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Nicolas Ghesquière Von Balenciaga verklagt

Nicolas Ghesquière
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Das Modelabel Balenciaga will sieben Millionen Euro Schadensersatz von seinem ehemaligen Kreativdirektor Nicolas Ghesquière. Der hatte durch ein Interview den Zorn des Labels auf sich gezogen - und offensichtlich vertragliche Abmachungen gebrochen

Nicolas Ghesquière soll Balenciaga Schadensersatz in Millionenhöhe zahlen. Der Designer, der 15 Jahre für das Traditionshaus arbeitete, wird auf sieben Millionen Euro verklagt, weil er dem Magazin "System" von den schlechten Arbeitsbedingungen beim Modelabel erzählte.

Das Luxus-Label reichte unlängst Klage gegen seinen ehemaligen Kreativdirektor ein, nachdem sich dieser abfällig über seine Zeit bei dem Modehaus geäußert hatte. Nun soll Ghesquière seinem einstigen Arbeitgeber als Wiedergutmachung die stolze Summe von sieben Millionen Euro zahlen. Vor Gericht geht der Fall am 15. Oktober.

Der französische Designer verließ Balenciaga im November vergangenen Jahres nach 15 Jahren Anstellung. Abgelöst wurde er von Alexander Wang (29). Laut "WWD" soll Ghesquière im Rahmen seines Abgangs einen Vertrag unterschrieben haben, der ihn zur Verschwiegenheit verpflichtete und es ihm untersagte, den Ruf des Labels, seiner Partner und Aktieninhaber zu schädigen. Da er sich nun trotzdem zu den Gründen seines Fortgangs äußerte, will Balenciaga entschädigt werden. In den Gerichtsdokumenten heißt es dazu: "Balenciaga wollte nicht, dass sein Designer seinen Weggang durch Kritik an dem Haus, das ihn anstellte, rechtfertigte. Den Betroffenen wurde es - da sie wissen, wie hochsensibel die Modeindustrie auf Veränderungen der kreativen Richtung reagiert - generell verboten, die Trennung zu kommentieren, um jegliche abträglichen Folgen für ihre wirtschaftlichen Interessen oder ihren Ruf zu vermeiden."

Der Modeschöpfer beschwerte sich derweil im Interview mit dem Magazin "System" über die Arbeitszustände bei Balenciaga. "Alles wurde so entmenschlicht. Ich hatte das Gefühl, dass ich ausgesaugt werde, als ob sie meine Identität stehlen und die Dinge homogenisieren wollten. Es hat mich einfach nicht mehr erfüllt", ließ Nicolas Ghesquière wissen.

Ob Nicolas Ghesquière von dem zuständigen Gericht schuldig gesprochen wird und die Entschädigung zahlen muss, wird sich zeigen. Sein eigener Ruf hat unter dem Vorfall allerdings schon jetzt stark gelitten.

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