Marc Jacobs: Der aktuelle Grunge ist "Stil ohne Inhalt"

Designer Marc Jacobs findet, die meisten Menschen wüssten nichts über die ursprüngliche "gesellschaftliche Bedeutung" von Grunge.

Marc Jacobs (59) verurteilte die aktuelle Umsetzung des Grunge-Looks und sprach von "Stil ohne Inhalt".

1992 zeigte Jacobs eine vom Grunge inspirierte Kollektion für das Label Perry Ellis. Obwohl die Modekritiker die Stücke liebten, verkaufte sich die Linie nicht und der Designer wurde im folgenden Jahr entlassen. Seine karierten Hemden und klobigen Stiefel werden heute als die Verkörperung dieser Ästhetik angesehen. Während der jüngsten Saison feierte Grunge ein Comeback, vor allem Saint Laurent zeigte karierte Tops, große Mäntel und hauchdünne Kleider. Der Stardesigner glaubt, dass etwas von der Botschaft des ursprünglichen Looks aus den 90ern für die jungen Leute von heute verloren gegangen ist.

"Heute geht es nur um Stil ohne Inhalt. Als wir damals Grunge machten, gab es einen echten Grund dafür, es gab Veränderung - es fühlte sich wesentlich an, wie Punk. Heute tragen Leute Irokesenschnitte und haben keine Ahnung, was deren gesellschaftliche Bedeutung einst war. Grunge teilt damit ein bisschen das Schicksal von Punk", sinnierte er.

Jacobs ist stolz auf seine Arbeit, sogar auf das, was nicht gut aufgenommen wurde. Er hört nie auf die Öffentlichkeit und kreiert stattdessen Kollektionen, die seiner Vision treu bleiben.

Der Star ist zudem Kreativdirektor bei Louis Vuitton und Cola light und wagte jüngst auch einen Vorstoß ins Filmgeschäft. Er spielt den Zuhälter Harvey im Film 'Disconnect' und war entsetzt über die Kostüme, die ihm angeboten wurden. "Alle in meinem Büro haben mich schon in BHs gesehen, aufgestylt fürs Varieté - alle möglichen verrückten Fummel - und nie haben sie gelacht. Aber als sie mich in einer Acid-Wash-Jeans für meine Rolle in 'Disconnect' sahen, waren sie außer sich vor Lachen. Aber Harvey war meine Rolle und jetzt ist er auch abgehakt. Er bot keinerlei Inspiration [für meine Kollektionen]", erzählte er gegenüber 'Stylist'.

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