Marios Schwab: Zu ernsthaft für die Welt der Mode

Designer Marios Schwab sorgt sich, dass er für viele Modeprofis zu akademisch ist.

Marios Schwab muss ständig hören, dass die Beschreibungen seiner Kollektionen zu sehr nach "akademischen Aufsätzen" klängen.

Der Modemacher findet seine Inspiration an vielen Orten und wenn der Funke überspringt, dann beginnt die eigentliche Arbeit. Er mag es, seine Ideen auszubauen, indem er viel recherchiert und dabei Museen und Bücher zurate zieht. Er denkt über alle Aspekte seiner Arbeit nach und hat Spaß daran, anderen diesen Prozess zu erläutern, obwohl man ihm immer wieder sagt, er solle sich dabei etwas zügeln.

"Wenn eine Pressemitteilung für eine Modenschau ansteht, ruft mich in der Regel meine PR-Agentur an und sagt, 'Marios, du musst das ändern, es klingt wie ein akademischer Aufsatz. Du tust dir selbst keinen Gefallen damit!'", erzählte er lachend gegenüber dem Magazin 'Stylist'.

Schwabs Frühjahr/Sommerkollektion 2013 war von Stämmen inspiriert, obwohl er auf ungewöhnliche Weise auf diese Idee kam. Ursprünglich interessierte er sich für Bienen, aber als er über sie zu recherchieren begann, merkte er, dass die Wabenstruktur weiter verbreitet ist als gemeinhin bekannt. Er fand heraus, dass Volksstämme im Amazonasgebiet diese Form verwenden, und entdeckte dann nach und nach, dass diese Stämme bedroht sind, ebenso wie die Bienen. Er las Bücher und ging in Museen und entwickelte so schließlich seine Modekollektion. Dennoch denkt er, dass viele Leute überrascht wären, wenn sie vom Ausgangspunkt seiner Inspiration hörten.

"In der Modenschau werden Bordüren aus Bast, ethnisch inspiriertes Make-up und gestickte ethnische Zeichen gezeigt, aber ich denke nicht, dass viele Leute überhaupt merken werden, dass diese Kollektion von Stämmen inspiriert ist. Das ist jedoch das Interessante daran, wenn man recherchiert - man stößt auf Dinge, von denen man nie gedacht hätte, dass sie mit Stämmen zu tun haben. Ich mag es lieber ein wenig abstrakt als zu wortgetreu und offensichtlich - das bedeutet, das Handwerk zu modernisieren", erklärte Marios Schwab.

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