Nicolas Ghesquière: Er wird verklagt

Das Modehaus Balenciaga wirft Nicolas Ghesquière Vertrauensbruch vor und verklagt den Designer.

Balenciaga soll einen Prozess gegen seinen ehemaligen Chefdesigner Nicolas Ghesquière anstreben.

Im letzten Jahr verließ der ehemalige Kreativ-Chef des französischen Modehauses nach 15 Jahren das Label. Zu diesem Zeitpunkt sprachen die Medien von einer Entscheidung, die in gemeinschaftlichem Einvernehmen getroffen wurde und Alexander Wang (29) trat in die Fußstapfen von Ghesquière. Jedoch im April gab der Franzose dem Magazin 'System' ein Interview, in dem er sich negativ über das Modeunternehmen äußerte. Er hatte das Gefühl, dass man ihn bei Balenciaga "ausgesaugt" habe und der Job habe ihn nicht mehr "erfüllt". Jetzt behauptet die französische Zeitschrift 'Challenges', dass die Kommentare die Balenciaga-Chefs verärgert haben. Kering - früher unter dem Namen PPR bekannt - soll Ghesquière nun wegen Vertrauensbruch verklagen wollen. Bisher sind keine weiteren Details zu dem geplanten Prozess bekannt.

Das Interview des ehemaligen Balenciaga-Designers mit 'System' markierte seine Rückkehr ins Licht der Öffentlichkeit nach seinem Weggang bei dem Modehaus. "Es gab keine klare Richtung. Ich denke, dass man bei Karl [Lagerfeld bei Chanel] und Miuccia [Prada] das Gefühl hat, dass die kreativen Leute die Macht haben. Zu diesem Zeitpunkt hörte ich die Leute sagen, dass mein Style absolut Balenciaga sei, nicht mehr Nicolas Ghesquière", berichtete er. "Alles wurde so entmenschlicht. Ich hatte das Gefühl, dass ich ausgesaugt werde, als ob sie meine Identität stehlen und die Dinge homogenisieren wollten. Es hat mich einfach nicht mehr erfüllt."

François-Henri Pinault, der Geschäftsführer von Kering, räumte im letzten Monat in einem Interview mit der britischen Zeitung 'The Telegraph' ein, dass der Modeschöpfer nicht mehr glücklich in seiner Position gewesen sei: "Nicolas arbeitete bereits an anderen Projekten und das beeinflusste seine Arbeit bei Balenciaga. Er war dort offensichtlich nicht mehr glücklich. Nicolas hatte keine gute Verbindung mehr zu seinem Team."

Die Zukunftspläne von Nicolas Ghesquière sind bisher ungewiss, Gerüchten zufolge könnte er an seinem eigenen Label arbeiten und sein Name fiel auch im Zusammenhang als möglicher Nachfolger von Marc Jacobs bei Louis Vuitton

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