ging auf eine konfessionelle Schule, wo er von Priestern unterrichtet wurde. Seine Eltern überließen es der Einrichtung, ihn zu disziplinieren, aber das war kaum nötig, denn Simons tanzte selten aus der Reihe. Jede Woche mussten er und seine Klassenkameraden ihre Verfehlungen einem Priester beichten, was dem Designer schwer fiel. "Ich machte nicht wirklich viele schlimme Sachen, deshalb erfand ich nach einer Weile einfach etwas", erzählte der der britischen Zeitung "The Telegraph".

Der Star steht seinen Eltern immer noch unglaublich nahe. Sie waren unter den ersten Gratulanten, als er im vergangenen Jahr seine Debütkollektion für Dior vorstellte. Seine Mutter war "ein Leben lang Putzfrau", aber sie begeisterte sich auch für Blumen. Aus diesem Grund schmückten Blüten den Veranstaltungsort, an dem Simons seine ersten Couture-Stücke für Dior vorführte. "Sie hatte nicht viele Gelegenheiten, ihre Kreativität auszuleben, aber sie band immer Blumensträuße für die gesamte Nachbarschaft", erklärte er.

Dior ist bekannt für die Kollektion mit dem Namen New Look, die der namensgebende Firmengründer 1947 präsentierte. Sie trumpfte mit eng taillierten Jacken und wadenlangen, bauschigen Röcken auf und wurde damals für ihre völlig neue, frische Ästhetik gepriesen. Daran versuchte Simons mit seinen ersten Kollektionen für die Marke anzuknüpfen. Die Idee hinter diesen Kult gewordenen Stücken fasziniert ihn seit einiger Zeit: "Was mich am meisten beeindruckt hat, ist, dass der New Look zwar auf eine Art Bezug zur Belle Epoque [ein Zeitabschnitt voller Optimismus in der französischen Geschichte] nimmt, die Konstruktionen aber architektonisch genial sind. Je mehr ich die Stücke analysierte, umso mehr entdeckte ich, wie viele Leute ihre Karrieren Diors Modellen zu verdanken haben, angefangen bei Yohji Yamamoto und Commes des Garçons. Was er in zehn Jahren in seinem Haus erreicht hat, ist beispiellos", schwärmte Raf Simons.

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