Nicola Formichetti: Mehr Abwechslung, bitte!

Mode-Revoluzzer Nicola Formichetti setzt bei seinen Models auf Vielfalt

Nicola Formichetti, 36, findet die heutige Modeindustrie noch immer zu langweilig.

Der Designer feierte vergangene Woche mit seiner ersten Laufsteg-Show für Diesel sein Debüt bei dem Denim-Label und drückte dem Ganzen sofort seinen eigenen Stempel auf. Statt auf erprobte Models zurückzugreifen, schickte Formichetti Frauen und Männer auf den Catwalk, die er auf der Straße oder in sozialen Netzwerken aufgegabelt hatte. "In der Modewelt sollte es um unterschiedliche Farben, Körperformen, Weiß, Schwarz, was auch immer gehen", begründete er seine ungewöhnliche Modelwahl im Gespräch mit dem britischen "Grazia"-Magazin. "Es ist noch immer verrückt, wie selten man Vielfalt zu sehen bekommt."

Formichettis erste Diesel-Show fand in Venedig statt, wo sich seinem Wunsch nach eine bunte Auswahl an Models auf dem Laufsteg tummelte. Unter ihnen fanden sich auch tätowierte und kurvige Schönheiten und sogar eine blauhaarige Dame durfte sich in einer der Kreationen des Designers präsentieren. "Sie haben alle wunderbare Geschichten - für mich ging es auch immer ums Innere", schwärmte der Italiener.

Zum Abschluss zeigten sich die insgesamt 87 Models in Bommel-besetzten Balaklavas. Dazu erklärte der Kreativchef: "Das Finale war eine Anspielung auf all das, was momentan passiert - all diese verrückten Anti-Schwulen-Bewegungen. Wenn wir uns vereinen, können wir diese Dinge bekämpfen. Aber wir sind keine Terroristen! Wir sind Liebende!"

Bevor es ihn nach Diesel verschlug, arbeitete der Fashion-Experte bei Thierry Mugler und als Designer für die Pop-Ikone Lady Gaga (28, "Bad Romance"). Unter anderem kreierte er deren berühmt-berüchtigtes Fleischkleid, das sie 2010 bei dem MTV Video Music Awards trug. Mit seiner anschließenden Prominenz fühlte er sich allerdings nicht wohl. "Es machte mir Spaß, Teil ihres Designer-Teams zu sein. Aber die ganze Gaga-Sache drängte mich ins Rampenlicht", gestand Nicola Formichetti kürzlich gegenüber der britischen Zeitung "The Independent".

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